Podiumsdiskussion zu Lebensabend in Gauting „trifft den Nerv der Kommunalpolitik“

200 Besucher waren dabei, also die Sprecherin der SPD-Fraktion im Rat der Gemeinde Gauting, Frau Petra Neugebauer, eine spannende Veranstaltung zu, Thema „Lebensabend in Gauting“ moderierte.
Zunächst stellte Professorin Claudia Eckstaller ihre Studie von 2007 vor, in der 88 Prozent der befragten Gautinger über 60 Jahre den Wunsch geäußert hatten, ihren Lebensabend zu Hause zu verbringen. 30 Prozent der rüstigen Senioren wären auch bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren. Zwölf Prozent wünschten sich eine Art Seniorenresidenz mit Betreuung. Um diese Wünsche zusammenzubringen, regte Frau Eckstaller Gespräche zwischen Jung und Alt an und griff einen Vorschlag von Frau Neugebauer auf, hierfür die „Gautinger Insel“ als Koordinationsstelle zu gewinnen.

Frau Marianne Fürnrohr, die Vorsitzende des Seniorenbeirats, ging zunächst auf die zahllosen Initiativen in den letzten Jahre ein und riet, den Bürgerbus weiterhin aktiv zu nutzen. Sie wies darauf hin, dass für Betreutes Wohnen zu Hause viele ehrenamtliche Helfer benötigt würden, zum Beispiel für den täglichen Einkauf oder im Haushalt. Ein Besucher regte dazu an, ein Modell zu übernehmen, wonach Studenten an Hausbesitzer vermittelt werden, die ihre Miete mit stundenweisen Dienstleistungen abarbeiten. Herr Uwe Ehlers, Unternehmensberater im Pflegebereich hielt dies jedoch nur für eine Übergangslösung. Wenn die Senioren letztlich pflegebedürftig würden, sei Hilfe durch professionelle Pflegekräfte erforderlich und könne nicht durch eine Art Nachbarschaftshilfe ersetzt werden.

In seinem Beitrag verwies Herr Uwe Ehlers auf das Erfordernis der Nachhaltigkeit hin. Wenn die zunächst noch rüstigen Bewohner später pflegebedürftig würden, benötigten sie eine Rundrumversorgung. Eine Umrüstung von Privathäusern sei kaum wirtschaftlich zu bewerkstelligen. Auch eine zentrale Wohnanlage für Senioren müsse Aufzüge, Rampen, Therapieräume und Schwesternzimmer vorsehen, wobei zu den Kosten der Miete (oder des Eigentums) die Kosten für die Betreuung und Pflege hinzuzurechnen seien. Ein Besucher engagierte sich besonders dafür, altersgemischte Wohnanlagen zu schaffen. Auch Bürgermeisterin Brigitte Servatius favorisierte derartige Modelle und wies auf die Wohnanlage in Stockdorf, Vitusstraße 2-4 hin, in der auch drei große familiengerechte Wohnungen eingerichtet worden seien.

Herr Wolfgang Schrader, der Vorsitzende der Stiftung „Leben im Alter“, plädierte in seiner engagierten Art für ein großes Altenzentrum nahe der Ortsmitte von Gauting. Die Häuser würden für Paare und Alleinlebende mit zunehmendem Alter zu groß. Auf dem 8500 Quadratmeter großen Grundstück an der Starnberger Straße neben dem Lidl-Markt könne die Gemeinde einen Komplex für Betreutes Wohnen einrichten. Das Bayerische Rote Kreuz, das bereits für die Senioren am Angerweg Betreuungsleistungen erbringt, erklärte durch den Kreisgeschäftsführer Jan Lang, dass es daran interessiert wäre, auch dort die Betreuung zu übernehmen. Auch er sprach sich für verschiedene Wohnformen und eine Mischung aus Jung und Alt aus.

Die Versammlung war sich mit der Moderatorin Petra Neugebauer einig, dass noch einige Überlegungen angestellt werden müssen, um ein derartiges Projekt zu verwirklichen. Es sei aber sinnvoll, ein derartiges Projekt nicht auf die lange Bank zu schieben. Sie wies zum Schluss auf ein Modell in St. Gallen hin, wonach ehrenamtliche Arbeit für ältere Menschen den betreuenden Menschen wiederum im eigenen Alter zu Gute kommen wird. Sie schloss die Versammlung mit einem Dank an die Referenten und die Besucher, die so interessiert zugehört und sich so aktiv an der Diskussion beteiligt hatten.

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