Statt Landwirtschaft ein neues Baugebiet in Oberbrunn

16. September 2021

Dem Bauausschuss wurde ein neuer Bebauungsplan zu beiden Seiten der Hochstadter Straße in Oberbrunn vorgelegt und beschlossen. Aus landwirtschaftlich nutzbarer Fläche wird Bauland. Die Außengrenzen der Gautinger Bebauung waren jahrzehntelang tabu. Das wurde jetzt gebrochen. Die Außengrenze Gautings wird in die Landschaft verschoben. 5 große Häuser können gebaut werden.

Die Begründung: Man wolle das Ortsbild abrunden.

Eberhard Brucker/SPD: Auch nach dieser "Abrundung" sei Oberbrunn nicht rund. Mit dieser Begründung könne man noch viele "Abrundungen" zulasten der umgebenden Landschaft vornehmen. "Abrundung" sei nur eine Umschreibung. Tatsächlich gehe es darum, einem Grundstückseigentümer Baurecht zu verschaffen und ihn so über Nacht um 1 Million Euro vermögender zu machen. Es sei aber nicht die Aufgabe der Gemeinde, in solch gezielter Weise und in einem solchen Ausmaß zur Vermögensbildung bei einer Person beizutragen und dies zulasten von Ortsbild und umgebender Landschaft.

CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger: Man solle den Gewinn neidlos sehen.

Die Abstimmung:

dafür:
CSU: Egginger, Elsnitz, Jaquet, Klinger, Dr. Kössinger
FDP: Deschler
GRÜNE: Derksen, Knape, Moser
MiFü: Ruhbaum
UBG: Eck

dagegen:
MfG/Piraten: Berchtold
SPD: Brucker

  • In Buchendorf ging es um das Bauen in der Flutmulde des Dorfes und dabei um 5 Mio. Euro Wertsteigerung, in Oberbrunn um 1 Million. Es geht jedesmal um viel Geld und das zugunsten einzelner Personen. Eingeleitet wurden beide Vorhaben von der CSU/UBG-Mehrheit im alten Gemeinderat.

Von der CSU ist eine solche Politik bekannt und erwartbar. Aber was veranlasst die Fraktion der GRÜNEN jedesmal der Umwandlung von landwirtschaftlich nutzbarer Fläche in Bauland zuzustimmen?

  • Die GRÜNEN stimmten für den Handwerkerhof mit 1,5 Hektar und das Gewerbegebiet bei Asklepios. Bei Asklepios stimmten sie für ein Planungsgebiet von gleich 30 Hektar. Und dem nicht genug stimmten sie auch noch für das Gewerbegebiet beim Flughafen mit weiteren 15 Hektar. Ursprünglich ging es darum, Gautinger Unternehmen Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten, was sinnvoll ist. Aber für diese großen Flächen gibt es gar nicht genug Gautinger Betriebe. Man will Firmen mit Tausenden von Beschäftigten nach Gauting holen. Die Folgen - nicht geklärt. Die GRÜNEN stimmten auch für die Vorarbeiten zu einer Bebauung der Flutmulde in Buchendorf und jetzt für das Baugebiet bei Oberbrunn.

  • Die GRÜNEN stimmen, abgesehen von ihrer Verkehrspolitik, immer in trauter Eintracht mit der CSU. Eine grüne Partei, die für umfangreiche Versiegelungen landwirtschaftlich nutzbarer Flächen eintritt. Man hatte anderes von ihnen erwartet.

Für Fragen, Hinweise und Meinungen Ihre E-Mail an: info@spd-gauting.de

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