Fehlende Kinderbetreuung - Berufstätige in Schwierigkeiten. Betreuungsangebot in Gauting muss erweitert werden!

Liebhaber:in für Villa am Krapfberg gesucht! Bauen bei AOA und endlich mehr Kitas! - 23.3.2021

  • Krapfberg: Wer hat Interesse, dieser charmanten, historischen Villa (Baujahr 1911) im Zentrum Gautings neuen Glanz zu verleihen und sie zur perfekten Adresse für Wohnen und Arbeiten zu machen? Im Besitz der Gemeinde Gauting. Auf Erbpachtbasis. Kein Denkmalschutz.
Gauting Krapfberg 2
Foto Starnberger Merkur

Kreisheimatpfleger Gerhard Schober, Altbürgermeisterin Brigitte Servatius und Altbürgermeister Dr. Ekkehard Knobloch sprechen sich für einen Erhalt der alten, unser Ortsbild prägenden Villa aus.

  • Wohnungsbau: Das neue Wohnviertel an der Ammerseestraße. Wie groß soll es werden? CSU und GRÜNE verhandeln über das neue Wohnviertel. Über 300 Wohnungen für bis zu 800 Neubürger samt Supermarkt sind im Gespräch. Und die Gewerbefläche von AOA soll dafür aufgegeben werden.

  • Kitas: Ein schneller Ausbau der Kinderbetreuung ist nötig! In Gauting fehlen seit Jahren Plätze in den Krippen, Kitas und Horten. Aber alle Eltern haben mit ihren Kindern einen Rechtsanspruch darauf. Gegen die Stimmen der SPD wurde im Haushaltsplan der Beginn einer Neuplanung für eine zusätzliche Kita erst 2023 vorgesehen. Der Einzug wäre dann frühestens 2026, also erst in 5 Jahren.

Ein Informationsblatt an die Bürgerschaft zu den Auswirkungen und Folgen für Gauting, hier.

Gauting braucht mehr Krippen, Kitas und Horte! Bedarfsanalyse und Standortwahl - 19.3.2021

FDP, GRÜNE, MiFü, Piraten/MfG und SPD haben den Antrag gestellt, eine Bedarfsanalyse je Wohnviertel durchzuführen, um anschließend Standorte für zusätzliche Krippen, Kitas und Horte suchen zu können. Die Analyse soll spätestens bis 30.6.2021 vorliegen. Außerdem sollen die Träger nicht ausgelasteter Kitas erklären, bis wann sie mit welchen Maßnahmen die volle Nutzung der Kitas möglich machen werden. Hier

  • Die Antragsteller wollen eine gute Verteilung der Kinderbetreuungs-Einrichtungen über ganz Gauting erreichen. So soll nicht nur der Bedarf endlich abgedeckt, sondern mit wohnungsnahen Angeboten auch die Verkehrsbelastung niedrig gehalten werden. Die Kinder können dann zu Fuß oder mit dem Fahrrad gebracht und geholt werden.

Letztes Jahr wurden 155 Kinder vom Rathaus abgewiesen. Weitere 124 Kinder waren von ihren Eltern schon auswärts untergebracht geworden. Hier Für berufstätige Eltern ist das seit Jahren ein unhaltbarer Zustand, denn sie sind gerade im Münchner Umfeld auf das Einkommen angewiesen. Abgesehen davon haben sie auch einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in Krippe und Kita.

  • Die Gemeinde verhält sich hier seit Jahren gesetzwidrig, da sie nicht jedem Kind einen Platz anbietet.

Im Wahlkampf beschlossen CSU und UBG im Februar 2020 den Bau einer sehr großen Kita an der engen Wiesmahdstraße ganz am Rande Gautings - Einzug in 5 Jahren. Den erheblichen Verkehr quer durch die Kolonie wollte man in Kauf nehmen. Bis zu 150 Kinder sollte er aufnehmen und etwa 20 Erzieherinnen sollten sie betreuen. Hier

Nach der Wahl stoppte die neue Mehrheit von FDP, GRÜNEN, MiFü, Piraten/MfG und SPD im September 2020 diese Planung. Sie beauftragten die Verwaltung den erreichten Planungsstand vorzutragen, was sich aber erübrigte, da man noch gar nicht angefangen hatte. Zusätzlich sollte die Verwaltung alternative Standorte nennen und auch Vorschläge machen, wie die heutigen Kitas besser genutzt werden können. 180 Plätze könnten noch belegt werden. Die Untersuchungen sollten noch 2020 vorgelegt werden. Hier

  • Die CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger hat jetzt den Gemeinderat erneut aufgefordert, dieser Planung einer Kita an der Wiesmahdstraße doch noch zuzustimmen.

  • FDP, GRÜNE, MiFü, Piraten/MfG und SPD haben daraufhin den obigen Antrag gestellt, um endlich konkret weiterzukommen. Wir brauchen eine mittel- bis langfristige Planung, um zu einer stabilen und ausreichenden Versorgung zu kommen. Die Bedarfsanalyse je Wohnviertel ist dabei die Voraussetzung aller weiteren Planungsarbeiten.

Es geht darum, die Bauplanung noch in diesem Jahr durchzuführen, damit im nächsten gebaut werden kann und Kinder schon 2024 einziehen können. Der gesetzwidrige Zustand bei der Kinderbetreuung ist nicht länger hinnehmbar.

Gemeinde verteuert Mittagsbetreuung um 20 % - 10.3.2021

CSU, FDP, Piraten und UBG beschlossen gestern im Finanzausschuss gegen SPD, GRÜNE und MiFü die Mittagsbetreuung in 2 Schritten um 20 % zu verteuern: zum 1.9.21 um 10 % und zum 1.9.2022 gleich noch einmal um weitere 10 %.

Der Haushalt 2021 ist verabschiedet. Zusätzliche Einnahmen werden für dieses Jahr nicht benötigt.

Wie kam es dazu?

  • Der CSU war schon bei der Haushaltsdebatte eine Verteuerung der Mittagsbetreuung ein Anliegen. Michael Vilgertshofer/CSU wies mehrmals darauf hin, dass sie nicht kostendeckend sei.

  • Die CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger ließ eine 10%ige Verteuerung ausarbeiten und gestern dem Finanzausschuss vorlegen. Hier

  • Vilgertshofer wies auf die fehlende Kostendeckung hin und verlangte für nächstes Jahr gleich noch eine Anhebung der Beiträge für die Eltern.

  • Dr. Michaela Reißfelder-Zessin/GRÜNE schloß sich im Namen ihrer Fraktion einer Verteuerung um 10% an. Es gehe auch um die Qualität des Angebots an die Kinder. Wir hätten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

  • Eberhard Brucker/SPD verwies auf den großen Druck, den Familien gegenwärtig ausgesetzt seien. Vor allem Familien, die in beengten Verhältnissen leben, seien betroffen. Es käme mitunter zu starken familiären Spannungen. Er zitierte Wolfgang Schmidbauer, einen sehr bekannten Psychotherapeuten, der der SZ im Starnberger Lokalteil ein Interview gegeben hatte:

"Es gibt Zahlen, dass dem Jugendamt mehr Kinderwohlgefährdungen gemeldet wurden: Sie haben im Coronajahr um 20 bis 30 % zugenommen - ein statistischer Hinweis darauf, dass Familien unter Druck geraten. Familien, die bislang gerade noch ihre Funktionen aufrechterhalten konnten, entgleisen". (SZ, "Da ist so eine Kälte eingekehrt", 4.3.2021) - Brucker: "Wir sollten den Druck nicht noch erhöhen!"

  • Dr. Reißfelder-Zessin hielt dem die Qualtät des Angebotes entgegen.

  • Stephanie Pahl/MiFü hielt eine Anhebung um 10 % ebenfalls für vertretbar. Sie war aber entschieden gegen jährliche Anhebungen.

  • Stephan Ebner/CSU meinte, dass Vilgertshofer bei der Anhebung in 2 Schritten von 10 % in diesem und dem nächsten Jahr gesprochen habe. Die Höhe der Beiträge sollte alle 2 Jahre überprüft werden. Im ersten Schritt könne man auch gleich von 120 auf 140 Euro/Kind gehen. Wer Schwierigkeiten habe, die Erhöhung zu bezahlen, könne sich an die Sozialstiftung der Gemeinde wenden.

  • Jens Rindermann/GRÜNE meinte: Der Bund entlaste die Familien, was die Gemeinde dann aber gleich wieder kassiere. Die Hilfe der Sozialstiftung dürfe nicht zu bürokratisch erfolgen.

  • Dr. Reißfelder-Zessin: Die Schwelle, um Unterstützung von der Sozialstiftung zu bekommen, dürfe nicht zu hoch sein.

  • Dr. Kössinger hielt dem entgegen, dass gemäss der Satzung der Sozialstiftung die Bedürftigkeit nachgewiesen werden müsse.

Abstimmung:

Dr. Kössinger bezog sich auf Vilgertshofer und ließ über eine Verteuerung um 10 % zum 1.9.21 und weitere 10 % zum 1.9.2022 abstimmen:

dafür:
CSU: Ebner, Kössinger, Dr. Kössinger, Platzer, Vilgertshofer
FDP: Deschler
Piraten/MfG: McFadden
UBG: Platzer

dagegen:
GRÜNE: Dr. Ilg, Dr. Reißfelder-Zessin, Rindermann
MiFü: Pahl
SPD: Brucker

Die Eltern der Kinder, die in die Mittagsbetreuung der Gemeinde an der Ammerseestr. 2 gehen, müssen ab nächstem Jahr für ihre Kinder 17.000 Euro bzw. durchschnittlich rund 200 Euro pro Kind zusätzlich aufbringen.

Die CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger kündigte an, dass sie auch die Mieten für die übrigen Einrichtungen zur Mittagsbetreuung so anpassen wolle, wie es mit den Mieten der Kitas schon geschehen sei. --- D.h. es soll zu weiteren Verteuerungen für die Eltern kommen.

Ein schnellerer Ausbau der Kinderbetreuung ließ die Wogen hoch gehen - 24.2.2021

In Gauting fehlen seit Jahren Plätze in den Krippen, Kitas und Horten. Aber alle Eltern haben mit ihren Kindern einen Rechtsanspruch darauf. Im Haushaltsplan ist der Beginn einer Neuplanung für eine zusätzliche Kita erst 2023 vorgesehen. Der Einzug wäre dann in 2026, also erst in 5 Jahren.

  • Die SPD nahm dies zum Anlass und stellte den Antrag, die Planungsarbeiten in dieses Jahr vorzuziehen, um nächstes Jahr bauen zu können. Eberhard Brucker/SPD erinnerte an den Beschluß des Gemeinderates vom September 2020, Bedarfsanalyse und Entscheidung noch im Herbst herbeizuführen. Hier Wenn in 1 Jahr eine Impfstofffabrik gebaut werden könne, dann könnten wir auch eine Kita in 2 Jahren planen und bauen.

  • Stephan Ebner/CSU bezeichnete den SPD-Antrag mit dem Verweis auf 2020 als eine "Unverschämtheit, der Verwaltung Untätigkeit vorzuwerfen". Dr. Kössinger/CSU ergänzte, dass auf der SPD-Internetseite Lügen stünden, sie habe die Kinderbetreuung nicht ausgebaut. Dabei wurde unter ihr "Henry & Henriette" eröffnet. Wo auf dieser Seite die "Lügen" zu finden sind, gab sie nicht an.

Die SPD-Fraktion ging auf die sprachlichen Entgleisungen der CSU-Bürgermeisterin und des CSU-Ortsvorsitzenden nicht ein. Das Verhältnis von CSU-Bürgermeisterin und Wahrheit ist hinreichend und erschöpfend dokumentiert. Hier, Hier

  • Frau Dr. Kössinger sei hiermit aufgefordert, der SPD mitzuteilen, in welchen Artikeln diese "Lüge" steht, dann wird das umgehend richtiggestellt.

Für die SPD ist die Lüge kein Mittel in der politischen Auseinandersetzung. Wir setzen auf Aufklärung und Argumente. Die über 200 Artikel auf unserer Internetseite zeugen davon.

Der SPD-Antrag, Planung und Bau neuer Kitas vorzuziehen und dafür den Austausch des Fuhrparks vom Bauhof um 12 Monate zu verschieben, wurde von CSU, FDP, GRÜNE, MiFü, Piraten/MfG und UBG abgelehnt - schweigend, ohne Begründung.

Gauting braucht mehr Kinderbetreuung. FDP, GRÜNE, MfG, MiFü und SPD stellen die Weichen - 30.9.2020

FDP, GRÜNE, MfG, MiFü und SPD beschlossen im Gemeinderat, die Basis für eine ausreichende Kinderbetreuung zu legen. Sie stoppten die schlecht vorbereitete Planung einer großen Kita hinter dem Schulzentrum an der Wiesmahdstraße, ganz am Rande Gautings. Kurzfristig soll untersucht werden, in welchen Wohnvierteln heute und in den nächsten 5 Jahren ein zusätzlicher Bedarf gegeben sein wird. Hier Auf dieser Basis ist dann kurzfristig zu entscheiden, wo und in welcher Größe möglichst bald Kitas zu erweitern oder zu bauen sind.

Dem Beschluss von CSU/UBG lag keine Standortanalyse zugrunde. Als Begründung reichte ihnen, dass die Gemeinde dort ein Grundstück besitzt und ein Bebauungsplan aus dem Jahre 1975 existiert. Inzwischen haben sich die Zeiten geändert. Gauting hat nicht mehr 15.000, sondern 21.000 Einwohner und der Verkehr von heute ist auch ein ganz anderer als der vor fast einem halben Jahrhundert.

Im Wahlkampf beschlossen CSU/UBG, eine Kita für 150 Kinder und 20 Erzieherinnen bauen zu lassen. Sie wollten eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben und nahmen dafür dem Projekt "Sanierung Grundschule Stockdorf" 130.000 Euro weg. Seitdem hat man von dem Vorhaben nichts mehr gehört; die Studie wurde nicht in Auftrag gegeben. Man wollte erst in 4 bis 5 Jahre bauen. Hier

Jetzt verwies Eva-Maria Klinger/CSU eindringlich auf die Notwendigkeit einer raschen Lösung. Nur, warum haben CSU/UBG die 6 Jahre mit ihrer Mehrheit im Gemeinderat nicht für eine ausreichende Kinderbetreuung genutzt?

Stephan Ebner/CSU meinte, dass der Standort nicht so wichtig sei, denn Eltern würden immer längere Wege in Kauf nehmen, wenn das pädagigische Konzept einer Kita sie überzeuge. Das stimmt. Aber unter dem Eindruck der Klimakrise werden sich die Einstellungen wandeln, denn ein Individualverkehr heutigen Ausmasses wird auf die Dauer nicht mehr möglich sein.

Er schlug vor, neben die Kita an der Wiesmahdstraße noch weitere an anderen Stellen zu bauen. Nur diese große Kita würde schon etwa 5 Mio. Euro kosten und Gautings Finanzen geben kein großes Bauprogramm her.

Entscheidungen von heute stehen alle unter dem Eindruck der Klimakrise. Es ist der Verkehr, der immer stärker zu dieser Krise beiträgt, denn sein Energieverbrauch steigt immer noch an.

  • Deshalb müssen die Kitas wohnungsnah gebaut werden, damit sie für die Eltern auf kurzen Wegen erreichbar sind, entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

  • Deshalb haben FDP, GRÜNE, MfG, MiFü und SPD beschlossen, dass eine Bedarfsanalyse durchzuführen ist. Das kann nur bedeuten, in welchen Wohnvierteln gibt es heute einen ungedeckten Bedarf an Kinderbetreuung und wo kommt in den nächsten 5 Jahren ein weiterer Bedarf durch den Generationenwechsel hinzu. Im Einwohnermeldeamt liegen die Daten vor und können in einer Woche ausgewertet werden.

  • Erst dann weiß man, wo erweitert oder neu gebaut werden sollte.

Alles andere wäre ein Schildbürgerstreich, wenn man ganz am Rande im Westen bauen und sich zum Schluss heraustellen würde, dass ein erheblicher Teil des Bedarfes auf der östlichen Seite der Würm wäre. Die Eltern müssten dann über Würmbrücke und Hauptplatz, die Bahnhofstraße hoch und quer durch die Kolonie zu dieser Kita gelangen. Das wäre dann nur mit dem Auto machbar.

  • Deshalb, die Gemeinde muss für Strukturen sorgen, die einen möglichst geringen Autoverkehr hervorrufen. Und das setzt eine Bedarfs- und Standortanalyse voraus.

Bei Kita, Krippe und Hort kein Fortschritt - Eltern müssen weiter suchen - 18.6.2020

Das Angebot für die Kinderbetreuung ist gut, aber bei weitem nicht ausreichend - und dies bereits schon seit Jahren. Die Warteliste zeigt es:

Gauting Kinderbetreuung Warteliste
Daten: Verwaltung Gauting

Und Warteliste heißt: Vor allem berufstätige Eltern kommen stark unter Druck und müssen sich irgendwo selbst eine Lösung suchen, die häufig sehr teuer bezahlt werden muss. Und auch von denen, die ihre Kinder außerhalb Gautings untergebracht haben, würden sicher etliche sie auch lieber in der Nähe ihrer Wohnung sehen.

Das Kita-Angebot wurde zwar 2019 ausgebaut, aber nun hinkt die Personalsuche hinterher:

Gauting Kinderbetreuung 2013-2018

Die genehmigten Plätze stiegen bis 2020 auf 1.130, aber die belegten Plätze stagnieren bis heute weiter bei 954. Rund 180 PLätze bleiben ungenutzt.

  • Der Bedarf wird weiter steigen, denn der Generationenwechsel unter Gautings Bewohnern ist im vollen Gange und das für Gauting verpflichtende Ganztagesangebot wird kommen. CSU/UBG wollen erst in 4 bis 5 Jahren einen sehr große Kita hinter dem Schultzentrum bauen lassen. Aber das ist zu spät und 150 Kinder dort am Rande Gautings zu konzentrieren, löst zu viel unnötigen Verkehr aus. Wir brauchen früher weitere Kita-Plätze und diese verteilt über den Ort, damit die Eltern kurze Wege haben.

Die Bedarfsanalyse wurde mit einer Bedarfsprognose verbunden. Man geht von einem maximalen Bedarf von 2.400 Plätzen bei einem Anstieg der Bewohner Gautings von 21.400 auf 25.800 bis zum Jahr 2030 aus. Diese Prognose ist aber nur eine einfache rechnerische Fortschreibung der Entwicklung der letzten Jahre.

3.400 zusätzliche Bewohner bedeuten 1.100 zusätzliche Wohneinheiten. An der Bahnhofstraße werden gerade 50 gebaut, an der Ammerseestraße sollen 300 gebaut werden. Wo sollen die übrigen 750 Wohneinheiten entstehen?

Ein solcher Anstieg ist erschreckend und gleichzeitig die Mahnung, es nicht soweit kommen zu lassen. Denn was für ein Gauting hätten wir dann? Die Bahnhofstraße wird nicht breiter und der Hauptplatz nicht größer. Das Kita-Angebot müsste verdoppelt werden. Und, Britta Hundesrügge / FDP erinnerte daran, dass die Kinder eines Tages den Kitas entwachsen sein werden und dann in die Schule gehen wollen. D.h. auch die Schulen müssten massiv ausgebaut werden.

  • Ein solch blindes Wachstum ist nicht zwangsläufig. Der Gemeinderat kann die Entwicklung beeinflussen und gestalten.

  • Ein solch blindes Wachstum würde die Finanzen Gautings völlig überfordern, Gauting selber im Verkehr ersticken und von dem vielen Grün in und um Gauting herum nicht viel übriglassen. - Wer will so etwas?

CSU / UBG beschließen Mammutkindergarten am Rande Gautings - ein Lehrbeispiel zur politischen Kultur - 19.2.2020

CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger, CSU- und UBG-Fraktionen im Gemeinderat beschlossen gestern die Planung des größten Kindergartens mit 6 Gruppen hinterm Schulzentrum am Rande von Gauting. Bis zu 150 Kinder soll er aufnehmen und etwa 20 Erzieherinnen sollen sie betreuen. Auf die Hinweise von GRÜNEN, FDP und MiFü zu dem erheblichen Verkehr einer solch großen Kita an dieser abgelegenen Stelle und die Empfehlung zu einer wohnnahen Kinderbetreuung ging die Mehrheit nicht ein.

Die Planung kostet 130.000 Euro. Da sie nicht im Haushalt vorgesehen ist, wurde dafür die Planung der Aufstockung der Stockdorfer Grundschule gestrichen.

Die CSU-Bürgermeisterin brachte den Antrag in den Gemeinderat ein, eine 6-gruppige Kita an der Wiesmahdstraße beim Schulzentrum zu planen. Das Grundstück gehöre der Gemeinde und es gebe einen alten Bebauungsplan aus der Zeit ihrer Vorgänger, der den Bau einer Kita vorsehe. Schon jetzt blieben jedes Jahr viele Kinder unversorgt und der Bedarf steige weiter. Es würden immer wieder Häuser abgerissen und stattdessen Doppelhaushälften gebaut. Man müsse sich darauf vorbereiten. Auch das Landratsamt dränge. Die Planung und Realisierung werde 4 bis 5 Jahr dauern.

Stephanie Pahl / MiFü-Gemeinderätin und Erzieherin von Beruf rechnete vor: 6 Gruppen bedeute 150 Kinder mit 20 Erzieherinnen.

Michael Vilgertshofer / CSU-Gemeinderat war diese Berechnung nicht recht. Man solle erst einmal die Planung abwarten.

Jens Rindermann / Gemeinderat der GRÜNEN war mit der Erweiterung der Kinderbetreuung grundsätzlich einverstanden. Er gab aber zu bedenken, dass diese Kita in ihrer Größe einmalig für Gauting sei. Sie sei zu groß. Wegen ihrer Lage am Rande Gautings würde es zu einem erheblichen Verkehr kommen. Man müsse für die Eltern die Wege verkürzen und näher am Bedarf bauen.

Dr. Kössinger widersprach ihm: Die Lebenshilfe unterhalte bereits heute auf der Postwiese eine solch große Kinderbetreuungsstätte.

  • Auf der Postwiese werden nicht 150, sondern 105 Kinder betreut. (StaM 31.1.2020)

Britta Hundesrügge / FDP-Gemeinderätin erinnerte daran, dass der angesprochene Bebauungsplan schon viele Jahre alt sei und die Verhältnisse sich weiterentwickelt hätten. Deshalb müsse auch neu überlegt werden. Man müsse eine Analyse erstellen, denn der Standort sei fragwürdig. Bei AOA sei z.B. nur 1 Kita-Gruppe geplant. Es müsse mehr wohnnah geplant werden.

Dr. Kössinger: Der Rechtsanwalt habe aufgezeigt, dass man vom AOA-Eigentümer nicht mehr erzwingen könne. Es gehe heute nur um den Einstieg in die Planung, um sonst nichts.

  • Der Gemeinde gehört eine große Fläche im AOA-Gelände, so dass dort eine größere Kita gebaut werden könnte. Dr. Kössinger will die Fläche aber verkaufen.

  • Wer den Auftrag erteilt, eine 6-gruppige Kita an der Wiesmahdstraße zu planen, der bekommt genau das und nur das. Deshalb ging es mit dem Beschluß auch nicht nur um den Einstieg in die Planung, sondern gleichzeitig um die Zielsetzung: wo und wie groß.

Anne Franke / Gemeinderätin der GRÜNEN: Es werde an der geplanten Stelle unendlich viel Verkehr entstehen. Den Bedarf gebe es aber an mehreren Stellen.

Franz Jaquet / CSU-Gemeinderat: Die Eltern fahren sowieso da hin, wo ihnen das pädagogische Konzept zusage.

  • Welches pädagogische Konzept es auch immer sein mag, es ändert nichts daran, dass 150 Eltern und 20 Erzieherinnen jeden Morgen dorthin fahren werden.

Eva-Maria Klinger / Sprecherin der CSU-Gemeinderatsfraktion: Es gehe doch nur darum, die Planung zu eröffnen.

Heinz Moser / Gemeinderat der GRÜNEN: Es gehe um das, was der Planung an Zielen vorgegeben werde.

Markus Deschler / FDP-Gemeinderat ging auch auf die geplante Größe ein. Er schlug vor, zunächst die Unterdeckung in den einzelnen Wohnvierteln zu ermitteln und in welchen sich ein Generationenwechsel anbahne, also junge Familien mit Kindern nachrücken würden. Auf dieser Grundlage könne man dann entscheiden, wo am sinnvollsten neue Kitas gebaut werden sollten. "Sich nur eine Lösung anzusehen, ist zu starr."

Dr. Kössinger lehnte dies ab. Es sei im letzten Mai eine große Bedarfsanalyse vorgestellt worden, so dass sie keinen Anlass sehe, dies zu wiederholen.

Markus Deschler: Es gebe auch noch andere Grundstücke im Gemeindebesitz.

Dr. Kössinger: Welche?

Markus Deschler: Die Verwaltung habe da sicher den besseren Überblick.

  • Auszüge aus dieser Analyse lagen den Gemeinderäten ganz offensichtlich nicht vor. Unklar blieb, ob diese Analyse die Frage nach dem "In welchem Wohnviertel liegt der Bedarf?" überhaupt beantwortet. Auf jeden Fall kam der Vorschlag für den Bau einer solch großen Kita für die Gemeinderäte völlig überraschend. Ohne Vorbereitung und ohne Unterlagen durch Dr. Kössinger und ihre Verwaltung wurde die Beratung zu diesem millionenschweren Vorhaben geführt. Dr. Kössingers Erwartung: Sie sollten einfach zustimmen.

Jens Rindermann verwies ebenfalls darauf, dass keine Alternativen genannt werden. Der Gemeinderat solle einfach nur alternativlos zustimmen.

Hans Wilhelm Knape / Gemeinderat Soziale Ökologen und Bürgermeisterkandidat der GRÜNEN, unterstützt von der SPD: Es biete sich der Bau von 2 bis 3 wohnnahen Kitas an.

Mit Stephan Ebner und Maximilian Platzer / CSU-Gemeinderäte wurde es emotional. Sie verstünden die Welt nicht mehr. Anstatt ein so "gutes und schönes" Vorhaben zu unterstützen, werde nur kritisiert.

Die Mehrheit von CSU-Bürgermeisterin, CSU und UBG beschloss, die Planung für 130.000 Euro in Auftrag zu geben. Da diese nicht im Haushalt vorgesehen ist, werden dafür die Gelder für die Planung der Aufstockung der Stockdorfer Grundschule verwendet.

  • Stockdorf soll trotzdem nicht warten müssen. Wir werden sehen, ob sich das bewahrheitet.

Auch Richard Eck / UBG-Gemeinderat stimmte zu, obwohl die Kosten dieses Baues überhaupt nicht genannt wurden. - Die Aufhebung des Abrissbeschlusses zum Bahnhof hatte er noch abgelehnt, da die Kosten seiner Sanierung nicht vorlägen. Und das, obwohl Architekten bereits vorher Entwürfe vorgelegt und Kosten von 2 bis 2,5 Mio. Euro genannt gehabt hatten.

Der neue Waldorfkindergarten wird mit seinen 2 Gruppen 1,7 Mio. Euro kosten, also rund 850.000 Euro pro Gruppe. D.h. man hat bei dem Bau für 6 Gruppen grob gerechnet mit 4 bis 5 Mio. Euro zu rechnen.

  • Es war eine ganz typische "Beratung" in diesem Gemeinderat. Die Mehrheit von CSU und UBG brachte einen Antrag ein. In der Diskussion ging dann die Mehrheit auf die sachlichen Hinweise und Vorschläge der Opposition nicht ein. Sie wich ihnen aus.

  • Alle reden vom Klimaschutz und vor allem davon, den Verkehr zu reduzieren. Eine so große Kita ganz am Rande von Gauting bauen zu wollen, ist das Gegenteil. 150 Kinder werden morgens quer durch die Waldkolonie hingefahren und später wieder abgeholt und 20 Erzieherinnen fahren dorthin zur Arbeit. Anstatt auf diesen sachlichen Hinweis einzugehen, wiederholten die CSU-Vertreter nur immer wieder: Es bestehe Bedarf und man müsse etwas tun. Und so redete man, wie so häufig, absichtsvoll am eigentlichen Problem und damit am politischen Gegenüber vorbei.

  • Die Zuhörer erlebten ein Lehrbeispiel zur politischer Kultur in Gauting. Das Ergebnis der Diskussion stand schon von vornherein fest - eine reine Alibi"beratung".

  • Es zeigt sich einmal mehr, dass CSU und UBG nur in Einzelprojekten denken - ob es die Ansiedlung von bis zu 800 Bewohnern auf dem AOA-Gelände oder von Firmen mit bis zu 5.000 Beschäftigten im Unterbrunner Holz ist. Die Zusammenhänge und Auswirkungen auf Mieten, Verkehr und Infrastruktur (Kitas, Schulen und Straßen samt Gemeindehaushalt) werden nicht beachtet.

Anne Franke verglich die Diskussionen im Gautinger Gemeinderat mit denen im Kreistag. Dort sei man an gemeinsamen Lösungen interessiert, was hier im Gautinger Gemeinderat nicht der Fall sei.

Kinderbetreuung - 68 Plätze nicht besetzt - 19.2.2020

68 Plätze in den Kinderbetreuungseinrichtungen waren am 1.10.2019 nicht besetzt - bei Henry & Henriette gleich eine ganze Gruppe. (Stephanie Pahl / MiFü-Gemeinderätin in der Gemeinderatssitzung am 18.2.2020)

121 Kinder stehen in Gauting auf der Warteliste - 5.7.2018

Der Bedarf an Kinderbetreuung in Gauting steigt. Die Lage wird sich erst entspannen, wenn alle 94 Plätze im neuen BRK-Kinderhaus Henry & Henriette an der Starnberger Straße zum Jahresende belegt sein werden.

Vollständiger Artikel: Cless-Wesle, Christine: "Henry & Henriette entspannen die Lage deutlich, in Starnberger Merkur v. 5.7.2018

153 Buben und Mädchen stehen in Gauting auf Wartelisten - 17.6.2017

Angesichts des Personalmangels in dem Bereich Kinderbetreuung forderte die SPD-Gemeinderätin Stephanie Pahl noch mehr Engagement von der Kommune. Ihrer Ansicht nach sollten Anreize für Erzieherinnen geschaffen werden, in Gauting zu arbeiten.

Vollständiger Artikel: Berzl, Michael: 153 Buben und Mädchen stehen in Gauting auf Wartelisten, SZ v. 17.6.2017