Realschule platzt aus allen Nähten - CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger sieht keinen Ausbaubedarf

10. Mai 2022

Die Realschule wurde vor 10 Jahren für 850 Schüler gebaut, jetzt werden 1000 unterrichtet. Der Biologie- und der Kunstsaal mussten schon zu Klassenzimmern umfunktioniert werden. Direktor Jahreis warnte vor dem Zweckverband der Schule: Mehr geht nicht und fordert wieder, wie schon seit Jahren, eine Erweiterung. Man werde dieses Jahr erstmals Schüler ablehnen müssen.

CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger sieht keinen Bedarf für eine Erweiterung und beruft sich dabei auf die Prognose des Landkreises: Die Schülerzahl werde bis 2034 auf 891 sinken.

In der Sitzung des Zweckverbandes wurde Dr. Kössinger widersprochen:

Katja Fohrmann/CSU: Es werde nicht bedacht, dass mehr Schüler anstatt auf das Gymnasium nun auf die Realschule wechseln.

Giovanni Sammataro/CSU: Die Prognosen seien nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt seien.

Dr. Kössinger empfahl Jahreis, Gastschüler abzulehnen. Die Eltern hätten schießlich keinen Rechtsanspruch auf eine bestimmte Realschule für ihr Kind.

Siehe hierzu: Christine Cless-Wesle: Realschule am Limit, Starnberger Merkur 9.5.2022

  • Wie ist die Rechtslage? Der Landkreis Starnberg mit den Kommunen Gauting, Krailling, Pöcking und Starnberg sowie der Kreis München mit den Kommunen Gräfelfing, Neuried und Planegg gründeten den "Zweckverband Staatliche Würmtal-Realschule". Sie trugen gemeinsam die Baukosten und tragen gemeinsam die Unterhaltskosten der Realschule in Gauting. Alle beteiligten Kommunen haben demnach einen Rechtsanspruch auf Aufnahme ihrer Realschüler in die Gautinger Schule.

  • Dr. Kössinger beruft sich auf eine Prognose zum Jahr 2034 und lehnt eine Erweiterung ab. Was passiert in der Zwischenzeit mit den immer noch steigenden Schülerzahlen?

Das Gymnasium hat den Neubau einer Turnhalle beantragt, nachdem die heutige Turnhalle überbelegt sei, was von Dr. Kössinger wohlwollend unterstützt wird. Der Ausbau der Realschule wird dagegen von ihr kühl unter Verweis auf eine mehr als zweifelhafte Prognose abgewiesen. - Sind die Realschüler nicht so wichtig?

Allein in Gauting wurden im Rahmen der Bauverdichtung in den letzten 2 Jahren 250 zusätzliche Wohnungen bzw. Häuser genehmigt, in die annähernd 750 Bewohner einziehen werden, unter ihnen viele Kinder und auch Realschüler. (Hier) In den anderen Kommunen sieht es ähnlich aus. Es tritt jetzt ein, vor dem die SPD schon lange warnt, so bereits 2017 oder auch 2019.

Die von der CSU betriebene Wachstumspolitik zeigt schon heute ihre Wirkung, dabei ist das neue Wohnviertel an der Ammerseestraße für bis zu 800 Bewohner noch gar nicht gebaut. Auch die neuen Gewerbegebiete bei Asklepios und am Flughafen mit ihren Tausenden an Beschäftigten, von denen viele einmal hier wohnen werden wollen, sind noch gar nicht eingerichtet.

Gautings Infrastruktur, ob Krippen, Kitas, Horte, Schulen oder Straßen, sind bereits heute an ihren Grenzen angekommen. Die massive Wachstumspolitik von CSU und UBG wird die Lage weiter verschärfen. Viele Millionen Euro werden nötig sein, um die Infrastruktur auszubauen. Es wird um neue Wohnviertel und Umgehungsstraßen gehen, die Gauting und seine grüne Umgebung stark verändern werden.

Da aber Gauting das Geld für den Ausbau nicht hat, ist unschwer vorstellbar, was uns bevorsteht: berufstätige Eltern, die für ihre Kinder keinen Kita-Platz bekommen, überfüllte Schulen und Straßen sowie ein Mietwohnungsmarkt, in dem die besser Verdienenden die weniger gut Verdienenden verdrängen.

  • Eine andere Politik kann das vermeiden. Sie ist vorstellbar und auch machbar.

Für Fragen, Hinweise und Meinungen Ihre E-Mail an: info@spd-gauting.de

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