Neues Viertel beim AOA-Gelände an der Ammerseestraße

Wegen Handwerkerhof 30 % mehr Verkehr auf der Ammerseestraße - Verkehrskonzept fehlt - 17.1.2020

In der Bauausschusssitzung wurde der Handwerkerhof am Penny-Kreisel beraten. Dieser wird den Verkehr auf der Ammerseestraße um fast 30 Prozent ansteigen lassen, so Gemeinderat Moser / GRÜNE.

  • Aber das ist nur der Anfang. Der Supermarkt und die Ansiedlung von bis zu 800 Neubürgern als Zuzüge von außerhalb Gautings auf dem AOA-Gelände werden die Situation noch einmal ganz erheblich verschärfen. Das betrifft nicht nur die Ammerseestraße, sondern auch die Kreuzung am Kriegerdenkmal mit dem neuen Supermarkt im Sontowski-Bau, die Bahnhofstraße und unten den Hauptplatz. Die geplanten Gewerbegebiete im Gautinger Feld bei Asklepios und im Unterbrunner Holz werden die hohe Belastung weiter steigern.

  • Ein Gesamtverkehrskonzept für Gauting liegt nicht vor. CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger arbeitet daran - seit bald 6 Jahren.

AOA / südlicher Teil - Flächentausch zwischen Gemeinde, Kath. Siedlungswerk und Verband Wohnen. Nachtragshaushalt nötig - 17.12.2019

Im Umlegungsverfahren wird die Fläche des südlichen AOA-Geländes unter den 3 Eigentümern: Kath. Siedlungswerk, Verband Wohnen und Gemeinde neu aufgeteilt. Jeder wird ein Drittel der Fläche haben. Die Kosten der Vermessung werden etwa 45.000 Euro betragen.

Die Entscheidung in der Bauausschusssitzung macht einen Nachtragshaushalt notwendig. Von einer Gegenfinanzierung, d.h. was stattdessen eingespart werden soll, war von Seiten der CSU nicht die Rede. Bei Anträgen der Opposition wird dies von der CSU-Bürgermeisterin aber verlangt.

Es stimmten dafür:

CSU: Hofstätter, Jaquet, Klinger, Kössinger, Dr. Kössinger, Platzer
UBG: Eck, Eiglsperger

Es stimmten dagegen:

FDP: Deschler
GRÜNE: Cosmovici
MiFü: Pahl

Das neue Viertel bei AOA und die fehlenden Stellplätze für die Autos - 19.10.2019

Bei AOA wird ein neues Viertel geplant. 304 Wohnungen sollen es lt. der Architekten Hebensperger-Hüther werden. Ebenfalls nach ihren Angaben sind es alles Wohnungen, die 70 bis 80 m2 Wohnfläche haben werden.

Nach der Stellplatzsatzung der Gemeinde müssten damit allein für die 304 Wohnungen x 1,5 Stellplätze/Wohnung = 456 Stellplätze zur Verfügung gestellt werden.

Der Verkehrsplaner Obermeyer entnahm der Planung der Architekten Hebensperger-Hüther 317 Stellplätze für die Wohnungen (Verkehrsuntersuchung v. 24.7.2019, S. 24). Diese Verkehrsuntersuchung wurde von der Bürgermeisterin zur Bauausschusssitzung am 10.9.2019 vorgelegt und veröffentlicht.

  • Es fehlen also 139 Stellplätze, d.h. jeder dritte. Man kann jetzt schon sagen: Solange die Stellplatzsatzung auch für diese Planung gilt, solange wird diese Planung vom staatlichen Bauamt in Weilheim nicht genehmigt.

  • Sollte die Satzung mit Hilfe juristischer Kniffe außer Kraft gesetzt werden, dann müssten sich die heutigen Anwohner darauf einstellen, dass ihre engen Straßen: Paul-Hey, Günter-Caracciola, Pötschener und Danziger Straße, in Zukunft zugeparkt sein werden.

Wer soll in dem neuen Viertel bei AOA wohnen? Gautinger oder Auswärtige? Die Gemeinde hat kaum Einfluss darauf. - 10.10.2019

Bei AOA werden die 44 Einzelhäuser, die auf dem Grund der Gemeinde entstehen sollen, sicherlich so teuer verkauft, dass sie für Erzieherinnen und Polizisten nicht in Frage kommen. Wer in die 100 Wohnungen der Firma Diehl bei AOA einziehen wird, kann die Gemeinde nicht beeinflussen. Verband Wohnen und Katholisches Siedlungswerk sollen jeder weitere 80 Wohnungen bauen. Auf der Bürgerversammlung am 7. Oktober konnte man den Worten der Bürgermeisterin entnehmen: Wer in die Wohnungen der beiden Verbände einziehen darf, kann die Gautinger Verwaltung auch kaum beeinflussen.

  • Beim Verband Wohnen und seinen 80 Wohnungen hätten die anderen Gemeinden im Kreis Starnberg beim Erstbezug ein 80%iges Belegungsrecht, Gauting damit nur eines von 20 %. D.h. die Gemeinde kann also nur bei 16 Wohnungen entscheiden, wer einzieht. Wenn jemand ausziehe, dann liege die Folgebelegung zu 100 % bei Gauting. Nachdem es aber mietgünstige Wohnungen sein werden, ist nicht damit zu rechnen, dass die Erstbezieher so schnell wieder ausziehen werden. Gautingern kommen diese Wohnungen also kaum zugute.

  • Das Katholische Siedlungswerk halte sich bei der Belegung seiner 80 Wohnungen an das Landratsamt. Ob hier die Gautinger Bewohner zum Zuge kommen, ist damit auch nicht gesichert.

Ob auch für Auswärtige gebaut werden soll, ist im Gemeinderat umstritten. Einigkeit herrscht nur zu denen, die in Gauting arbeiten und deswegen hierher umziehen wollen.

Nachdem die Bürgermeisterin nur über die Belegung von 5 % der Wohnungen entscheiden kann, hat sie vorsichtshalber schon einmal eine grosse Anzeige schalten lassen. Diese wandte sich im Grunde an Auswärtige, denn was hier zu Gauting geschrieben wird, das wissen wir Gautinger schon längst.

Die Anzeige: Anzeige, SZ v. 12.7.2019

Ein Münchner Stadtteil für das grüne Gauting - 9.10.2019

Die Bürgermeisterin stellte auf der Bürgerversammlung am 7. Oktober ihre Arbeit vor, so auch einmal mehr ihre Planung zu dem Bauvorhaben zwischen Ammersee- und Pötschenerstraße beim AOA-Gelände.

Ein Stadtteil für das grüne Gauting

© Süddeutsche Zeitung

  • Deutlicher kann man es nicht zeigen:
    Es wird ein massiv bebauter Stadtteil mitten im grünen Gauting, so wie man sie in München sehen kann. Er fällt mit seinen wuchtigen Gebäuden völlig aus dem Rahmen der Bebauung, die wir bislang in Gauting sehen können.

Diese dichte Bebauung wird mit fehlenden mietgünstigen Wohnungen begründet. Erzieherinnen, Polizisten, Feuerwehrleute suchten günstige Wohnungen. Erwachsene Kinder wollten endlich aus den elterlichen Wohnungen ausziehen. Dazu gebe es rund 70 in Gauting wohnende Personen, die einen Wohnberechtigungsschein hätten. Diese hofften auf eine günstige Wohnung. (Es werden auch mal rund 240 Scheininhabern genannt, bei denen auch die dabei sind, die erst noch nach Gauting ziehen wollen.)

Diese Beispiele stimmen sicher, nur wie viele Menschen nun wirklich aktuell auf der Suche sind, wurde bislang nicht genannt. Und damit weiss man auch nicht, ob sie die 800 Bewohner sind, für die dieser Stadtteil gebaut werden soll.

Oder soll hier etwa für München gebaut werden? Frau Dr. Kössinger spricht häufig vom Wohnungsmangel im Münchner Raum. Nur dieses Problem kann Gauting nicht lösen, egal, wie viele Wohnungen man hier auch bauen würde. Solange München und die Randgemeinden weiter ungebremst Gewerbe ansiedeln, solange wird das Wohnungsproblem weiter bestehen. - Und Bürgermeisterin, CSU und UBG aus Gauting gehören mit den drei von ihnen geplanten 42 Hektar großen Gewerbegebieten auch dazu. Mit ihnen sollen bis zu 7.000 zusätzliche Beschäftigte in unsere Gemeinde gezogen werden.

Die geplante Bebauung bei AOA ist zu dicht. Lärm, Schatten und zugeparkte Straßen werden nicht nur die neuen Bewohner, sondern auch die heutigen Anwohner ringsherum stark belasten und den nachbarschaftlichen Frieden in diesem Viertel gefährden. Der Wohnungsmangel, wenn er denn in Gauting wirklich so gross ist, ist keine Begründung für ein solch dichtes Bauen. Ein Problem zu beseitigen, indem man damit gleichzeitig ein neues schafft, ist unsinnig.

Vernünftig wäre es, dem Vorschlag der fünf Gruppierungen im Gemeinderat: Soziale Ökologen, GRÜNE, Piratenpartei, FDP, MiFü zu folgen. Sie schlagen eine Begrenzung auf 180 Wohnungen vor. Hinzufügen muss man noch: auf 16.000 m2 Geschossfläche, um sicherzustellen, dass mietgünstige Wohnungen entstehen. Sollte sich später herausstellen, dass wirklich noch mehr Wohnungen gebraucht werden, dann müssten diese eben an einer anderen Stelle gebaut werden.

Entschieden ist noch nichts. Es lohnt sich immer noch, sich für eine vernünftige Lösung einzusetzen!

AOA - Neuer Höchststand: 304 Wohnungen geplant - 1.10.2019

Zur Bauausschusssitzung am 10. September wurde eine Verkehrsuntersuchung vom 24. Juli 2019 bekannt. In ihr ist unter Berufung auf den Architekten Hebensberger-Hüther angegeben, dass jetzt 304 Wohnungen auf dem Gelände zwischen Ammersee- und Pötschenerstraße geplant sind. Der Verkehrsplaner geht desweiteren davon aus, dass die Planung 2.850 zusätzliche Fahrzeugbewegungen auf der Ammerseestraße auslösen wird.

Die Anzahl der Wohnungen steigt immer weiter und damit die Anzahl der Menschen, die hier angesiedelt werden sollen.

Die Entwicklung:

  • 90 Wohnungen im heutigen Bebauungsplan
  • 180 Wohnungen Mai 2018, Hepensberger-Hüther gewinnt damit Architekten-Wettbewerb
  • 264 Wohnungen Mai 2019
  • 290 Wohnungen 5. September 2019
  • 304 Wohnungen 10. September 2019

Es werden mindestens 800 Bewohner werden. Markus Deschler / FDP-Gemeinderat geht sogar von 900 Personen aus.

CSU-Bürgermeisterin behindert Opposition im Gemeinderat! Antrag gegen die massive Bebauung bei AOA verschleppt! - 12.9.2019

Die Parteien und Gruppen "Soziale Ökologen", GRÜNE, Piratenpartei, FDP und MiFü hatten einen Antrag eingereicht, um die massive Bebauung beim AOA-Gelände zwischen Ammersee- und Pötschenerstrasse von 290 auf 180 Wohneinheiten zu begrenzen.

Stephani Pahl / Gemeinderätin MiFü beschwerte sich in der Sitzung des Bauausschusses am 10. September, dass der Antrag bereits am 12. Juni eingereicht worden sei, aber erst jetzt, nach 3 Monaten, auf der Tagesordnung stehe. CSU-Bürgermeisterin Kössinger behauptete daraufhin, dass die Einreichung nicht fristgerecht erfolgt sei.

Tatsache ist:

Eingereicht wurde am 12. Juni. Erst am 21. Juni lief die Einreichungsfrist für die nächste Bauausschußsitzung am 23. Juli ab. Soweit zum Thema Wahrheit und Klarheit, was ein bezeichnendes Licht auf Atmosphäre und Zusammenarbeit im Gemeinderat wirft - geprägt durch die CSU-Bürgermeisterin und die CSU-Mehrheit.

Eine Anwohnerin, die das allererste Mal an einer Sitzung im Rathaus teilgenommen hat, schildert ihre Eindrücke:

"Aufgefallen ist mir, wie professionell und zum Teil sehr abweisend und abwertend Frau Dr. Kössinger die Sitzung leitete. Es waren Sachverständige, ein Rechtsanwalt und sonstige Gäste eingeladen, die alle nur Frau Dr. Kössinger unterstützten und das Bauvorhaben in den rosigsten Tönen schilderten.

Es waren keine Sprecher eingeladen, die Zweifel an dem großen Bauvorhaben anmelden könnten, wie der Gewerbeverein ZfG oder Verkehrsfachleute. Auch der preisgekrönte erste Bauplan von 2018, in dem weniger Wohneinheiten eingezeichnet waren, wurde nicht gezeigt.

Sämtliche Anträge und Einwände von Gemeinderatsmitgliedern, die nicht mit Frau Dr. Kössinger einer Meinung waren, wurden mit Konjunktiven, wie: "das könnte rechtliche Folgen haben", "das stille Gewerbe dürfte sich nicht rentieren", usw. sofort weggewischt.

Mir wurde nach dieser für mich ersten Sitzung nur bewusst, wie wenig ich von den Absichten der Bürgermeisterin und Ihren Anhängern habe. Die Gemeinde Gauting nimmt auf die Bedenken und Ängste Ihrer Bürger keine Rücksicht!"

Erinnerung:

  • Die Gautinger Wählerinnen und Wähler haben bei den Gemeinderatswahlen am 15. März 2020 das letzte Wort.

Bauausschuss will maximale Bebauung bei AOA. CSU und UBG verweigern einen Kompromiss! - 11.9.2019

Der Bauausschuss tagte gestern zum Bebauungsplan am AOA-Gelände zwischen Ammersee- und Pötschenerstrasse. Die Parteien und Gruppierungen: Soziale Ökologen, Piratenpartei, FDP und MiFü hatten den Antrag eingebracht, um die Bebauung auf 180 Wohneinheiten zu begrenzen. Der Antrag war bereits im Juni eingereicht, aber erst jetzt, nach drei Monaten von der Bürgermeisterin auf die Tagesordnung gesetzt worden. CSU und UBG stimmten den Antrag nieder und beschlossen auch gleich, die Beratungen über den zugehörigen Rahmenplan zu beenden.

Gauting AOA Planungsmodell

©H2R Architekten und Stadtplaner

Markus Deschler / FDP-Gemeinderat begründetete den Kompromissantrag. Er verwies zunächst darauf, dass sich die Anwohner nicht gegen jede Bebauung sträubten, sondern gegen die grosse Anzahl an Menschen, die dort wohnen sollen, was die Infrastruktur völlig überfordern würde. Bislang sprachen die Architekten von 264 Wohneinheiten, aber inzwischen hört man sogar von bis zu 300. D.h. bis zu 900 Menschen sollen dort angesiedelt werden, was Anwohner und Infrastruktur völlig überfordern würde. Deswegen hätten die vier Gruppierungen im Gemeinderat diesen Antrag gestellt, der die Bebauung auf 180 Wohnungen begrenzen würde und so ein guter Kompromiss sei.

CSU-Bürgermeisterin Kössinger ließ zur Untermauerung ihrer Planung etliche Experten auftreten:

Der Rechtsanwalt der Gemeinde führte aus: Eine Begrenzung der Bebauung auf 180 Wohneinheiten im Rahmen eines vorhabenbezogenen Bebauungsplnas sei möglich, eine Beschränkung auf die Ansiedlung stillen Gewerbes statt eines zweiten Supermarktes nur wenige hundert Meter vom Supermarkt beim Bahnhof entfernt schwierig. Er sprach aber nicht von unmöglich.

Der beauftragte Architekt Hans-Peter Hebensperger-Hüther hielt einen langen Vortrag über Geschoßzahlen, nicht genau ermittelbare Wohneinheiten und empfahl die Verwendung der Geschoßzahl, um über die Dichte der Bebauung zu reden. Er behauptete, dass die Firma DIEHL, Eigentümer des AOA-Grundstückes, einen Betrieb mit 450 bis 500 Beschäftigten ansiedeln würde, wenn ihr der Bau von Wohnungen nicht gestattet würde. - Eine realitätsferne Behauptung, denn kein Betrieb dieser Größe würde mitten in einem Wohngebiet ein neues Betriebsgebäude errichten, denn Vergrösserungen wären in der Zukunft völlig ausgeschlossen. Ganz abgesehen von den ständigen Reibereien mit den Anwohnern. - Hebensperger-Hüther sprache von einem nördlichen (AOA) und einem südlichen Teil (Verband Wohnen, Kath. Siedlungswerk Gemeinde) des Geländes. Er wollte dann nur auf dem südlichen Teil eine Gegenüberstellung der Anzahl der Wohnungen - heutige gegenüber neuer Planung - zulassen. Der hohe Anstieg der geplanten Wohneinheiten fällt dann gegenüber dem heutigen Bebauungsplan etwas niedriger aus.

Markus Deschler / FDP ließ sich auf diese Spitzfindigkeit nicht ein. Der heutige Bebauungsplan für das gesamte Gelände sieht 90 Wohnungen vor und denen stehen die geplanten 264 gegenüber. Er wies auch zu Recht daraufhin, dass es letztlich nicht um Geschosszahlen gehe, sondern darum, in wie vielen Wohneinheiten wie viele Menschen angesiedelt werden sollen. Viele Zuhörern applaudierten spontan, was ihnen aber auch sofort eine Rüge der Bürgermeisterin eintrug.

Die beiden Vertreter vom Verband Wohnen und dem Kath. Siedlungswerk sahen es eher gelassen, wie viele Wohnungen gebaut werden können. Der vom Kath. Siedlungswerk meinte: "Man kann auch mit dem alten Plan leben." Er verstieg sich dann zwischendrin nur zu der Behauptung, dass sie Wohnungen mit 150 qm bauen müssten, wenn ihnen die Anzahl der Wohnungen beschränkt werde. Diese seien aber nicht mehr kostengünstig, weil nicht mehr vom Staat gefördert, zu vermieten. - Niemand hatte verlangt, große Wohnungen zu bauen, sondern es ging immer darum, weniger Wohnungen und damit weniger Menschen auf diesem Gelände anzusiedeln. Man kann also weiterhin kleinere und damit kostengünstig zu vermietende Wohnungen bauen, ganz entsprechend des Geschäftsauftrages des Kath. Siedlungswerks.

Wer später in die Wohnungen der beiden Verbände einziehen darf, kann die Gautinger Verwaltung kaum beeinflussen. Beim Verband Wohnen hätten die anderen Gemeinden in Kreis beim Erstbezug ein 80%iges Belegungsrecht, Gauting damit nur eines von 20 %. Die Folgebelegung liege dann zu 100 % bei Gauting. Nachdem es aber mietgünstige Wohnungen sein werden, ist nicht damit zu rechnen, dass die Erstbezieher so schnell wieder ausziehen werden. Gautingern kommen diese Wohnungen also kaum zugute. Das Siedlungswerk halte sich an das Landratsamt. Ob hier die Gautinger Bewohner zum Zuge kommen, ist also auch nicht gesichert.

Ob auch für Auswärtige gebaut werden solle, war umstritten. Die CSU-Bürgermeisterin war nicht eindeutig dagegen. Gemeinderäte sahen dies nicht als Gautinger Aufgabe an. Einigkeit herrschte nur zu denen, die in Gauting arbeiten und hierher umziehen wollen.

Heinz Moser / GRÜNE-Gemeinderat fragte, warum hier nur Experten auftreten, die für diese überzogene Planung sprächen. Warum wurde nicht der Gautinger Gewerbeverein eingeladen, der sich sehr kritisch gegen diese Planung geäußert hatte? Es gehe um die kleinen, aber wichtigen Geschäfte am Pippinplatz. Bürgermeisterin Kössinger erspähte den Vertreter des Gewerbevereins unter den Zuhörern und lud ihn ein, sich zu äussern. Er lehnte dies aber ab, denn er sei zum einen nicht vorbereitet und müsste sich zum anderen auch zuerst mit seinen Mitgliedern abstimmen. Befürworter und Nutzniesser dieser überzogenen Planung wurden geladen, kritische Experten waren nicht erwünscht.

Nach stundenlangen Vorträgen und Erörterungen führte Britta Hundesrügge / FDP-Gemeinderätin die Diskussion wieder auf ihre Kernfrage, um die es eigentlich ging, zurück: Wie soll Gauting sich entwickeln? Städtisch wie München oder eher ländlich wie Gauting heute ist? Wie viele Menschen sollen einmal in diesem neuen Viertel leben? 600? 700? Wie sehen die Auswirkungen auf die Umgebung aus?

Die Vertreter von CSU und UBG gingen aber einmal mehr nicht auf diese Kernfrage ein. CSU-Bürgermeisterin Kössinger ließ abstimmmen: Mit 8 gegen 5 Stimmen wurde der vorgeschlagene Kompromiss auf 180 Wohneinheiten niedergestimmt.

Dagegen:
CSU: Kössinger, Klinger, Vilgertshofer, Jaquet, Hoegner, Hofstätter
UBG: Eck, Eigelsberger

Dafür:
Soziale Ökologen: Lüst
GRÜNE: Cosmovici, Moser
FDP: Deschler
MiFü: Pahl

Wie Herr Eck doch einmal zur CSU sagte, als diese den sicheren Radweg beim Sontowski-Bau an der Bahnhofstrasse verweigerte: "An dieser Lösung wird man keine Freude haben!"

Wohnbebauung bei AOA auf 180 Wohneinheiten begrenzen. Antrag Soziale Ökologen, GRÜNE, Piratenpartei, FDP, MiFü - 10.9.2019

Der Bauausschuss möchte folgende Änderungen der geplanten Bebauung im Umgriff des Bebauungsplanes 100 und des Gelände des AOA-Apparatebaus beschließen:

  1. Die geplanten Wohneinheiten im gesamten Umgriff sollten auf maximal 180 begrenzt werden.

  2. Die Etagenzahl der Wohnhäuser sollte von Osten nach Westen erhöht werden, wobei das an der Günther-Caracciola-Strasse liegende Gebäude maximal E+2 aufweisen soll.

Der Antrag im Wortlaut: Gauting Bauausschußsitzung 2019-09-10 Antrag für Begrenzung auf 180 Wohnungen (PDF, 619 kB)

Phalanx gegen Bebauungsplan 100. Initiative will Wohneinheiten am AOA-Gelände begrenzen - 5.9.2019

Kritik und Proteste vor allem der Anwohner zeigen Wirkung. Im Gemeinderat will jetzt ein breites Bündnis von Sozialen Ökologen (Christiane Lüst und Hans Wilhelm Knape), GRÜNEN, Piratenpartei, FDP und MiFü82131 die Bebauung am AOA-Gelände zwischen Ammersee- und Pötschenerstraße auf maximal 180 Wohneinheiten begrenzen. Unser Flugblatt mit unseren Vorschlägen und Forderungen an alle Haushalte hat bei der Aufklärung der Bürgerschaft geholfen, denn von der erheblichen Zunahme des Verkehrs auf der Ammerseestraße sind wir zum Schluß alle betroffen. (Vorschläge und Forderungen der SPD zur Planung bei AOA) v. 1.7.2019

Am Dienstag, den 10. September wird um 19 Uhr 30 ihr Antrag im Gemeinderat behandelt. Ein Besuch der öffentlichen Sitzung ist sehr zu empfehlen!

Gauting AOA Planungsmodell

©H2R Architekten und Stadtplaner

Der kritisierte Bebauungsplan sieht für die 2,8 Hektar große Fläche bis zu 290 Wohneinheiten vor. Im heute immer noch gültigen Bebauungsplan sind nur 90 Wohneinheiten vorgesehen. Die große Anzahl der 290 Wohneinheiten wird unter Hinweis auf die sich drastisch verschlechternde Wohnqualität im ganzen Viertel und die erhebliche Zunahme des Verkehrs abgelehnt. Die 180 Wohneinheiten seien ein guter Kompromiss.

Vollständiger Artikel: Cless-Wesle, Christine: Phalanx gegen Bebauungsplan 100. Initiative will Wohneinheiten begrenzen, Starnberger Merkur v. 5.9.2019

AOA - Anträge im Gemeinderat gegen die Planung - Nehmen Sie an der Sitzung teil! - 4.9.2019

Mehrere Fraktionen haben Anträge gegen die bisherige Planung zum Gelände bei AOA zwischen Ammersee- und Pötschenerstraße eingebracht. Am 10. September um 19 Uhr 30 berät der Bauausschuss im Ratssaal darüber.

Allen Kritikern sei empfohlen, an der öffentlichen Sitzung teilzunehmen.

Die Sozialen Ökologen (Christiane Lüst und Hans Wilhelm Knape) wollen das neue Quartier zu einem CO2-freien Quartier machen. Die Fraktion MiFü82131 will keinen Supermarkt, sondern nicht produzierendes Gewerbe auf dem Grund des ehemaligen Apparatebaues. Und die Fraktionen: Soziale Ökologen, GRÜNEN, Piratenpartei, FDP und MiFü82131 wollen zusammen eine Beschränkung der Bebauung auf dem ganzen Gelände zwischen Ammersee- und Pötschenerstraße durchsetzen.

Rathaus sucht neue Bewohner für AOA-Gelände von außerhalb - 18.7.2019

Gautinger Gemeindeverwaltung und Gewerbetreibende ließen eine dreiseitige Anzeige in der SZ v. 12.7.2019 abdrucken. „Streifzug durch Gauting“ war die Überschrift. Die Bürgermeisterin stellt Gauting mit seinen immer noch vorhandenen Vorzügen vor und richtet sich mit ihren Worten erkennbar an Menschen, die nicht in Gauting wohnen. Man versteht zunächst den Grund nicht so ganz, denn die Gautinger kennen doch eigentlich Gauting ganz gut.

Warum werden dann trotzdem Steuergelder für eine so große Anzeige ausgegeben? Verständlich wird es erst, wenn man sich an das große Bauprojekt beim AOA-Gelände an der Ammerseestraße erinnert. Dort sollen einmal zwischen 700 (Architekt) und 900 (Markus Deschler, FDP-Gemeinderat) Menschen wohnen. Nachdem wir in Gauting aber keine 900 Wohnungssuchenden haben, muss man sie auswärts suchen. D.h. die CSU braucht für ihre massive Bauplanung den Zuzug von Auswärtigen, um einen späteren Leerstand zu verhindern.

Nur, von wem und für wen wurden Bürgermeisterin und Gemeinderat gewählt? Wessen Interessen stehen im Vordergrund? Die der Einheimischen, die später mit vielen Millionen für den Ausbau der Schulen und Straßen aufkommen müssen, der Anwohner, von denen viele künftig im Schatten leben müssen und aller Verkehrsteilnehmer, die auf der Ammersee- und Bahnhofstraße in noch längeren Staus stecken bleiben werden? Warum plant man die Bebauung nicht angepasst an die Gautinger Verhältnisse und damit kleiner und zum Wohle aller?

Eberhard Brucker

Die Anzeige: Anzeige, SZ v. 12.7.2019

Vorschläge und Forderungen der SPD zur Planung bei AOA - 1.7.2019

Die Vernunft muss Vorfahrt bekommen!

  • Kein zweiter Vollsortimenter, sondern weiterhin Gewerbe auf dem AOA-Grund
  • Beschränkung auf 15.000 m2 und maximal vierstöckige Häuser
  • Verpflichtung zu preisgünstiger Vermietung mit maximal 10 €/m2
  • Gemeindegrund darf nur in Erbpacht abgegeben werden.

Die Architekten preisen ihren Entwurf mit den eigenen stark verdichteten Bauten in München an. Nur wir sind hier nicht in München und wir wollen auch nicht wie München werden!

Bewohner und Anrainer haben eine bessere Wohnqualität verdient!

Vollständiger Artikel: Vorschläge und Forderungen der SPD zur Planung bei AOA

Angst vor zu viel Zuzug - 21.6.2019

Anwohner des Bereichs am sogenannten Bebauungsplan 100 in Gauting stehen dem Wohnungsbauvorhaben weiter kritisch gegenüber.

Vollständiger Artikel: Cless-Wesle, Christine: Angst vor zu viel Zuzug, Starnberger Merkur v. 21.6.2019

Gewerbeverband fürchtet um die Existenz des Einzelhandels am Pippinplatz - 5.6.2019

Seit die Gemeinde die aktuellen Pläne für eine neue Wohnsiedlung und einen Supermarkt im Westen von Gauting vorgestellt hat, wird die Kritik an diesem Großprojekt lauter.

Der örtliche Gewerbeverband "Zusammen für Gauting" (ZfG) befürchtet Nachteile für den Einzelhandel im Ort, wenn an der Ammerseestraße ein weiterer Supermarkt öffnet. Wolfgang Bertol vom ZfG-Vorstand hält es für sinnvoller, dort Platz für heimisches Handwerker zu schaffen. Die Kritik des Gewerbeverbands zielt vor allem auf den Supermarkt, der entstehen soll. Bertol prophezeit: "Mit Sicherheit wird das Umsatzrückgänge für alle Geschäfte am Pippinplatz mit sich bringen." Er befürchtet, dass diese Geschäfte dann nicht mehr existieren können.

Vollständiger Artikel: Berzl, Michael: Zu viel Wohnungsbau, SZ v. 5.6.2019

Es kann wieder nicht groß genug werden! - 3.6.2019

Das Gautinger Rathaus zeigte die Planung für ein neues Viertel am AOA-Gelände. Gemeinde, Verband Wohnen und Kath. Siedlungswerk könnten jetzt bauen, so die Aussage. Dabei hätte man schon seit langem 14.000 qm Wohnfläche bauen können. Das ist aber Bürgermeisterin und CSU nicht genug. Jetzt werden 27.000 qm geplant. Statt 140 Wohnungen soll es mit 264 fast doppelt so viele werden. Wie dicht sollen denn die Bewohner noch aufeinandersitzen, von den Anwohnern ganz zu schweigen? Wo bleibt die Wohnqualität?

Die Rüstungsfirma Diehl, der das AOA-Gewerbegebiet gehört, darf aus Gewerbefläche Wohnfläche samt Supermarkt machen. Diehl kann so erheblich teurer verkaufen. Dabei ist ortsnahes und dezentrales Gewerbe für Gauting sehr wichtig. Ein verteilter Verkehr entlastet. Dieses Gewerbegebiet könnte viel schneller Gewerbesteuer einbringen, anstatt viele Jahre auf Einnahmen aus den geplanten Gewerbegebieten mitten in den Landschaftsschutzgebieten zu warten. Ein Supermarkt entsteht an der Bahnhofstraße. Zwei Supermärkte nur wenige hundert Meter voneinander entfernt. Wozu?

Bürgermeisterin und CSU kann es wieder einmal nicht groß genug werden. Der Klotz am Hauptplatz durfte noch breiter und höher gebaut werden als ursprünglich geplant. Sontowski baut so massiv, weil die Gemeinde ihm zu viel Grund verkaufte, denn für einen sicheren Radweg an der Bahnhofstraße ist kein Platz mehr, was Frau Kössinger im Nachhinein selber feststellte. Mit den geplanten Gewerbegebieten von 420.000 qm will man die Gewerbefläche in Gauting verdoppeln, mit bis zu 7.000 neuen Pendlern bei 20.000 Bewohnern! Viele werden hier wohnen wollen. Die massiven Auswirkungen auf Verkehr und Mieten werden konsequent verschwiegen. Jetzt noch ein Verkehr von mindestens 700 Bewohnern bei AOA. Der Architekt preist den Entwurf mit seinen stark verdichteten Bauten in München an. Nur wir sind hier nicht in München und wir wollen auch nicht wie München werden!

Eberhard Brucker

Der Bebauuungsplan 100 zum AOA-Gelände treibt die Gautinger um - 29.5.2019

Die Planer Professor Hans-Peter Hebensperger-Hüther und seine Frau Sibylle Hüther erläutern den aktuellen Entwurf für den Rahmenplan 100 für das ehemalige Apparatebaugelände an der Ammerseestraße und die angrenzende Wiese.

Im Vergleich zum ursprünglichen Wettbewerbsergebnis wurde die Geschossfläche erhöht, räumte der Stadtplaner ein. Frühestens Ende 2020 sei der neue Plan in trockenen Tüchern, erklärte die Bürgermeisterin.

Die Kritiker sind deutlich:

Markus Deschler, FDP-Gemeinderat: "Bei der Wettbewerbs-Auslobung [der Gemeinde] waren es 90 Wohnungen. Jetzt steigt die Anzahl auf bis zu 264. Damit überspannt die Gemeinde die Toleranz der Anwohner. Den Zuzug von 800 bis 900 Personen finde ich einfach zu viel."

Hans Aulinger: "In den Plan wurde immer mehr reingepresst und verdichtet. Das Verschattungsszenario, das der Stadtplaner zeigt, ist sehr wichtig. Mein Bungalow wird im Hochsommer im Schatten stehen. Ausgerechnet am 21. Dezember, mittags um 12 Uhr, wenn die Sonne am höchsten steht, demonstriert uns der Architekt die Sonneneinstrahlung. Für wie dumm halten die uns eigentlich?"

Dieter Amman: "... für die geplanten 250 Wohneinheiten muss die Gemeinde auch Infrastruktur wie Kindergarten zahlen. Auch an der Parkstraße wird gerade mit zehn Häusern verdichtet. Und neben Asklepios entsteht ein neues Gewerbegebiet: Die Ammerseestraße mit der engen Unterführung wird künftig blockiert sein."

Vollständiger Artikel: Cless-Wesle, Christine: "Infomarkt für Rahmenplan weckt Interesse", Starnberger Merkur v. 29.5.2019

Ein neuer Ortsteil - 29.5.2019

Als würde der komplette Ortsteil Königswiesen neu hinzukommen. Das ist die Größenordnung beim Bevölkerungszuwachs für Gauting, um die es bei dem geplanten Neubaugebiet zwischen der Ammerseestraße und der Pötschener Straße geht.

In der geplanten Siedlung soll Wohnraum für etwa 700 Menschen entstehen. Mehrfamilienhäuser mit bis zu fünf Stockwerken sind vorgesehen. Nachbarn kritisieren die viel zu dichte Bebauung und befürchten Verkehrsprobleme. Um eine Vorstellung von der hohen Wohndichte auf künftig knapp drei Hektar zu geben, wird der Vergleich zu Königswiesen gezogen. Dort wohnen etwa genau so viele Einwohner, aber auf 28 Hektar. Interessenten aus Nachbargemeinden kamen zum Infoabend, die sich vorstellen könnten, in eines der geplanten Häuser einzuziehen.

Vollständiger Artikel: Berzl, Michael: Ein neuer Ortsteil, SZ v. 29.5.2019

Neues Viertel bei AOA: immer dichter, immer höher - 23.5.2019

Mit jeder Planungsrunde wird das Bauvorhaben am Apparatebaugelände (AOA) immer höher und immer dichter. Inzwischen sind fünf Stockwerk hohe Häuser vorgesehen. Bürger kritisieren den Anstieg des Verkehrs und die Verschattung ihrer Häuser. Frau Eva-Maria Klinger, CSU-Gemeinderätin: "Auch wenn es für die Anwohner hart ist: Wir brauchen auf der Wiese geförderten Wohnraum."

Gauting AOA Vergleich der Planungen

Der heutige Bebauungsplan erlaubt den Bau von 14.000 qm Geschossfläche für Wohnen bzw. 90 Wohnungen (Markus Deschler, FDP-Gemeinderat).

Der Sieger des Wettbewerbes sieht 24.500 qm Geschossfläche für Wohnen bzw. 180 Wohnungen vor.

Die Überarbeitung es Siegerentwurfes kommt nun auf 26.400 qm Geschossfläche für Wohnen bzw. 264 Wohnungen.

Wieviel wird es wohl bei der nächsten Überarbeitung sein?

Ausführlich: Cless-Wesle, Christine: "Planentwurf berücksichtigt Bürgerwünsche", Starnberger Merkur v. 23.5.2019

AOA-Gelände: Sieger im Architekten-Wettbewerb. 180 Wohnungen und Supermarkt auf 2,8 Hektar - 3.5.2018

Den Realisierungswettbewerb zur Bebauung des AOA-Geländes zwischen Ammersee- und Pötschenerstraße gewann Architekt Hebensperger-Hüther. Sein Entwurf sieht 180 Wohnungen auf 2,8 Hektar vor.

Vollständiger Artikel: Mamer, Blanche: Gauting plant nächstes Quartier - diesmal 180 Wohnungen und Supermarkt. Die Ergebnisse des städtebaulichen Wettbewerbs für das ehemalige AOA-Gelände stehen fest. Vorgesehen sind große Baukörper. Nicht allen Anliegern gefällt das. SZ v. 3.5.2018

SPD tritt weiterhin für Gewerbe auf dem AOA-Gelände (Apparatebau) ein - 7.11.2017

In einer kritischen Debatte im Gemeinderat über ein neues Gewerbegebiet am Penny-Kreisel trat die SPD dafür ein, dass das AOA-Gelände an der Ammerseestrasse weiterhin für Gewerbe genutzt werde sollte. Wir scheiterten mit unserer Forderung an der CSU-Mehrheit im Gemeinderat.

Die Zukunft der Ammerseestrasse: Noch mehr Verkehr, noch mehr Lärm? - 15.5.2017

Auf dem Gelände der Firma Apparatebau (AOA) in der Ammerseestrasse soll ein weiterer Vollsortimenter-Supermarkt gebaut werden. Die SPD lehnt diese Pläne ab.

Die Zukunft der Ammerseestrasse

Tatsachen zu AOA - 27.3.2017

Die Firma AOA hat 2015 den Standort an der Ammerseestraße verlassen. Um den Umzug nach Oberpfaffenhofen zu finanzieren, strebte sie eine Nutzungsänderung für die alte Fläche in Wohngebiet an. Es wurde auch angedeutet, dass sie im Falle, dass das Gebiet als Gewerbefläche erhalten bleibt, die Fläche brach liegen lassen würden. Dies wurde noch vom alten GR abgelehnt. Der alte Bebauungsplan (BP) von 2002 wurde überarbeitet. Der Ostteil der Fläche zwischen Günther-Carraciola-Straße und Pötschener Straße wurde gesondert bearbeitet und ausgelegt.

Die Gemeinde hat, nachdem AOA einer Mischnutzung zugestimmt hat, einen Ideenwettbewerb ausgelobt und die CIMA beauftragt, die Wirtschaftlichkeit eines Supermarktes von 1200 qm (das wäre dann der 7. im Kernort) zu ermitteln. Zukunftstrends wie das Supermarktsterben durch aufkeimenden Online-Handel wurden nicht berücksichtigt, auch über die Verkehrsentwicklung wurde keine Aussage getroffen. Ein weiterer Supermarkt entsteht auf dem alten Grundschulgelände, die Entfernung zum AOA-Grundstück beträgt 1 km. Zusammen mit diesem ist davon auszugehen, dass im Hauptort Gauting ca. 10 % - 15 % des Umsatzes der bereits vorhandenen Supermärkt an die neuen Standorte abfließen.

Nach Einsicht in den alten Bebauungsplan, das Lärmschutzgutachten des Ing.Büros Greiner (Aug.2012) und der Stellungnahme hierzu vom LRA, Emmissionsschutzstelle, Frau Nagel (Mai 2013), ergibt sich folgender Sachverhalt:

Ausschlaggebend für das Aussetzen der Überarbeitung des BP 100 war wohl die Stellungnahme von Frau Nagel, LRA, die darin ausführte, dass das Gutachten Greiner in diesem Zusammenhang nicht zielführend wäre und die darin vorgeschlagenen Lärmkontingente abgelehnt würden. Die im alten BP 100 aufgeführten Kontingente betragen 58 dB tagsüber und 43 dB nachts. Das Ing.Büro hat 55 dB tagsüber und 40 dB nachts angesetzt. Die Schallemissionen durch den Verkehrslärm der nördlich gelegenen Ammerseestraße wurden auf der Basis 8.250 Fahrzeuge wie folgt ermittelt: 60,7 dB tagsüber und 52,8 dB nachts. Im alten Bebauungsplan war eine 9 m hohe Schallschutzmauer in Form einer Parkgarage gefordert.

Der Status als dauerhafte Gewerbefläche ist im alten BP gegeben. Die östliche Fläche des Plangebietes befindet sich im Eigentum des Kath. Siedlungswerkes und sollte flächengleich im westlichen Teil mit einer Gemeindefläche getauscht werden. Größenordnung 5300 qm. Bei einer Zugrundelegung für Bauland von 1200 €/qm könnten hier bei Vermarktung durch die Gemeinde von ca. 6,3 Mio € erzielt werden. Der Zeitraum von der Auslegung des Bebauungsplans bis zu einem möglichen Verkauf liegt bei ca. 2–3 Jahren. Für diesen östlichen Teil wurde der Bebauungsplan bereits ausgelegt. Allerdings ist noch eine Abstimmung mit dem Würmtalzweckverband wegen der Erschließung notwendig.

Das Projekt wurde am Anfang der jetzigen Ratsperiode zunächst nicht weiterverfolgt, es hätten die Verhandlungen mit dem Kath. Siedlungswerk vertieft und zu einem Abschluss gebracht werden müssen. Hauptknackpunkt war wohl die Stellungnahme des LRA zum Lärmschutz sowie die Haltung AOA. Bei einer Weiterverfolgung „Erhalt als Gewerbefläche“ hat Frau Nagel darin darauf hingewiesen, dass eine schalltechnische Verträglichkeitsuntersuchung notwendig wäre. Dies wurde nicht gemacht.

Mittlerweile hat sich AOA geäußert, dass sie wohl einer Mischnutzung Wohnen/Gewerbe zustimmen würden.

Die Gemeinde treibt dies nun voran, indem dort ein Supermarkt mit 1200 qm errichtet werden soll zuzüglich Bäcker und Metzger und Wohnungen. Dies würde die Lärmproblematik an der Ammerseestraße durch zusätzlichen Verkehr aus unserer Sicht verschärfen, außerdem wären auch dann Lärmschutzmaßnahmen (Mauer) erforderlich. Für den Edeka-Markt in Stockdorf mit 1625 qm Nettoverkaufsfläche wurden 1200 zusätzliche Fahrzeuge/Tag hergeleitet, mit Apotheke und Getränkemarkt 1865 Kundenfahrten täglich (0,1 je qm Verkaufsfläche und Stunde). Daher ist von erheblichen Verkehrszunahme im vierstelligen Bereich auf der Ammerseestraße auszugehen.

Frau Nagel hat in einem Telefongespräch am 24.03. folgendes gesagt: Wenn die gewerbliche Nutzung nach Bebauungsplan Bestand hat (wurde geprüft, ist so), dann sollte die Gemeinde schauen, welches Gewerbe nach der Baunutzungs-VO möglich ist (leise, gebäudlicher Schallschutz). Reine und allgemeine Wohnbebauung nach § 50 Wohnschutzgesetz (?) in Gemengelage mit Gewerbe: Gewerbe darf nur 5 dB lauter sein wie die Wohnbebauung (tagsüber 60 dB, allgemein 55 dB). Möglichkeiten prüfen, verträgliches Gewerbe anzusiedeln.

AoA wäre nach ihrer Einschätzung Gewerbe nach § 22 BImschG, also nicht genehmigungsbedürftig. Darin ist geregelt:

§ 22 Pflichten der Betreiber nicht genehmigungsbedürftiger Anlagen

(1) Nicht genehmigungsbedürftige Anlagen sind so zu errichten und zu betreiben, dass

  1. schädliche Umwelteinwirkungen verhindert werden, die nach dem Stand der Technik vermeidbar sind,

  2. nach dem Stand der Technik unvermeidbare schädliche Umwelteinwirkungen auf ein Mindestmaß beschränkt werden und

  3. die beim Betrieb der Anlagen entstehenden Abfälle ordnungsgemäß beseitigt werden können.

Auskunft Kreisbauamt / Herr Krüger, 21.03.2017:

Wenn auf der Fläche ein anderes Gewerbe als das bisherige entsteht, dann muss neu verhandelt werden, wenn nicht adäquat das gleiche Gewerbe dorthin kommt. Nach seiner Kenntnis war eine Gemeinschaftsgarage im Anschluss an die Wohnbebauung quer zu AOA vorgesehen (das sind wohl die 9 m). In Anschluss an diese Garage wäre noch eine Teilfläche von einer Länge ca. 10 m mit einer Mauer zu versehen, Höhe ca. 3 m.

Offene Fragen:

  • Warum hat die Gemeinde nicht die Überarbeitung des BP 100 zügig vorangetrieben.
  • Warum wurde kein schalltechnisches Gutachten gemacht?
  • Kann man der Gemeinde vorwerfen, dass der Gemeinde beträchtliche Einnahmen entgangen sind mit Hinweis auf die prekäre Haushaltssituation?
  • Wie muss ein Bürgerbegehren formuliert sein, um Erfolg zu haben?

Petra Neugebauer
ehemalige SPD-Gemeinderätin