Gesund auf den Tisch

Großes Interesse und viele Fragen kennzeichneten den Diskussionsabend, zu dem die Gautinger SPD am 14. Mai ins Bosco geladen hatte. Das Thema hieß „Gesund auf den Tisch? Unsere Lebensmittel – hinter die Kulissen geschaut“. Petra Neugebauer, Fraktionssprecherin im Gemeinderat, moderierte das Gespräch, zu dem sie am Podium als Expertenrunde versammelt hatte: den Demeter-Landwirt und Selbstvermarkter Michael Friedinger aus Farchach, die Vorsitzende der Solidargemeinschaft „Starnberger Land“, Jutta Köhler, die Ernährungsexpertin Gabriele Tremp-Nientiedt von der Verbraucherzentrale Bayern sowie Christiane Lüst von Gautinger Umweltzentrum Öko&Fair. Aus dem Publikum prasselten Fragen zu den unterschiedlichsten Themen auf die Fachleute herab. Wie erkenne ich die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln aus dem Supermarkt? Wie werden die Hühner gehalten? Wie gut ist unser Wasser. Was unterscheidet teure von billiger Butter? Wie sinnvoll ist das Mindesthaltbarkeitsdatum und braucht man zusätzlich ein Verfallsdatum auf der Verpackung? Wie gut funktionieren die Kontrollen in den Betrieben? Wo kann man die regionalen Produkte der Erzeugergemeinschaft „Starnberger Land“ kaufen?

Vieles konnte von den Fachleuten beantwortet und manche Ängste ausgeräumt werden. Geblieben ist die Erkenntnis, dass gute Lebensmittel nicht zu Schleuderpreisen zu haben sind und dass die Politik weniger der Nahrungsmittelindustrie und mehr dem Verbraucher beistehen sollte. Diesem Zweck dient auch eine Resolution, die Petra Neugebauer zusammen mit Jürgen Schade formuliert hatte und die ein paar Tage zuvor vom SPD-Ortsvorstand abgesegnet worden war. Auch die Zuhörer im Bosco waren sehr damit einverstanden. Adressatin des Papiers ist Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner, die aufgefordert wird, die Interessen der Verbraucher in den Vordergrund ihrer Politik zu stellen und nicht die der Lebensmittelindustrie.

Forderung der Teilnehmer der Veranstaltung am 14. Mai 2012 „Gesund auf den Tisch? Unsere Lebensmittel – hinter die Kulissen geschaut“ – organisiert von der Gautinger SPD

Die Fernsehköchin Sarah Wiener und die Gesundheitsexpertin Dr. Marianne Koch fordern uns auf, keine industriell gefertigten Lebensmittel zu essen. „Wer billig isst, stirbt früher“. Dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der SPD gehen die von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) geplanten Gesetzesänderungen gegen Antibiotika-Missbrauch nicht weit genug. Prof. Hubert Weiger (BUND) fordert die Abkehr von Agrarfabriken. Doch die Tierhaltungsfabriken werden immer größer. Das Europäische Parlament verlangt Lösungen gegen die ungeheuere Lebensmittel-Verschwendung. Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Wir stellen fest, dass ein Lebensmittelskandal den anderen ablöst:
Antibiotika in der Massentierhaltung (Wiesenhof), Vogelgrippe, BSE, Hormone im Fisch und der Plastikverpackung, bakterielle (EHEC) und hygienische (Müller-Brot) Verunreinigung, Tierquälerei, verdorbenes und zusammengestückeltes Fleisch, Täuschung statt Aufklärung der Verbraucher, Versagen und Ausfall einer effizienten Lebensmittelkontrolle, Hilflosigkeit und Untätigkeit verantwortlicher Politiker.

Wir fordern die zuständige Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner auf, dafür zu sorgen, dass

 

  • Subventionen für die Landwirtschaft nicht in den Taschen der Lebensmittelindustrie und der Agrarfabriken landen, sondern kleinen und mittelständischen Landwirtschaftsbetrieben zugute kommen.
  • Direktvertrieb, lokale und regionale Vermarktungen sowie biologischer Anbau und Vermarktung von Fair-Trade-Produkten gestärkt werden.
  • Privilegien von Anlagen für die Massentierhaltung beendet, industrielle Tierhaltung zurückgedrängt und ein wirksames Verbot von Humanantibiotika in der Tierhaltung verhängt wird. Jegliche Tierquälerei beim Transport und der Schlachtung ist zu beenden.
  • die Kontrolle der Lebensmittel bereits bei der Bereitstellung der Futtermittel beginnt. Lebensmittelkontrollen durch die Länderbehörden müssen erheblich verstärkt werden.
  • die ständige Täuschung der Verbraucher durch Werbung für Lebensmittel unterbunden wird und Informationen auf den Produkten in verständlicher Form und gut lesbar angeboten werden.
  • Verbraucher frühzeitig und transparent über hygienische und bakterielle Verunreinigungen von Lebensmitteln und über die Gefahren der Produkte der Lebensmittelindustrie unterrichtet werden.
  • • Sie nicht nur an uns Verbraucher appellieren, Lebensmittel nicht zu verschwenden, sondern dafür sorgen, dass gesunde Lebensmittel wieder einen höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft bekommen.

 

Frau Aigner, stellen Sie die Interessen der Verbraucher in den Vordergrund und nicht die der Lebensmittelindustrie!

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