Bahnhof ist ein Stück Heimat – Gemeinderatsfraktion gegen Abbruch des Hauptgebäudes

Das Bahnhofsgebäude in Gauting soll nicht abgerissen, sondern erhalten und in seiner ursprünglichen Gestalt wieder hergestellt werden, mit der Fassade in Klinkerbauweise, ohne den nachträglich aufgebrachten Verputz und ohne die gelbe Farbe. Diesen Beschluss aus der Klausurtagung des Gautinger SPD-Vorstandes Ende Januar will die SPD-Fraktion jetzt im Gemeinderat in konkrete Politik umsetzen. In einem Antrag an Bürgermeisterin Brigitte Servatius schlägt Fraktionssprecherin Petra Neugebauer vor, den Gemeinderatsbeschluss vom Juni 2010 über den Abriss des Bahnhofs aufzuheben. Damals sei das Ausmaß der Schäden am großen Gebäude der Grundschule noch nicht bekannt gewesen, das wahrscheinlich abgebrochen werden muss. „Somit wird sich nicht nur die Situation am Bahnhof massiv verändern, sondern das Gesamtbild von der Post bis zur Grundschule“, schreibt Neugebauer und ist sich mit der SPD-Vorsitzenden Julia Ney darin einig, dass in dem Ensemble nun wenigstens ein zentrales, „identitätstiftendes“ Element erhalten bleiben müsse. „Bahnhof hat auch immer etwas mit Heimat und Ankommen zu tun“, meint sie in der Begründung. Er symbolisiere die Entwicklung der Gemeinde im vergangenen Jahrhundert. Die Fraktionssprecherin fordert, das gesamte Areal von der Post über den Bahnhof bis zum Kriegerdenkmal zu überplanen, Konzepte für die Nutzung der einzelnen Bereiche zu entwickeln und auch Teilergebnisse der jüngst in Auftrag gegebenen Einzelhandelsstudie einzubeziehen. Vorgabe sei dabei die Erhaltung des alten Bahnhofsgebäudes.

Die SPD-Fraktion ist davon überzeugt, dass ein saniertes Bahnhofsgebäude vielfach genutzt werden könne, etwa mit einem Kiosk, einem Café und Darstellungsmöglichkeiten für Vereine. All dies könne ein Glasdach, wie es bisher vorgesehen ist, nicht bieten. Der Gemeinderat müsse erkennen, dass sich seit dem vergangenen Jahr die Entscheidungsgrundlage „fundamental verändert“ habe heißt es in dem Antrag. Neues Nachdenken sei zwingend geboten, denn schließlich gehe es bei der Neugestaltung des Areals um Entscheidungen, mit denen auch die nächsten Generationen noch leben müssten

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