Haushalt stabilisieren, Verwaltung in Ordnung bringen!

AOA / südlicher Teil - Flächentausch zwischen Gemeinde, Kath. Siedlungswerk und Verband Wohnen - 17.12.2019

Rathausverwaltung wieder gut führen! - 13.12.2019

Die Personalratsvorsitzende der Rathausverwaltung Gudrun Inverso fürchtet um die Arbeitsstellen im Rathaus. Anlass hierfür ist die Forderung der SPD, die Verwaltung wieder auf ein Normalmaß zurückzuführen.

Zunächst sei daran erinnert, dass Frau Dr. Kössinger die Verwaltung um 25 % aufgestockt hat. Das kostet die Gemeinde jedes Jahr 1,5 bis 2 Mio. Euro. Sicherlich ist in den letzten Jahren die eine oder andere Aufgabe hinzugekommen, aber der Arbeitsumfang der Verwaltung ist nicht um ein Viertel angestiegen. Man möge sich einfach andere Rathausverwaltungen im Umkreis ansehen, so etwas hört man nur aus Gauting.

Erinnert sei auch daran, dass Frau Dr. Kössinger ihre vielen Großprojekte gleichzeitig bearbeiten ließ. In fast 6 Jahren ist aber kein einziges von ihnen fertig geworden. Monatelang haben sich die Mitarbeiter z.B. mit dem Neubau eines Schwimmbades für 7,6 Mio. Euro beschäftigt. Heute spricht niemand mehr davon. Man arbeitet in großer Hast und Eile und kann damit die Themen nicht gründlich vorbereiten. Der Umbau des Sparkassengebäudes in Stockdorf kostet nicht die geplanten 720.000, sondern plötzlich 1,2 Mio. Euro. Man will 3 neue Gewerbegebiete entwickeln, anstatt mit einem erst einmal anzufangen.

  • Man hat sich völlig verzettelt. Die Arbeit der Rathausmitarbeiter war vielfach umsonst. Vielen der eingeholten Gutachten für 750.000 Euro erging es ebenso, so Gemeinderat Moser. Die Arbeitsergebnisse landeten häufig in der Schublade oder gleich im Papierkorb.

Wenn nun eine „angenehme Führungslinie“ im Rathaus gerühmt wird, dann sei ebenfalls daran erinnert, dass allein in drei Jahren 40 % der Mitarbeiter das Rathaus verlassen haben. Das ist nicht nur ein ungeheurer Verlust an Wissen und Erfahrung, sondern gleichzeitig auch der Hinweis auf eine außerordentlich schlechte Personalführung. Wenn sich Mitarbeiter weigerten, an der Weihnachtsfeier teilzunehmen, dann spricht allein das schon Bände.

Frau Dr. Kössinger wollte den Ratssaal für eine halbe Million Euro umbauen lassen, um dort Empfänge zu veranstalten. Eine teure Amtskette hat sie sich auf Gemeindekosten schon gekauft. Für Öffentlichkeitsarbeit sind inzwischen gleich 3 Mitarbeiter im Einsatz.

  • Gauting kann sich eine solch kostspielige Führung der Verwaltung schlicht nicht leisten.

Deswegen fordert die Gautinger SPD schon seit Jahren, sie wieder auf ein vernünftiges Maß zurückzuführen. Das ist möglich, indem man nicht mehr alles auf einmal bearbeiten lässt, sondern ein Thema und ein Projekt nach dem anderen angeht.

  • Von Entlassungen hat niemand gesprochen. Die Fehler der Bürgermeisterin darf man nicht auf dem Rücken der Belegschaft austragen. Deshalb, es geht darum, den üblichen Personalwechsel für die Anpassung zu nutzen.

Wie wird mit Steuergeldern umgegangen? Ein Regionalmanagement wozu? - 31.10.2019

Das Regionalmanagement München-Südwest traf sich. Die Kommunen könnten viel voneinander lernen, so die Managerin Reichel und meinte zum Abschluß ihrer eigenen Veranstaltung: "Unsere Regionalkonferenz ist sehr gut angekommen." Was meinten die Besucher: Der Münchner Stadtrat Vogelsgesang in Vertretung von OB Reiter: "Sehr interessant, obgleich mir konkrete Ergebnisse gefehlt haben". Planeggs Bürgermeister Hoffmann: "Der Vortrag 'Umgang mit Bürgern' war für mich sehr interessant, obwohl die Gemeinde hier schon viel macht." Außer Spesen nichts gewesen?

Das Regionalmanagement München-Südwest, gegründet 2016, wurde als Dreh- und Angelpunkt für den interkommunalen Dialog gegründet. "Die nachhaltige und zukunftsorientierte Entwicklung der Region ist wesentlicher Inhalt". "Wir möchten Impulse für die weitere interkommunale Zusammenarbeit geben", so die Managerin Reichel. Nur den klärenden Gesprächen mit Gilching über das geplante 30 Hektar große Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz, auf dem direkt neben Gilching einmal 5.000 Beschäftigte arbeiten sollen, geht Bürgermeisterin Dr. Kössinger immer noch aus dem Weg.

"Die angesprochenen Themen waren allen Gemeinden bestens bekannt. Wir als Externe können viel Input für Lösungen geben", meinte Frau Reichel. Aber, wenn schon alles bestens bekannt war, worin bestand denn dann der viele Input? Im Alltag ist von alledem bislang nichts angekommen.

  • Zukunftsweisende Vorschläge sind bislang nicht bekannt worden. Das Management belastet dafür aber den Haushalt der Gemeinde. Würde man das Geld dem Umweltbeauftragten Rodrian geben, dann hätten wir Bürgerinnen und Bürger mehr davon.

Berichterstattung:

"Siedlungspolitik und Kommunikation", in: Würmtaler Wochenanzeiger v. 30.10.2019

Zu wenig Gewerbesteuer? - 9.10.2019

Auf der Bürgerversammlung am 7. Oktober klagte die Bürgermeisterin einmal mehr über zu wenig Gewerbesteuereinnahmen.

Aber die Ursache liegt nicht so sehr an fehlenden Gewerbeflächen und damit Steuereinnahmen. Sie liegt vor allem an der Verwaltung selbst, die sie um 25 % aufgestockt und damit Gauting seinen finanziellen Spielraum genommen hat. Es kostet inzwischen nahezu jedes Jahr 2 Millionen Euro. Mit AOA will sie ein kleines Gewerbegebiet aufgeben. Das bereits erschlossene Gewerbegebiet am Flugplatz hätte sie schon seit Jahren entwickeln lassen können. Das Versäumnis kostet die Gemeinde inzwischen Millionen an Gewerbesteuer - jedes Jahr.

Stattdessen will die CSU zusammen mit UBG drei neue, 42 Hektar große Gewerbegebiete mitten in der Landschaft erschließen. Mit ihnen sollen bis zu 7.000 zusätzliche Beschäftigte in unsere Gemeinde gezogen werden. Dabei werden die Menschen aus den ländlichen Regionen angezogen, mit der Folge, dass dort noch mehr Lichter ausgehen, noch mehr Leerstand entsteht und noch mehr Verfall und Verödung sich ausbreiten. Die AfD freut sich heute schon. Hatte sie doch bei den letzten Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen genau in diesen von der Abwanderung betroffenen Regionen ihre größten Erfolge. Man konnte es schon im letzten Oktober im Osten und Norden Bayerns sehen, wo auch die Menschen abwandern. Bürgermeisterin, CSU und UBG reihen sich hier mit den von ihnen geplanten Gewerbegebieten ein. Allein im Unterbrunner Holz sollen einmal 5000 Beschäftigte arbeiten.

  • Gewerbegebiete kommen erst nach über 10 Jahren in die Gewinnzone. Die Folgekosten für Kinderbetreuung, Schulen und Straßen fallen aber schon viel früher an. Man steuert hier die Gemeinde in eine finanzielle Notlage.

Spendenaufruf: 50 GAUTINGER*INNEN GESUCHT! Kinder wollen zu ihrem Deutschunterricht! - 28.8.2019

Gauting bezahlt nicht mehr die Fahrten der Kinder zu ihrem Deutschunterricht. Herr Dr. Bernd Lüders ruft jetzt zu Spenden auf, um die Fahrten der Kinder vom Kindergarten in die Schule bezahlen zu können.

Die Gautinger SPD unterstützt diesen Spendenaufruf.

Die Liste der Streichungen sozialer Leistungen wird immer länger und einschneidender: Betroffen ist das Kulturprogramm im Bosco. Das jährliche Budenaufstellen zum Waldfest des Eltern-Kind-Programms wurde ganz gestrichen. Auch den Kindern der Lebenshilfe und Fünfseen-Schule wurde ihre kleine Unterstützung genommen. Ausgerechnet den Schwächsten der Schwachen in unserer Gesellschaft beim Start in ihr schwieriges Leben diese bescheidene Förderung zu entziehen - man versteht es nicht!

Spendenaufruf: Kinder wollen zu ihrem Deutschunterricht!

Berichterstattung der Zeitungen:

Berzl, Michael: Eine milde Gabe fürs arme Gauting. Weil die Gemeinde Zuschüsse für Soziales und Kultur streicht, sammeln Bürger Spenden. Bernd Lüders etwa will den Fahrdienst vom Deutschkurs zum Kindergarten retten. Süddeutsche Zeitung v. 28.8.2019

Berzl, Michael: Eine milde Gabe fürs arme Gauting, SZ v. 28.8.2019

Cless-Wesle, Christine: Damit Zukunft nicht an Sprache scheitert. Dr. Bernd Lüders schlägt Alarm: Er bittet um Spenden, um den Bustransport von Vorschulkindern zum Deutschkurs an den Gautinger Grundschulen zu sichern. Es geht um 14.000 Euro, Starnberger Merkur v. 28.8.2019

Die sozialen Leistungen sind bedroht! Vorschläge zur Verbesserung der Haushaltslage 2019/2020 - 24.11.2018

Bessere Personalführung im Rathaus. Konzentration der Kräfte auf machbare Projekte. Erhalt und Entwicklung vorhandener Gewerbegebiete. Moderate Anhebung der Gewerbesteuer

Vollständiger Artikel: Soziale Leistungen bedroht! Haushalt 2019-2020

Sparen zu Lasten der Schwächsten. Die Verwaltung geht nicht voran! - 18.11.2018

Haushaltsplan 2019-2020. Die Hundesteuer wird angehoben, Eltern müssen für die Kitas 320.000 Euro mehr bezahlen, alle Zuschüsse für Sport und Bosco um 20 % gekürzt. Wo bleibt der Sparbeitrag der Rathausverwaltung? 2014 Übergabe einer funktionsfähigen Verwaltung an die CSU-Bürgermeisterin. In nur drei Jahren Aufstockung der Personalkapazität um ein Viertel. Jährliche Kosten über 1,5 Mio. Euro. Dem nicht genug: Von den Rathausmitarbeitern sind 40 % nicht mehr da. Die Personalfluktuation reicht an die 10 % heran. Gut geführte Betriebe haben 1-2 %. Ein ungeheurer Verlust an Wissen und Erfahrung, der wieder ersetzt werden muss. Die Gebliebenen müssen viele Überstunden machen, um Fehlende zu ersetzen und Neue einzuarbeiten. Gleichzeitig eine Verzettelung in der Aufgabenstellung, fehlende Priorisierung bei den vielen Projekten. Von den Gutachten für 750.000 Euro landete vieles in Schubladen oder gleich im Papierkorb, so Gemeinderat Moser. All das nimmt der Gemeinde den Spielraum für Investitionen.

Die Personalführung verbessern? Davon hört man nichts. Es geht um Priorisierung der Arbeit sowie Personalaufbau und extreme Personalfluktuation wieder auf ein Normalmaß zurückzuführen. Stattdessen sind Überstunden der Anlass, um weiter Personal aufzubauen. Und der Ratssaal sollte gleich noch für eine halbe Million neue Lampen, Tische und Teppichboden bekommen.

Den Ausgleich sucht man jetzt bei den Blechbläsern und streicht ihren Zuschuss von 1.000 Euro und auf Vorschlag der Bürgermeisterin auch gleich noch den für Lebenshilfe und Fünfseen-Schule. Behinderte Gautinger Kinder besuchen sie. Kaltschnäuzig war von CSU und FDP zu hören: Der Staat soll sich darum kümmern. Der Staat Bayern wird nicht mehr bezahlen, nur weil Gauting seinen kleinen Zuschuss streicht. Dieser Beitrag wird den Schulen und damit den Kindern fehlen. Den Schwächsten der Schwachen in unserer Gesellschaft beim Start in ihr schwieriges Leben diese bescheidene Förderung zu entziehen, ist bodenlos!

Eberhard Brucker

Finanznot nur auf dem Papier! - 11.11.2018

Haushaltsplan 2019-2020. Bei den Haushaltsberatungen wird das Sparen groß geschrieben. Es wird sogar über die Menge des gestreuten Salzes verhandelt. Frau Kössinger stellte dabei fest: „Wir haben fast jedes Jahr einen Prozess, weil jemand stürzt, aber wir haben bisher noch alle Prozesse gewonnen“. Schockierend, nicht die Unfallverhütung steht im Vordergrund der Überlegungen, sondern die gewonnenen Prozesse der Verwaltung gegen Bürger der Gemeinde!

Den Wunderl-Hof will die Bürgermeisterin noch in diesem Jahr abreißen. Eine Bürgerbeteiligung wird angekündigt. Es abzureißen heißt, es durch eines der gesichtslosen 0815-Geschäftsgebäude zu ersetzen, wie man eines gegenüber mit dem Rossmann-Drogeriemarkt bewundern kann. Eine echte Bürgerbeteiligung wäre, wenn sie die Bürger fragen würde, was mit dem alten Bauernhaus geschehen soll. Das Gebäude ist schließlich eine der letzten architektonischen Erinnerungen an das alte bäuerliche Gauting.

Wenn sie es jetzt mit dem Abriss so eilig hat, dann um das viele Geld, das auch im Haushaltjahr 2018 wieder übrigbleibt, wenigstens teilweise auszugeben. Die Kämmerin wies daraufhin, daß aus Vorjahren über 2 Mio. und im Jahr 2018 über 4 Mio. Euro übrigbleiben. D.h. die Verwaltung schafft es gar nicht, die genehmigten Haushaltsgelder auszugeben.

Dem Haushalt 2019/2020 wird es auch so ergehen. Das alles ist nur Taktik. Die Haushaltspläne werden viel zu hoch angesetzt, um eine Finanznot auf dem Papier herbeizuführen! Ziel ist es, die freiwilligen sozialen Leistungen zu kürzen, obwohl diese nur 2 von 55 Mio. Euro ausmachen. Bei der Kinderbetreuung werden jetzt die Mieten für die Kitas im Durchschnitt um 320 Euro pro Kind erhöht. Die dürfen dann die Eltern bezahlen. Wer 320 Euro bezahlen muss, der muss über 500 Euro verdienen. Das ist aber nur der Durchschnitt. D.h. es wird Fälle geben, in denen noch viel mehr verdient werden muss. Und bei der Gelegenheit wird auch gleich das Vermögen der Gemeinde zum Wohle der Investoren versilbert. Jetzt ist der Wunderl-Hof dran.

Oliver Meyer

Finanzielle Abenteuer, Verwaltung überfordert! - 5.10.2018

Es ist überdeutlich, dass die Bürgermeisterin sich mit den vielen millionenschweren Großprojekten heillos übernommen hat, sichtbar am KSK-Gebäude in Stockdorf.

Vor dem Kauf konnte man die Kosten für Umbau und Renovierung abschätzen. Aus 720.000 Euro werden jetzt aber 1,2 Mio. Euro und es kann noch mehr werden. Das Gebäude soll plötzlich zuerst in einen Rohbau verwandeln werden. Wie ist so etwas möglich? Heizung, Sanitäranlagen und Elektroleitungen werden als Grund angeführt. Nur, den Zustand des Sanitären konnte man schon bei der Besichtigung mit bloßen Augen erkennen, Elektroleitungen sind üblicherweise so alt wie das Gebäude selbst und auch das Alter der Heizungsanlage kann nicht überraschen. Dieses jetzt als Begründung für die Verdoppelung der Kosten anzuführen, geht am Kern des Problems vorbei.

Es sind die vielen millionenschweren Großprojekte, die die Bürgermeisterin alle gleichzeitig verwirklichen will: Umbau der Kreuzung am Kriegerdenkmal, Bau einer Tiefgarage unter dem S-Bahnfahrerparkplatz, Umbau Schwimmbad, neue Turnhalle, Ausbau Ammersee Straße, Umbau Rathaus, Erschließung dreier neuer Gewerbegebiete, Umbau des KSK-Gebäudes in Stockdorf. Unverständlich ist, dass drei Gewerbegebiete gleichzeitig erschlossen werden sollen, obwohl am Flugplatz seit Jahren ein ungenutztes Gewerbegebiet von 5 Hektar liegt. Hier könnten schon längst die ersten Betriebe eingezogen sein und Gewerbesteuer zahlen. Eine ungenutzte Chance! Frau Kössinger klagt aber weiter über zu wenige Steuereinnahmen!

Die Finanzkraft der Gemeinde wird mit diesen Vorhaben völlig überfordert. Das KSK-Gebäude entwickelt sich zum finanziellen Abenteuer für die Gemeinde. Dem nicht genug. Die Personalkapazität einer funktionierenden Verwaltung wurde in nur drei Jahre von Frau Kössinger um ein Viertel aufgestockt. Es kostet die Gemeinde jedes Jahr mindestens 1,5 Mio. Euro und nimmt ihr den finanziellen Spielraum. Aber wie im Großen, so auch im Kleinen. Es werden Hundertausende für Öffentlichkeitsarbeit ausgeben. Die Ankündigung der Bürgersprechstunde in der Presse erfolgt mit einem farbigen Bild von Frau Kössinger. Eine reine Selbstdarstellung, die die Allgemeinheit schon Tausende gekostet hat. Man lebt auf großem Fuß, setzt keine Prioritäten und verzettelt sich. Das Nachsehen haben die Vereine, denen man wieder mal mit Kürzungen droht.

Eberhard Brucker

Presse: Berzl, Michael: Sanierung fast doppelt so teuer. Stockdorfer Begegnungszentrum kostet 1,2 Millionen Euro, Süddeutsche Zeitung v. 27.9.2018

Sparen für eine aufgeblähte Verwaltung? - 11.9.2018

Haushaltsplan 2019-2020. Der Gautinger Gemeinderat geht mit der Verwaltung am 15. September zur Haushaltslage in Klausur. Es müsse gespart und auch die freiwilligen Leistungen der Gemeinde gekürzt werden. Nach jetziger Planung sollen in nur drei Jahren die Rücklage von 11 Mio. Euro aufgebraucht, Grundstücke für 11,8 Mio. Euro verkauft und zusätzlich neue Schulden von 9,8 Mio. Euro gemacht werden. Mehrausgaben von 32,6 Mio. Euro, obwohl Gauting über viele Jahre mit seinen Einnahmen klar gekommen ist!

Zu den letzten drei Haushalten:

Die Personalkapazität wurde um 24% aufgestockt, jährliche Mehrkosten über 1,5 Mio. Euro! Die Personalkosten wurden jedes Jahr um bis zu 800.000 Euro zu hoch ausgewiesen, wie im Dezember ersichtlich – eine versteckte Finanzreserve der Verwaltung. Es werden viele Großprojekte – Umbau der Kreuzung am Kriegerdenkmal, Bau einer Tiefgarage unter dem S-Bahn-Parkplatz, Umbau Schwimmbad, neue Turnhalle, Ausbau Ammerseestraße, Umbau Rathaus, Erschließung neuer Gewerbegebiete ... – gleichzeitig angegangen, aber ein erheblicher Teil der Gutachten und Planungen hierzu mit ihren Kosten von über 750.000 Euro gar nicht umgesetzt. Ein sicheres Zeichen für Verzettelung und Überforderung der Mitarbeiter im Rathaus. In der Industrie nennt man Arbeiten, die in Schublade und Papierkorb verschwinden, Blindleistung!

Die Bürgermeisterin hat das rechte Maß verloren. Alles soll gleichzeitig geschehen, so z.B. die Entwicklung dreier neuer Gewerbegebiete! Vernünftig wäre, mit einem anzufangen. Die Finanzen der Gemeinde werden völlig überfordert. Jetzt geht es um ein Zurück zu bezahlbaren Vorhaben. Es ist eine Illusion, dass man den Haushalt mit Streichungen bei den freiwilligen sozialen Leistungen (Bücherei, Bosco, JUZ, Sport ...) ins Lot bringen kann. Der Haushalt umfasst 55 Mio. Euro, die freiw. sozialen Leistungen aber nur 2 Mio. Deswegen: Anpassung der aufgeblähten Verwaltung über die Fluktuation auf ein vernünftiges Maß: Ersparnis 1,5 Mio. Euro – Auflösung der versteckten Reserve in den Personalkosten: Ersparnis 0,6 Mio. Euro – Anhebung der Gewerbesteuer, wie bereits 2014 von der Rechtsaufsicht beim CSU-Landrat Roth empfohlen. Hebesatz von 330 auf 360 Punkte – zum Vergleich München: 490 Punkte! Einnahmen 0,9 Mio. Euro – Ohne Verzettelung werden viele Kosten in der Verwaltung gar nicht erst anfallen, wie z.B. die für unnötige Gutachten ...

Die Gemeinde kann ihren Haushalt um mehr als 3 Mio. Euro verbessern und hat damit genügend Spielraum, um größere Projekte, eines nach dem anderen, anzugehen, auch ohne die freiwilligen sozialen Leistungen zu kürzen und auch ohne das Gemeindevermögen zu versilbern.

Eberhard Brucker

Selbstproduzierte Notlage. Gauting jetzt auf Sparkurs? - 9.2.2018

Haushaltsplan 2018. Die Gemeindeverwaltung hat sich vorgenommen: Umbau der Kreuzung am Kriegerdenkmal, Bau von Parkdecks auf dem S-Bahnfahrerparkplatz, Umbau Schwimmbad, neue Turnhalle, Ausbau Ammersee Straße, Umbau Rathaus, Erschließung neuer Gewerbegebiete … Von Großprojekten spricht die Kämmerin. Nur, wer sparen muss, der backt doch normalerweise kleinere Brötchen.

Die Kämmerin klagt über steigende Kosten. Das Schwimmbad soll halbwegs herausgerissen und neu gebaut werden. Die Kämmerin nennt so etwas „Sanierung“. Vor drei Monaten sollte es 6,7 Mio. Euro kosten, jetzt sind es schon 7,6 Mio. Euro. Die vielen Großprojekte müssen von der Verwaltung abgearbeitet werden. Das Personal wird dafür laufend aufgestockt und zieht Personalkosten nach sich. Eigentlich keine Überraschung. Das Personal muss im Rathaus untergebracht werden. Auch keine Überraschung. Also wird das Rathaus für 300.000 Euro umgebaut.

So zieht das eine das andere nach sich. Die Kämmerin meint, dass Gauting neue Gewerbegebiete brauche – mit insgesamt 79 Hektar Grundfläche im Landschafts- und Wasserschutzgebiet. Sie sollen die Finanzen retten – bringen aber erst in vielen Jahren Gewerbesteuereinnahmen.

Auf ihnen werden, wenn es dabei bleibt, einmal 10.000 Menschen arbeiten. Die wollen zur Arbeit kommen, tausende davon im Auto. Die Kämmerin muss dann nicht nur die Millionen für die Erschließung der Gewerbegebiete, sondern auch gleich noch die Millionen für den Ausbau des Straßennetzes rund um Gauting aufbringen müssen. Und viele werden hier wohnen und auch ihre Kinder unterbringen wollen. Die Kämmerin wird für Kinderkrippen, Kindergärten und Schulausbau weitere Millionen auftreiben müssen. Ob sie schon daran gedacht hat?

In dramatische Worten wird eine Notlage beschrieben, die in Wahrheit aber nur eine von der Rathausverwaltung selber produzierte Finanznotlage ist und droht angesichts dessen auch gleich noch Vereinen und Bosco die Zuschüsse zu streichen, sollte der geplante massive Neubau an der Bahnhofstraße so nicht verwirklicht werden. – Wie wäre es denn mit allem eine Nummer kleiner? Und wo steht eigentlich geschrieben, dass man alles auf einmal machen muss? Schon unsere Vorväter wussten: Auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut.

Eberhard Brucker

An der Nase herumgeführt. Millionen in der Rücklage - 9.11.2017

Haushaltsplan 2017. Von der Bürgermeisterin wurde Ende letzten Jahres im Rahmen der Haushaltsberatung behauptet, dass Gauting in einigen Jahren das Geld ausgehen werde. Es wurde sogar ernsthaft lang und breit diskutiert, ob man dem Bosco nicht den Zuschuss um 3.000 Euro kürzen solle. Während Herr Vilgertshofer (CSU-Gemeinderat) hoffte, mit den Kürzungen bei den Vereinen gezielt auf deren Arbeit Einfluss nehmen zu können, wollten andere allen Ernstes die Gemeindekasse damit retten. Die Überschrift in der Zeitung lautete dementsprechend: „Gauting geht ans Eingemachte!“

Sechs Monate später war dann zur Überraschung vieler plötzlich zu lesen, dass die Gemeinde ganz nebenbei der Kreissparkasse ihr Stockdorfer Gebäude samt Umbau für 3,2 Mio. Euro abkaufen wird. Auf Nachfragen des Journalisten musste die Kämmerin zur großen Verblüffung der Öffentlichkeit bekennen, dass sie auf einer Rücklage von 11 Mio. Euro sitzt. Zwischendurch baute die Gemeinde noch für über 600.000 Euro extra ein Haus für die Tafel, das im Wesentlichen nur als Lagerhalle genutzt wird.

Bei der letzten Beratung im Gemeinderat wurde ein drittes Gewerbegebiet beschlossen. Auch diesmal wurde seine Notwendigkeit wieder mit der Finanzierung u.a. von Kindergärten begründet. Tatsache ist: Gauting konnte im Juni 153 Kinder nicht in einer Betreuung unterbringen. 34 Kinder wegen fehlendem Personal und 50 Kindergartenkinder und eine Hortgruppe, weil der Bau des neuen Horts vom BRK noch nicht fertig ist. Es muss also für rund 40 Kinder noch eine bauliche Lösung gefunden werden. Deswegen nun für drei Gewerbegebiete insgesamt 82 Hektar Landschafts- und Wasserschutzgebiete platt zu machen?! Diese Gebiete werden Tausende von Menschen anziehen, für die erst noch Wohnungen und weitere Kindergartenplätze zu bauen sind und die mit ihren Autos die Staus auf der Bahnhofstraße noch verlängern werden. Man fragt sich, warum angesichts der Millionen in der Rücklage für die wenigen Kinder nicht umgehend eine Containerlösung eingesetzt wird!

Völlig grotesk wurde es dann, als die Verwaltung trotz der wieder beklagten Finanznöte ohne mit der Wimper zu zucken den Vorschlag machte, ein Konzept für den Umbau des Schwimmbades zu erstellen. Geschätzte Kosten: über 6 Mio. Euro. Begründung: Ersparnis bei den Reparaturkosten. Man gab in den letzten zwei Jahren jeweils 200.000 Euro aus. Nur, Reparaturen werden immer anfallen und nicht jedes Jahre müssen große Pumpen ausgetauscht werden. Statt 6 Mio. Euro auf einmal auszugeben kann man auch 30 Jahre lang reparieren! – Und der Gemeinderat stimmte auch noch zu.

Die Aussagen zur Finanzlage der Gemeinde entpuppen sich immer mehr als reine Zweckbehauptungen, die mit den Fakten wenig zu tun haben. Manche nennen das Taktik, andere Manipulation, auf jeden Fall werden Gemeinderat und Öffentlichkeit von der CSU-Bürgermeisterin an der Nase herumgeführt. Verstehen kann man das nur, wenn man erkennt, dass die CSU aus der Gartengemeinde Gauting eine Stadt machen will. Die großstädtischen Bauten unten am Hauptplatz und an der Bahnhofstraße sind der Anfang. Die drei neuen Gewerbegebiete sind der nächste Schritt, 82 Hektar mitten im Bannwald, Landschafts- und Wasserschutzgebiet. Hier werden Tausende von Menschen angezogen, für die erst noch Wohnungen zu bauen sind und die mit ihren Autos die Staus auf der Bahnhofstraße noch verlängern werden. Am Ende wird die Gemeinde mehr Einwohner haben, noch mehr Verkehr und die Bürgermeisterin zur Oberbürgermeisterin befördert worden sein und immer noch klagen, zu wenig Geld zu haben. Wer hat dabei gewonnen? Nicht die 20.000, die hier schon leben und bei der Zersiedelung ihrer Naturschutzgebiete zusehen und sich später mit unlösbaren Verkehrsproblemen herumschlagen müssen. Eine sehr bedauerliche Entwicklung. Vom Reiz unserer Umgebung wird wenig übrigbleiben.

Eberhard Brucker