Ja (aber) zum Gewerbegebiet Unterbrunn

 

Gauting steht in den nächsten Jahren vor gewaltigen Aufgaben, die nur bewältigt werden können, wenn genug Geld in die klammen Gemeindekassen fließt. Die Einkommenssteuer alleine bringt dies nicht. Wir brauchen als zweites Standbein auch die Gewerbesteuer – und zwar in weit höherem Ausmaß als dies bislang aus Mangel an geeigneten Flächen möglich ist. Voraussetzung dafür ist ein attraktives Gewerbegebiet. Es sollte ausreichend große Dimensionen aufweisen, um genügend steuerkräftige Firmen anzulocken und es sollte weit genug von Wohnbebauung entfernt sein, um die Bürger weder durch Lärm, noch durch Verkehr zu stören. Beide Faktoren sind beim neuen Gewerbegebiet auf Gautinger Flur zwischen dem Werksflughafen Oberpfaffenhofen, dem Gewerbegebiet Gilching-Süd und der Umgehungsstraße Unterbrunn gegeben. Das vorgelegte Konzept sieht vor, nur etwa ein Drittel der Fläche zu bebauen, zwei Drittel verblieben für eine grüne, parkähnliche Gestaltung. Wir begrüßen den mit großer Mehrheit (16:6) gefassten Grundsatzbeschluss des Gemeinderates hier ein Gewerbegebiet zu entwickeln und damit das in die Wege zu leiten, was Nachbargemeinden wie Gilching, Krailling, Starnberg und Weßling ebenfalls bereits getan haben. Kopfschmerzen bereitet allerdings die Tatsache, dass erhebliche Teile des Areals als Bannwald ausgewiesen sind. Der besteht zurzeit zwar vorwiegend aus Fichten, die von den jüngsten Stürmen arg gezaust worden sind sowie aus größeren landwirtschaftlichen Flächen. Dessen ungeachtet muss hier aber, das fordern wir nachdrücklich, im Zuge der Planungen vollwertiger Ersatz in Form eines gesunden Mischwaldes geschaffen werden. Denn auch eine noch so liebliche Parklandschaft im Gewerbegebiet kann den Erholungswert eines Waldes nicht ausgleichen. Im Verlaufe der schrittweisen Umsetzung des vorgelegten Konzepts wird man darüber hinaus sehen, ob wirklich das gesamte Gelände benötigt wird. Abspecken kann man später immer noch. Wer aber zu kleinteilig plant, stößt rasch wieder an Grenzen.

1 Antwort
  1. Wolfgang Müller
    Wolfgang Müller says:

    Leider werden der Natur durch das geplante Gautinger Gewerbegebiet wieder große Flächen entzogen. Dagegen werden weitere Gewerbegebiete in der Region überhaupt nicht benötigt, weil kaum noch Fachkräfte zur Verfügung stehen.
    Ich verweise auf den Artikel „Teure Mieten“, aus dem Kreisboten Starnberg vom 8. Juli 2015 Seite 2, aus dem die nachfolgenden Zeilen entnommen wurden.

    Landkreis – In den letzten 4 bis 5 Jahren haben die ohnehin hohen Miet- und Immobilienpreise noch einmal kräftig angezogen. Die Folge: Der Region fehlen immer mehr Fachkräfte. Kaum einer findet hier eine bezahlbare Unterkunft.

    Immer mehr Unternehmer klagen daher, dass sich kaum mehr Fachkräfte finden lassen. Wer nicht überdurchschnittlich gut verdient, tut sich extrem schwer, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Der Jobmotor im Fünfseenland dagegen brummt: Es werden rund dreimal so viele Arbeitsplätze geschaffen wie Wohnungen fertiggestellt. Das Verhältnis verschlechtert sich also immer mehr, klarer Nachteil einer Boom-Region.

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