Die Realschule platzt aus allen Nähten. Sie braucht unsere Hilfe!

Die Realschule platzt aus allen Nähten - 2. Teil - 21.6.2022

Die Realschule, obwohl erst vor 10 Jahren für 850 Schüler gebaut, platzt aus allen Nähten. 1000 Schüler besuchen inzwischen die Schule. Schulleiter Jahreis hatte im Mai vor dem Zweckverband, dem Träger der Realschule, wieder einmal einen Ausbau angemahnt, da er sonst Schüler ablehnen müsse.

CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger sah aber keinen Bedarf für eine Erweiterung und berief sich dabei auf die Prognose des Landkreises. Sie schlug Direktor Jahreis vor, Gastschüler aus anderen Landkreisen abzulehnen. Hier

Aber ist das die Lösung? Wie viele Gastschüler gibt es denn überhaupt an der Realschule?

Gauting Realschule 2022-06 Gastschüler 60
Quelle: Realschule

Man sieht, es sind nur sehr wenige. Und da die 30 Gastschüler auch noch über die 35 Klassen verteilt sind, sind sie nicht die Ursache des Raumproblems in der Realschule, so dass ihre Ablehnung auch nicht die Lösung sein kann. Künftig die wenigen Gastschüler nicht mehr annehmen zu wollen, brächte also keine Entlastung. Abgesehen davon, da man den heutigen Gastschülern nicht den weiteren Schulbesuch verweigern kann, würde es Jahre dauern, bis die 30 Plätze frei werden würden.

  • Dr. Kössingers Vorschlag trifft nicht die Ursache des Problems und ist damit keine Lösung für die fehlenden Unterrichtsräume.

  • Der Zweckverband muss sich nun endlich ernsthaft mit dem Raumproblem auseinandersetzen und eine Lösung herbeiführen. Der Zweckverband hat die Pflicht, den Kindern der beteiligten Landkreise München und Starnberg, der Kommunen Gauting, Krailling, Pöcking und Starnberg sowie Gräfelfing, Neuried und Planegg den Besuch der Realschule zu ermöglichen. Die Kinder haben ein Recht darauf, dass ihnen der Besuch der Realschule ermöglicht wird.

Für Fragen, Hinweise und Meinungen Ihre E-Mail an: info@spd-gauting.de

Realschule platzt aus allen Nähten - CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger sieht keinen Ausbaubedarf - 10.5.2022

Die Realschule wurde vor 10 Jahren für 850 Schüler gebaut, jetzt werden 1000 unterrichtet. Der Biologie- und der Kunstsaal mussten schon zu Klassenzimmern umfunktioniert werden. Direktor Jahreis warnt im Zweckverband der Schule: Mehr geht nicht und fordert eine Erweiterung.

CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger sieht keinen Bedarf für eine Erweiterung und beruft sich dabei auf die Prognose des Landkreises: Die Schülerzahl werde bis 2034 auf 891 sinken.

In der Sitzung des Zweckverbandes wurde Dr. Kössinger widersprochen:

Katja Fohrmann/CSU: Es werde nicht bedacht, dass mehr Schüler anstatt auf das Gymnasium nun auf die Realschule wechseln.

Giovanni Sammataro/CSU: Die Prognosen seien nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt seien.

Dr. Kössinger empfahl Jahreis, Gastschüler abzulehnen. Die Eltern hätten schießlich keinen Rechtsanspruch auf eine bestimmte Realschule für ihr Kind.

Siehe hierzu: Christine Cless-Wesle: Realschule am Limit, Starnberger Merkur 9.5.2022

  • Wie ist die Rechtslage? Der Landkreis Starnberg mit den Kommunen Gauting, Krailling, Pöcking und Starnberg sowie der Kreis München mit den Kommunen Gräfelfing, Neuried und Planegg gründeten den "Zweckverband Staatliche Würmtal-Realschule". Sie trugen gemeinsam die Baukosten und tragen gemeinsam die Unterhaltskosten der Realschule in Gauting. Alle beteiligten Kommunen haben demnach einen Rechtsanspruch auf Aufnahme ihrer Realschüler in die Gautinger Schule.

  • Dr. Kössinger beruft sich auf eine Prognose zum Jahr 2034 und lehnt eine Erweiterung ab. Was passiert in der Zwischenzeit mit den immer noch steigenden Schülerzahlen?

Das Gymnasium hat den Neubau einer Turnhalle beantragt, nachdem die heutige Turnhalle überbelegt sei, was von Dr. Kössinger wohlwollend unterstützt wird. Der Ausbau der Realschule wird dagegen von ihr kühl unter Verweis auf eine mehr als zweifelhafte Prognose abgewiesen. - Sind die Realschüler nicht so wichtig?

Allein in Gauting wurden im Rahmen der Bauverdichtung in den letzten 2 Jahren 250 zusätzliche Wohnungen bzw. Häuser genehmigt, in die annähernd 750 Bewohner einziehen werden, unter ihnen viele Kinder und auch Realschüler. (Hier) In den anderen Kommunen sieht es ähnlich aus. Es tritt jetzt ein, vor dem die SPD schon lange warnt, so bereits 2017 oder auch 2019.

Die von der CSU betriebene Wachstumspolitik zeigt schon heute ihre Wirkung, dabei ist das neue Wohnviertel an der Ammerseestraße für bis zu 800 Bewohner noch gar nicht gebaut. Auch die neuen Gewerbegebiete bei Asklepios und am Flughafen mit ihren Tausenden an Beschäftigten, von denen viele einmal hier wohnen werden wollen, sind noch gar nicht eingerichtet.

Gautings Infrastruktur, ob Krippen, Kitas, Horte, Schulen oder Straßen, sind bereits heute an ihren Grenzen angekommen. Die massive Wachstumspolitik von CSU und UBG wird die Lage weiter verschärfen. Viele Millionen Euro werden nötig sein, um die Infrastruktur auszubauen. Es wird um neue Wohnviertel und Umgehungsstraßen gehen, die Gauting und seine grüne Umgebung stark verändern werden.

Da aber Gauting das Geld für den Ausbau nicht hat, ist unschwer vorstellbar, was uns bevorsteht: berufstätige Eltern, die für ihre Kinder keinen Kita-Platz bekommen, überfüllte Schulen und Straßen sowie ein Mietwohnungsmarkt, in dem die besser Verdienenden die weniger gut Verdienenden verdrängen.

  • Eine andere Politik kann das vermeiden. Sie ist vorstellbar und auch machbar.

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