Besichtigungstermin der neuen Flüchtlingsunterkunft im AOA-Gebäude am 22.01.2016

Mehr als 200 Gautinger Bürger haben am Freitag die Gelegenheit genutzt, die Räumlichkeiten für die Flüchtlingsunterkunft im AOA-Gebäude zu besichtigen. Auch die Gautinger SPD hat sich ein Bild vor Ort gemacht. Gegenwärtig haben wir im Gemeindegebiet 228 Flüchtlinge untergebracht. Das ehemalige Schwesternwohnheim an der Unterbrunner Straße ist schon seit über zwei Jahren belegt, in Stockdorf wurden die Räumlichkeiten des ehemaligen Bundesforstamtes letztes Jahr von Familien bezogen. Ab nächster Woche werden die ersten 44 Flüchtlinge in der Unterkunft an der Ammerseestraße im AOA-Gebäude einziehen, das Platz für 130 Personen bietet. Damit werden bis Mitte des Jahres 460 Asylbewerber in Gauting leben, bis Ende des Jahres 2016 rechnet das Landratsamt mit 675 Menschen. Die ehemaligen Büroräume wurden in 6-Bett-Zimmer umgewandelt mit kleinen Spinden für die persönlichen Habseligkeiten. Im Erdgeschoss befinden sich u.a. die sanitären Anlagen, eine große Halle mit Elektroherden, Tischen und Stühlen und viel Bewegungsfreiraum. Betreut wird die Anlage von dem Helferkreis AOA, dessen Mitglieder sich mit viel Engagement dafür einsetzen, dass die Menschen, die zu uns kommen, Unterstützung und Hilfe erhalten. Diesen Ehrenamtlichen gilt unser besonderer Dank, aber auch dem Landkreis, der hier eine menschenwürdige Unterkunft geschaffen hat.

Die SPD hat aber auch Kritikpunkte: zum einen gehört AOA zum Diehl-Konzern, der einer der größten Rüstungsexporteure Deutschlands ist. Die Folgen dieser Exporte treffen uns nun unmittelbar, und durch die Vermietung an den Landkreis wird nun doppelt Gewinn gemacht. Der andere Punkt ist die lange Verfahrensdauer: die Flüchtlinge in Gauting warten nun schon über zweieinhalb Jahre auf ihr Asylverfahren, wie wir in einem Gespräch mit der Leiterin des Helferkreises Asyl erfahren haben. Hier ist die Politik gefordert, die Verfahren zu beschleunigen und ausreichend Personal zur Verfügung zu stellen.

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