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Die SPD im Gautinger Gemeinderat stimmt gegen die Finanzplanung

 

Die SPD im Gautinger Rat hat dem Haushalt 2017 zugestimmt, sieht aber der Finanzplanung der kommenden Jahre mit Sorge entgegen: „Knapp 8 Millionen an Krediten muss die Gemeinde – nach heutigem Stand – bis 2020 aufnehmen, um ihren Verpflichtungen nach zu kommen“, erklärt Fraktionssprecherin Julia Ney. „Diese Finanzierung steht in unseren Augen auf tönernen Füßen. Gleichzeitig lassen wir dem nächsten Gemeinderat keinen finanziellen Spielraum für Unvorhergesehenes. Daher haben wir uns klar gegen diese Planung ausgesprochen.“ Die komplette Haushaltsrede finden Sie im Anschluss.

Gleichzeitig hat Fraktionssprecherin Ney angekündigt, ihr Mandat aus persönlichen Gründen im Januar nieder zu legen: „Die langen Sitzungen, die intensive Vorbereitung, das alles kostet Zeit, die ich als berufstätige Mutter einer sehr kleinen Tochter nicht mehr habe. Ich habe lange mit mir gehadert, aber nun beschlossen, das Mandat zugunsten der Familie nieder zu legen.“ Die Entscheidung erleichtert habe Ney die Zusage von Stephanie Pahl, die ihr nachrückt.

 

 

Haushaltsrede 2017

 

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,

meine Kolleginnen und Kollegen Gemeinderäte,

an erster Stelle möchte ich mich bei der Kämmerin und der Verwaltung für die Erarbeitung des Haushalts bedanken: Man sieht dem Machwerk an, wieviel Zeit, Mühe, und Energie sie in jede einzelne Seite gesteckt haben – wir wussten es in den Vorberatung zu schätzen, haben Sie herzlichen Dank dafür!

 

Über die politischen Akzente lässt sich streiten, und Sie, meine Damen und Herren, werden sich nicht wundern, dass wir als SPD andere gesetzt hätten. Ob es die umweltschonende LED-Beleuchtung in den öffentlichen Gebäuden, die Unterstützung der finanziell schwach Gestellten in unserer Kommune oder die zügige Aufstockung der Grundschule Stockdorf ist, die hier mit Planungsgutachten oder Wettbewerben ohne Sieger für das alte Grundschulareal konkurrieren – wir respektieren ihre Entscheidung.

Daher werden wir dem Haushalt für 2017 zustimmen, jedoch nicht der Finanzplanung.

Aus einem einfachen Grund: Die Finanzplanung ist konfus und steht auf tönernen Füßen: Wir wissen nicht, wie wir die kommenden Haushalte genehmigungsfähig gestalten sollen.

Die Finanzplanung ist aktuell auf drei Säulen aufgebaut: Diese sind

– Veräußerung von Gemeindegrundstücken,

-massive Entnahmen aus der Rücklage

– und Kreditaufnahmen.

Das ist keine solide Planung.

 

Auch wenn Sie das Beispiel nicht mehr hören können: Wir planen ein Parkdeck für 4 Millionen Euro und wissen gleichzeitig nicht, wie wir die gesetzliche vorgeschriebenen Zuführungen leisten sollen?

Die nächsten Kommunalwahlen sind – in dem Fall sage ich tatsächlich „bereits“- 2020, es ist also an der Zeit, auch an die nachfolgenden Verantwortlichen zu denken.

 

Lassen Sie mich noch kurz ein paar Worte zum viel zitierten Gewerbe verlieren:

Ja, wir haben ein Gewerbegebiet genehmigt und ja, Gauting braucht es zweifelsfrei. Doch es wird frühestens der Gemeinderat davon profitieren, der sich mit dem Haushalt 2027 befassen wird. Denn die ersten zehn Jahre nach Fertigstellung können die Firmen so hohe Abschreibungen tätigen, dass bei uns kein zusätzlicher Cent ankommen wird. Gelöst ist auch nicht das Problem, dass sich u.U. Firmen ansiedeln, die hier keine Gewerbesteuer zahlen.

 

Frau Dr. Kössinger, liebe Kolleginnen und Kollegen der CSU Sie werden nicht müde darauf hinzuweisen, dass uns diese Einnahmequelle fehlt. Erlauben Sie mir eine Frage: Warum belassen wir dann das Gewerbegebiet in der Ammerseestrasse nicht? Warum soll das ortsnahe, große Areal unbedingt in ein Mischgebiet mit Wohnbebauung umgewandelt werden – statt das zu bleiben, was wir auch ihren Worten nach so dringend benötigen, nämlich ein Gewerbegebiet? Ich habe diese Frage bei den Haushaltsberatungen 2015 gestellt, ich haben sie 2016 gestellt, und ich stelle sie heute wieder. Der von uns eingestellte Regionalmanager Herr Kühnel-Widman hat im Rahmen seiner Tätigkeit herausgefunden, dass sich die Gewerbetreibenden vor Ort ein Gewerbegebiet wünschen, das maximal 1,7 Kilometer vom Ortskern entfernt liegt. Wir wünschen uns einen Regionalmanager, um unsere Wirtschaft vor Ort besser zu verstehen und zu unterstützen – aber sobald wir konkrete Bitten kennen, ignorieren wir sie?

Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich bitte Sie, im kommenden Jahr nicht nur Projekte zu verabschieden, sondern diese auch auf den Weg zu bringen.

 

Ich wünsche Ihnen eine Portion Realismus für das Machbare und eine Planung, die Angestoßenes umsetzt.

Ich danke Ihnen und bedanke mich an dieser Stelle für die Zusammenarbeit. Ich werde mein GR-Mandat aus persönlichen Gründen am 31.12.2016 nieder legen.

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