An der Wiesmahdstraße entsteht ein neuer Kindergarten

15. März 2023

Der Gemeinderat beschloss gestern, einen Kindergarten für 75 Kinder am Ende der Wiesmahdstraße bauen zu lassen. Eine grobe Planung war vorgelegt worden. Die Kinder sollen Mitte 2025 einziehen.

Eine lange Diskussion ist damit zu Ende gegangen. CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger hatte vor 2 Jahren den Auftrag bekommen, eine Machbarkeitsstudie vorzulegen.

Gezeigt wurde nun eine Grobplanung zu einem zweistöckigen Gebäude mit rechteckigem Grundriss. Die Lage des Bauplatzes am Ende der Wiesmahdstraße ist im Bebauungsplan vorgegeben. Ebenso, dass dort keine (Personal-)Wohnungen gebaut werden dürfen. Es ist vorgesehen, im Sommer den Entwurf vorzulegen und am Ende des Jahres den Bauantrag. Mitte 2025 soll der Bau bezugsfertig sein.

Gauting Kinderbetreuung 2023-03-14 Wiesmahdstraße Baufeld Auschnitt

Debatte:

Hans Wilhelm Knape/Grüne wollte wissen, was denn aus den ursprünglich gewollten 7 Gruppen geworden sei? --- [150 Kinder]

Bauamt: Laut Gemeinderatsbeschluss vom April 2021 sei eine Machbarkeitsstudie zu einem Kindergarten mit 75 Kindern zu erstellen. Das Baufeld gebe auch nicht mehr her.

Dr. Sklarek/MiFü, der als 2. Bürgermeister die Sitzung leitete: Eine Änderung des Bebauungsplanes dauere 2 Jahre.

Eva-Maria Klinger/CSU: Man sollte möglichst schnell vorankommen und an anderer Stelle Wohnungen der Gemeinde für Erzieherinnen verwenden.

Maximilian Platzer/CSU: Eine Änderung des Bebauungsplanes hätte einen Verzug von 3-4 Jahren zur Folge.

Dr. Matthias Ilg/Grüne: Könnte man parallel vorgehen, indem man zu bauen anfange und nach Änderung des Bebauungsplanes den Wohnungsbau nachziehe?

Dr. Sklarek: Dann sollte man woanders bauen.

Franz Jaquet/CSU: Es fehle die Machbarkeitsstudie. Es gebe keine Alternativen.

Stephanie Pahl/MiFü: Man brauche jetzt Wohnungen für Erzieherinnen. 60-80 Plätze könnten wegen Personalmangel nicht belegt werden. Zuerst müsse das Personal kommen, dann das Bauen, denn sonst würde nur ein weiterer Kindergarten leer stehen. Sie könne dem Vorschlag nicht zustimmen, wenn nicht der Bebauungsplan geändert werde.

Dr. Sklarek: Ad hoc könne man keine Wohnungen für die Mitarbeiter bauen.

Eberhard Brucker/SPD: Im letzten Jahr hätten über 400 Kinder nicht untergebracht werden können, aber nur rund 80 von ihnen wegen Personalmangels. Man sehe, das Hauptproblem in Gauting sei nicht das Personal, sondern die nicht gebauten Kindergärten. Und wenn an der Ammerseestraße die Wohnungen gebaut seien, werde es mit dem Belegungsrecht der Gemeinde zu einer Entspannung kommen.

Dr. Sklarek: Er, Brucker sei immer gegen den Standort "Wiesmahdstraße" gewesen. Jetzt müsse er konsequent bleiben. Dieser habe schon mehrmals von den über 400 Kindern gesprochen. Das sei aber nicht richtig und sei bereits mehrfach gesagt worden.

Brucker: Die SPD erfinde keine Zahlen. Die über 400 nicht untergebrachten Kinder seien von Dr. Kössinger genannt worden. (235 auf Warteliste, ihre Mitteilung an STA-Merkur 26.9.2022), (183 auswärts untergebracht, ihre Mitteilung an Gemeinderat 13.12.2022) Und wenn diese Zahlen jetzt falsch seien, dann solle man die richtigen nennen, was bislang nicht geschehen sei. Selbstverständlich werde die SPD dann diese verwenden. Es sei damit das 3. Jahr in Folge, in denen die Jahreszahlen zu den Kindergärten falsch wären und nachträglich berichtigt werden müssten.

Und selbstverständlich sei die SPD immer gegen den Standort "Wiesmahdstraße" gewesen. Man sei sich vor 2,5 Jahren einig gewesen, dass man den Ausbau der Kinderbetreuung mit einer Verkehrsberuhigung verbinden wolle. D.h. die Kindergärten sollten so über Gauting verteilt sein, dass die Eltern sie innerhalb von 10 Gehminuten erreichen können. Daran sollte sich der Bau weiterer Kitas orientieren. Dafür habe der Gemeinderat die Erstellung eine Standortanalyse beschlossen. Warum diese heute, nach 2,5 Jahren, immer noch nicht vorliege, sei schlicht nicht nachvollziehbar, denn diese Aufgabe hätte man leicht in 6-12 Monaten bewältigen können.

Dr. Sklarek: Die Eltern würden sich nicht so sehr an der Nähe einer Kita, sondern mehr an deren Konzepten orientieren.

Markus Deschler/FDP: Die Bedarfsanalyse für die Standortuntersuchung fehle noch. Er werde zustimmen.

Stefan Berchtold/MfG-Piraten: Auch Wohnungen direkt beim Kindergarten seien bei einem Stellenwechsel der Erzieherin nicht kündbar. Es könne nicht sichergestellt werden, dass sie dauerhaft von Gautinger Erzieherinnen belegt wären.

Tobias McFadden/MfG-Piraten: Da Mitarbeiter fehlen, würde der neue Bau auch nur leer stehen. Das sei keine schlaue Lösung. Das Geld könne man sinnvoller einsetzen. Mit Zuschüssen für die Erzieherinnen sei mehr erreicht.

Dr. Michaela Reißfelder-Zessin/Grüne: Auch mancher Kindergartenträger gehöre zu den Ursachen des Personalmangels.

Dr. Sklarek: Viele Faktoren würden den Personalmangel bedingen. Zuschüsse seien ein Fass ohne Boden, denn es käme dann nur zu einem Wettstreit zwischen den Gemeinden - wer zahlt mehr. Man müsse den Beruf attraktiver machen.

Annette Derksen/Grüne: Könnte man in dem Gebäude auch noch einen Waldkindergarten unterbringen?

Bauamt: Das sei vermutlich möglich.

Abstimmung: angenommen

dafür:
CSU: Egginger, Elsnitz, Jaquet, Klinger, B. Kössinger, Platzer, Vilgertshofer
FDP: Deschler, Wechtl
Grüne: Braun, Derksen, Dr. Ilg, Knape, Nothaft, Dr. Reißfelder-Zessin
MfG-Piraten: Berchtold, Höpner
MiFü: Ruhbaum, Dr. Sklarek
SPD: Brucker, Dr. Wenzel
UBG: Dr. Albath, Eck

dagegen:
MfG-Piraten: McFadden
MiFü: Pahl

CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger hat die Standortanalyse von Anfang an abgelehnt. Nun hat sie sie so lange verschleppt, dass für die anstehende Entscheidung nur der Standort "Wiesmahdstraße" zur Verfügung steht. Ihre eindimensionale Sicht lässt es nicht zu, den Ausbau der Kinderbetreuung und die Verringerung des morgendlichen Verkehrs zusammen zu betrachten und für beide eine gemeinsame Lösung zu suchen.

Wegen dieser Taktik konnte nur erreicht werden, dass nicht ausgerechnet an dieser Stelle der größte Kindergarten Gautings für 150 Kinder und 20 Erzieherinnen gebaut wird. Der Standort "Wiesmahdstraße" ist verkehrsmäßig sehr ungünstig, denn er liegt ganz am Rande der Waldkolonie und kann nicht von allen Seiten angefahren werden. Und dem nicht genug, er liegt auch noch am Ende einer Sackgasse. D.h. für die, die hineinfahren, muss am Ende eine Wendeschleife gebaut werden, was unnötig Geld kostet und zusätzliche Fläche versiegelt. Und außerdem sind die Anwohner dem doppelten Verkehr ausgesetzt.

Um diese sogenannte "Machbarkeitsstudie" vorzulegen, hat sich Dr. Kössinger 2 Jahre Zeit gelassen. Damit war Gelegenheit genug, um während dieser 2 Jahre Alternativgrundstücke zu suchen. Das in der Sitzung vorgestellte Gebäude mit seinem rechteckigen Grundriss könnte man auch auf nahezu jedes andere Grundstück stellen.

Im Anbetracht der großen Notlage bei der Kinderbetreuung konnte man der Vorlage aber leider nur noch zustimmen, denn alles andere hätte einen Bau nur noch weiter verzögert.

Für Fragen, Hinweise und Meinungen Ihre E-Mail an: info@spd-gauting.de

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