Die Bauverdichtung, der Energieverbrauch und das Klima, Stand Oktober

05. Oktober 2021

Der Zusammenhang zwischen der Abwanderung in die Ballungsgebiete, der Neubautätigkeit dort, dem Energieverbrauch dabei und den Folgen für das Klima wird immer deutlicher.

Es beginnt mit der großen Abwanderung aus den Landkreisen, denn dort werden zu wenige Arbeitsplätze geschaffen, d.h. zu wenig neue Betriebe angesiedelt. Sie entstehen vor allem in den Ballungsgebieten. In Deutschland stehen inzwischen über 2 Mio. Wohnungen leer. Die Menschen wandern der Arbeit hinterher. Sie lassen leere Wohnungen und schließende Geschäfte hinter sich. Und für sie muss das alles in den Ballungsgebieten neu gebaut werden, zusammen mit sehr aufwendigen Verkehrssystemen (neben Straßen auch U- und S-Bahnen, Tunnel und Brücken ...).

Die Ballungsräume werden immer größer. Das Grün in den Kommunen und ihr grünes Umland werden Zug um Zug bebaut. Das sehen wir auch bei uns. Und das alles ist mit einem hohen Energieverbrauch verbunden. Sie wird graue Energie genannt.

Was ist graue Energie?

  • Jedes Produkt enthält graue Energie. Es ist die Energie, die für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung benötigt wurde bzw. wird.

  • Daher steckt auch in jedem Gebäude viel graue Energie: Noch bevor ein Bagger anrollt, müssen Zement, Sand, Kies und Baustahl hergestellt oder abgebaut und zur Baustelle transportiert werden. Dabei gelangen rund 330 Kilogramm CO2 pro verbauten Kubikmeter Stahlbeton in die Atmosphäre.

  • Um das auszugleichen, müssten 4.000 Bäume einen Tag lang Fotosynthese treiben [die CO2 in Blätter, Holz und Sauerstoff umwandelt], und das für jeden Kubikmeter Beton. (Schrot & Korn Juni 2021)

Bekannt ist auch:

  • Der Energieverbrauch und Schadstoffausstoß der Bauindustrie gehören zu den wesentlichen Ursachen des Klimawandels. Das Bauwesen verursacht 40 % der deutschen CO2-Emissionen, 35 % des Energieverbrauchs und 60 % des Abfallaufkommens. SZ 22.4.2020

Würde man die Betriebsansiedlungen in den Landkreisen stark fördern, dann müssten die Menschen nicht ihre Heimat verlassen und in die Ballungsgebiete abwandern. Dort müsste dann nicht mehr so viel gebaut werden. Viel Energie wäre gespart und das Klima weniger belastet, vom Erhalt der Naherholungsgebiete ganz zu schweigen.

Wie sieht die Entwicklung in Gauting aus?

Heinz Moser/GRÜNE beobachtet eine zunehmende Bebauung der Grundstücke mit mehreren Häusern. "Wir brauchen aber die Grünflächen, um Bäume zur Kühlung pflanzen zu können." --- In München lässt die Nachverdichtung auf Kosten der Grünflächen die Temperaturen steigen. Und unsere Region steuert aufgrund der immer weiter wachsenden Bevölkerung auf ernste Probleme in der Wasserversorgung zu, hier.

Zur Bauverdichtung in Gauting ergibt sich aus den erteilten Genehmigungen für den Zeitraum von Januar 2020 bis Oktober 2021:

  • Neubau von 136 zusätzlichen Häusern, verbunden mit dem
  • Abriss von 38 meistens gut erhaltenen Häusern und der
  • Versiegelung von annähernd 14.200 m² Gartenfläche
  • Gautings Einwohnerzahl wird voraussichtlich um 550 Bewohner mit 240 Autos zunehmen.

Die Einwohnerzahl stieg bereits in den 5 Jahren von 2015 bis 2019 um 891 Bewohner an. Der Siedlungsdruck, der von Münchens ungebremster Gewerbeansiedlungspolitik ausgeht, wird zusätzliche Anforderungen an Kitas, Schulen und Straßen nach sich ziehen und die Gemeindekasse mit zusätzlichen Millionenausgaben stark belasten. Die 3 geplanten Gautinger Gewerbegebiete auf 260.000 m² werden zu einem weiteren Zuzug führen.

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Für Fragen, Hinweise und Meinungen Ihre E-Mail an: info@spd-gauting.de

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