Die künftige Ortsentwicklung von Gauting

Die nächste Baustelle an der Bahnhofstraße ... 15.1.2022

An der Bahnhofstraße soll das Grundstück mit dem Optikergeschäft und der Fahrschule verkauft werden. Es wird für eine Wohnbebauung angeboten: 700 qm für 2,5 Mio. €.

Gauting Bahnhofstraße 2022-01-15 Sieber 17

Das Angebot wurde inzwischen aus dem Internet entfernt.

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Ein Bebauungsplan für die Junkerstraße - Für eine geordnete Bauentwicklung - 12.1.2022

Zur südlichen Junkerstraße in der Waldkolonie wird ein Bebauungsplan erstellt. Eine Veränderungssperre wurde erlassen, um während seiner Erarbeitung keine willkürlichen Änderungen zuzulassen, so der gestrige, einstimmige Beschluss des Bauausschusses.

Ein Investor wollte an der Junkerstraße in der Waldkolonie die Häuser Nr. 11 und 13 abreißen und stattdessen 8 Häuser in 2 Reihen hintereinander bauen. Der Bauausschuss beauftragte im Dezember die Verwaltung, die Erstellung eines Bebauungsplanes zu prüfen. Mit einem solchen Plan kann die Bebauung in geordnete Bahnen gelenkt werden, damit die Bauverdichtung nicht den Charakter der Waldkolonie zerstört und die Straßen den zusätzliche Verkehr weiterhin bewältigen können.

Der Investor zog inzwischen 2 seiner angefragten Bauvarianten zurück, so dass es noch um die Variante mit dem Abriss des Hauses 13 samt einer zweireihigen Bebauung geht. D.h. das Haus Nr. 11 bleibt stehen. Für seine Bewohner ist das sicher eine große Beruhigung.

Die Erstellung des Bebauungsplanes kam auf Initiative von Richard Eck/UBG zustande. CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger hatte ursprünglich die Zustimmung zu den Plänen des Investors empfohlen. Wochen zuvor hatte die SPD den Antrag gestellt gehabt, um auch die letzten Teile der Waldkolonie mit Bebauungsplänen zu sichern. Dieser Antrag war noch von allen anderen Gruppierungen abgelehnt worden. Hier

Die Ziele des Bebauungsplanes:

  • Sicherstellung einer ortsverträglichen Innenentwicklung
  • Wahrung der vorhandenen offenen Bebauung durch Regelungen zum Verhältnis von bebauter Fläche zu Freifläche
  • Minimierung der Bodenversiegelung
  • Beschränkung der Anzahl der Wohnungen in Wohngebäuden zum Erhalt sozial stabiler Bewohnerstrukturen und Eindämmung der Verkehrsbelastung
  • Bewahrung des Ortsbildes durch Sicherung der Vorgartenbereiche
  • Bewahrung des Ortsbildes durch Sicherung der zusammenhängenden Gartenzone im rückwärtigen Bereich
  • Stärkung des Naturschutzes durch grünplanerische Festsetzungen insbesondere in Vorgärten und der zusammenhängenden Gartenzone
  • Prüfung von Ausnahmen vom gebietstypischen Satteldach für eine alternative Dachform für die Nutzung von regenerativen Energien oder Begrünung Sicherstellung einer ortsverträglichen Innenentwicklung

Vorläufig wurden festgesetzt:

  • Grundstücksbezogen eine maximale Bebauung eines Flächenanteils von 25 %
  • Mindestgrundstücksgröße von 500 qm
  • Je vollendete 400 qm Grundstücksgröße in Wohngebäuden eine Wohnung
  • Wandhöhe max. 6,50 m
  • Zulässige Dachneigungen 20° bis 30°
  • Satteldach; ausnahmsweise alternative Dachformen für die Nutzung regenerativer Energien oder Begrünung
  • Baugrenzen auf den Grundstücken

Ein Planungsbüro wird den Bebauungsplan ausarbeiten.

Die Waldkolonie ist ein herausragendes Beispiel für die Architektur des Bürgertums um die Jahrhundertwende. Es ist sehr erfreulich, dass nun weitere Schritte unternommen werden, um der Waldkolonie ihren baulichen Charakter zu erhalten.

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Oberbrunner Feuerwehr ohne WC. CSU und UBG wollen keine schnelle Hilfe - 12.1.2022

Im Bauausschuss wurden plötzlich Neubaupläne zu den Feuerwehrstandorten in Oberbrunn und Stockdorf vorgestellt. Die heutigen Verhältnisse seien völlig unzulänglich.

In Oberbrunn gebe es keine sanitären Anlagen und auch keinen Umkleidebereich. Das Gebäude sei darüber hinaus baufällig. In Stockdorf sei der Umkleidebereich nur provisorisch zwischen Frauen und Männern getrennt. Die große Jugendgruppe mit ihren 18 Mitgliedern könne nicht gut untergebracht werden. Die Raumverhältnisse seien für die 55 Mitglieder sehr beengt.

Der Bauausschuss beschloss die Planungskosten für Neubau bzw. Ergänzungsbauten in den Haushalt 2022 aufzunehmen. In Oberbrunn sollen im Obergeschoss noch 2 Wohnungen vorgesehen werden. Voraussetzung sei, dass sich beide Vorhaben in den in Arbeit befindlichen Feuerwehrbedarfsplan einfügen.

Stefan Berchtold/MfG-Piraten: Er sei überrascht, dass solch konkrete Baupläne vorgestellt würden, bevor der Feuerwehrbedarfsplan vorliege. Bauvorhaben würden sich doch erst aus dem Bedarfsplan ergeben.

CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger: Auf der einen Seite werfe man der Verwaltung vor, dass sie nicht informiere und wenn sie es dann tue, dann werde sie auch kritisiert.

Markus Deschler/FDP: Der notwendige Modernisierungsbedarf sei offensichtlich. Man sollte die Planungskosten im Haushalt 2022 vorsehen.

Harald Ruhbaum/MiFü: Die Information sei sehr gut. Das gelte auch für die vorgesehenen Wohnungen.

Dr. Kössinger Es gehe jetzt nur darum, die Planungskosten im Haushalt einzuplanen.

Eberhard Brucker/SPD: Die Informationen über den Zustand der Feuerwehrgebäude seien wichtig und wertvoll. Jetzt aber schon Beträge in den Haushalt aufnehmen zu wollen, halte er für verfrüht. Gauting werde nicht alle Feuerwehrstandorte gleichzeitig um- bzw. neu bauen können. Es seien sich alle einig gewesen, dass in Gauting nach Auszug der Polizei ein neues Feuerwehrgebäude gebaut werden solle und dafür habe man die Planung in Auftrag gegeben. Gilching baue gerade ein neues Feuerwehrgebäude für 16,5 Mio. €. Da die Gautinger Feuerwehr über mehrere Standorte verteilt sei, könnte dieser Neubau wohl kleiner und damit günstiger erstellt werden. Aber es könnten sich trotzdem noch Kosten von 5 bis 10 Mio. ergeben.

Seiner Ansicht nach stelle der Feuerwehrbedarfsplan die Grundlage dar. Mit ihm werde der Bedarf und auch die Arbeitsteilung zwischen den Feuerwehren in Gauting, Buchendorf, Ober- und Unterbrunn sowie Stockdorf geklärt. So wolle z.B. Stockdorf das Lager für die Schutzkleidung an Gauting abgeben. Aus diesem Gesamtplan ergebe sich dann, was an den einzelnen Standorten zu investieren sei.

Eva-Maria Klinger/CSU: Man könne nicht solange warten. Es würde zu viel Zeit verloren gehen. Man müsse die Planungskosten jetzt in die Haushaltplanung 2022 aufnehmen.

Brucker: Der Feuerwehrbedarfsplan solle im Sommer vorliegen. Man sollte ihn erst abwarten. Damit würde sich alles nur um ein halbes Jahr verschieben. Man könnte dann im Herbst im Rahmen eines Gesamtkonzeptes begründet und zielgerichtet Planungen mit ihren Investitionen in den Haushalt 2023 einarbeiten.

Zu Oberbrunn:

Franz Jaquet/CSU: Er habe Zweifel, ob es wegen der Lärmbelastung tragbar sei, Wohnungen über der Fahrzeug- und Gerätehalle zu bauen. Seinem Eindruck nach, sei man inzwischen allgemein davon abgekommen.

Richard Eck/UBG: Man könne die Wohnungen zumindest für Bedienstete der Gemeinde reservieren.

Brucker: Angesichts der unzumutbaren Verhältnisse in Oberbrunn schlage er vor, vorübergehend 1 Container für sanitäre Anlagen und Umkleideräume aufzustellen, bis die endgültige Lösung zur Verfügung stehe. Denn selbst wenn das Geld da wäre, Bauplanung samt Bauausführung dauere mindestens 2 Jahre, bevor sich etwas an der Situation verbessern könne.

Richard Eck (Referent für Rettungswesen) lehnte das rundweg ab. Ein Provisorium werde oft zum Dauerzustand. Und es wäre mit 1 Container nicht getan. Auch der Anhänger sei dann noch nicht untergebracht.

Brucker gab ihm recht, dass Provisorien mitunter arg lange leben würden. Aber der Gemeinderat habe es in der Hand, dass dies nicht so komme. Es gehe jetzt darum, schnelle Hilfe zu leisten. Und wenn man 2 Container brauche, dann solle man eben 2 aufstellen.

Dr. Kössinger: Sie werde keine Container aufstellen. Das sei verschwendetes Geld. Die Container würden genauso viel kosten wie der Neubau.

Brucker: Für den Neubau ohne die Wohnungen seien 700.000 € an Baukosten veranschlagt. Zu behaupten, dass die Aufstellung zweier Container genauso viel kosten würde, sei nun wirklich sehr abwegig.

Beschluss zu Oberbrunn:
Der Neubau soll in den Haushalt 2022 und die Finanzplanung der Folgejahre eingeplant werden mit geschätzten:
Planungskosten ohne Wohnungen 160.000, Baukosten 700.000 €
Planungskosten mit Wohnungen 315.000, Baukosten 1.270.000 €

Mit Ausnahme von Brucker/SPD stimmten alle dafür.

Beschluss zu Stockdorf:
Der Neubau soll in den Haushalt 2022 und die Finanzplanung der Folgejahre eingeplant werden mit geschätzten:
Planungskosten 350.000, Baukosten 1.540.000 €

Gegen Brucker/SPD, Derksen und Moser/GRÜNE stimmte die Mehrheit dafür.

Es zeigt sich einmal mehr, dass weitreichende Beschlussvorlagen mit erheblichen finanziellen Auswirkungen beschlossen werden, ohne die Zusammenhänge zu berücksichtigen.

Als der Kämmerer im Dezember den Haushaltsentwurf 2022 vorlegte, verwies er darauf, dass in den Folgejahren die Investitionen in eine nicht bezahlbare Höhe anwachsen würden. Die Aufsichtsbehörde werde das nicht genehmigen. Es sind also wieder einmal zu viele Projekte eingeplant worden. Jetzt Planungsarbeiten zu beschließen, die anschließend nicht sofort gebaut werden können, sind Planungen für die Schublade. Anstatt sich erst den Überblick zu verschaffen, was wo gebaut werden sollte und anschließend im Rahmen der Haushaltplanung die Projekte zeitlich so einzuplanen, dass ihre Umsetzung auch bezahlbar ist, stürzt man sich sofort in eine isolierte Einzelplanung. Auf Verdacht sollen große Summen im Haushalt reserviert werden, so dass diese Gelder für andere Projekte nicht zur Verfügung stehen werden.

Es sei daran erinnert, dass in Gauting jedes vierte Kind nicht in Krippe, Kita oder Hort untergebracht werden kann. Ein klarer Gesetzesverstoß und dies seit vielen Jahren! (Hier) Gauting wird nicht neben dem dringenden und gesetzlich vorgeschriebenen Ausbau der Kinderbetreuung und neben dem Bau des Gautinger Feuerwehrgebäudes gleichzeitig einfach mal 3,5 Mio. € für die Feuerwehrgebäude in Oberbrunn und Stockdorf ausgeben können. Man wird es auch nicht erzwingen können, indem man der Feuerwehr in Oberbrunn die schnelle Hilfe verweigert. Ein Feuerwehrgebäude ohne WC, das ist unzumutbar für die Feuerwehrleute, die ehrenamtlich in ihrer Freizeit für unser aller Sicherheit sorgen! - Im Rahmen der Haushaltsberatungen wird die Mehrheit von der Realität wieder eingeholt werden.

Anwesend:
CSU: Egginger, Elsnitz, Jaquet, Klinger, Dr. Kössinger
FDP: Deschler
GRÜNE: Derksen, Knape, Moser
MfG-Piraten: Berchtold
MiFü: Ruhbaum
SPD: Brucker
UBG: Eck (Referent für Rettungswesen)

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Die Bauverdichtung Stand Januar 2022 - 12.1.2022

Zur Bauverdichtung in Gauting ergibt sich aus den erteilten Genehmigungen für den Zeitraum von Januar 2020 bis Januar 2022:

  • Neubau von 149 zusätzlichen Häusern mit 238 Wohneinheiten, verbunden mit dem
  • Abriss von 41 meist gut erhaltenen Häusern und der
  • Versiegelung von annähernd 17.000 m² Gartenfläche
  • Gautings Einwohnerzahl wird voraussichtlich um 710 Bewohner mit 310 Autos zunehmen.

Die Einwohnerzahl stieg bereits in den 5 Jahren von 2015 bis 2019 um 891 Bewohner an. Der Siedlungsdruck, der von Münchens ungebremster Gewerbeansiedlungspolitik ausgeht, wird zusätzliche Anforderungen an Kitas, Schulen und Straßen nach sich ziehen und die Gemeindekasse mit zusätzlichen Millionenausgaben stark belasten. Die 3 geplanten Gautinger Gewerbegebiete auf 260.000 m² werden zu einem weiteren Zuzug führen.

Gauting Verdichtung 2022-01 90

Die einzelnen Verdichtungsvorhaben:

2021
2020

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Große Bauprojekte beantragt: Grubmühlerfeldstraße - 22.12.2021

An der Ecke Grubmühlerfeldstraße / Fußbergstraße will ein Investor 5 Mehrfamilienhäuser mit 45 Wohnungen und Geschäftsräumen im EG bauen. Es sind heute 3 parallel liegende Grundstücke. Der Investor hat 2 Grundstücke gekauft, das dritte gehört der Gemeinde. Die Gemeinde will den hinteren Teil abtreten und soll dafür vorne an der Straße einen Ausgleich bekommen. Auf dem neuen Grundstück der Gemeinde könnte dann ein Kindergarten gebaut werden.

Aus der Diskussion im Bauausschuss:

Eberhard Brucker/SPD erinnerte daran, dass auch die CSU im Wahlkampf für den Erhalt der kleinen innerörtlichen Gewerbeflächen eingetreten sei. Es werde immer über zu wenig Gewerbesteuer geklagt. Wenn ein solch großes Wohnprojekt dort gebaut werde, dann würde das kleine Gewerbegebiet zusätzlich stark geschwächt. Die Einschränkungen hinsichtlich Lärm und Luftbelastung würden sich immer stärker durchsetzen und zunehmend das ganze Gewerbegebiet gefährden.

Richard Eck/UBG verwies auf Entscheidungen von vor vielen Jahren, als man Wohnbebauung auf der Ostseite der Grubmühlerfeldstraße zugelassen habe. Ursprünglich sei diese Seite nur für Gewerbe vorgesehen gewesen. Mit der beginnenden Wohnbebauung sei dieses aber gekippt worden.

Eva-Maria Klinger/CSU Das habe man vor 20 Jahren gemacht, so dass es heute nur noch als Mischgebiet angesehen werden könne. Es sei interessant, dass der Bundeskanzler für Wohnbebauung eintrete und wohl der SPD angehöre, während die Gautinger SPD dagegen sei.

CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger: Es sei ein Mischgebiet. Gewerbe müsse immer leises Gewerbe sein. Die Aufstellung des Bebauungsplanes, um es als Gewerbegebiet zu erhalten, hätte wegen der Wohnbebauung nebendran und auch gegenüber nicht abgeschlossen werden können.

Heinrich Moser/GRÜNE: Angesichts der Größe des Vorhabens sollte es mit einem Mobilitätskonzept verbunden werden. Er sei für Verdichtung.

Eck fragte ihn, wie die Bewohner denn zur S-Bahn kommen sollten. Es sei zu weit, um zu Fuß zu gehen. Eine Buslinie ans Ende der Grubmühlerfeldstraße würde sich nicht lohnen. Und wo sollten die Busse auch wenden? Wenn man den Bewohnern die Autos wegnehme, wie solle das gehen?

Annette Derksen/GRÜNE erinnerte an Stephan Ebner/CSU, der auf die blockartige Wirkung dieses Projektes hingewiesen habe. Man habe in Gauting mit dieser Art von Bebauung seine Erfahrung gemacht und sei heute für eine durchlässige Lösung. Man sollte mit den Architekten reden.

Dr. Kössinger: Architektur und Mobilitätszentrum würden nicht hierher gehören. So etwas wäre später im Rahmen eines städtebaulichen Vertrages mit dem Investor zu vereinbaren.

Markus Deschler/FDP: Die Fläche sei baureif. Eine gemischte Lösung sei besser als eine nach § 34. Er sei dafür.

Abstimmung

dafür:
CSU: Egginger, Elsnitz, Jaquet, Klinger, Dr. Kössinger
FDP: Deschler
GRÜNE: Knape, Moser
MfG-Piraten: Berchtold
MiFü: Ruhbaum
UBG: Eck

dagegen:
Grüne: Derksen (Referentin für Ortsentwicklung)
SPD: Brucker

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Große Bauprojekte beantragt: Junckerstraße - 22.12.2021

An der Junkerstraße 11 und 13 in der Waldkolonie will ein Investor die 2 Häuser abreißen und stattdessen 8 Häuser in 2 Reihen hintereinander bauen.

Aus der Diskussion im Bauausschuss:

Richard Eck/UBG verwies darauf, dass damit eine zweite Bauzeile eröffnet werde, die der Präzedenzfall für die ganze Straße werden würde. D.h. auf den anderen Grundstücken könne dann auch zweireihig gebaut werden.

Vertreterin des Bauamts: Man habe den Fall dem Kreisbauamt vorgelegt. Man sehe dort keine erste und auch keine zweite Reihe. Es bestehe Baurecht.

Eck: Das mag heute so sein. Aber es sei nicht ausgeschlossen, dass es nach einem Erbfall zu einer Grundstücksteilung komme. Und dann hätte man die zweite Reihe.

CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger: Es bestehe Baurecht. Wenn man es mit einem Bebauungsplan verhindern wolle, dann laufe man Gefahr, Entschädigungen leisten zu müssen.

  • Einstimmig wurde beschlossen, diesen Antrag auf die nächste Sitzung zu vertagen. In der Zwischenzeit wird geprüft, was mit einem Bebauungsplan erreicht werden kann.

Zur Erinnerung: Die SPD-Fraktion hatte in der letzten Sitzung vor nur 3 Wochen auf den zunehmenden Bau großer Häuserblocks am Rande der Waldkolonie hingewiesen. Eine großformatige Bebauung, die sich immer weiter in die Waldkolonie hineinfressen und sie schleichend und grundlegend verändern werde. Die SPD hatte deswegen den Antrag gestellt, auch die letzten Teile der Waldkolonie im Rahmen von Bebauungsplänen zu regeln, um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten. Es gelte die einmalige Architektur zu erhalten. Der Antrag war von allen anderen Fraktionen abgelehnt worden. Hier

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Große Bauprojekte beantragt: Am Gockelberg - 22.12.2021

Am Gockelberg soll am Ende eines schmalen Fahrweges, der unmittelbar an 2 Wohnhäusern vorbeigeht, gebaut werden. Der erste Investor wollte 11 Häuser bauen. Nun hat er an einen zweiten Investor verkauft. Der beantragte jetzt den Bau von gleich 13 Häusern auf einem Grundstück mit 2600 qm.

Aus der Diskussion im Bauausschuss:

CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger erklärte, dass die Gemeinde auf die Abstände zu ihrem angrenzenden Grundstück nicht verzichten werde. Die Zufahrt zu dem Grundstück sei nach wie vor nicht geklärt, was auch das Kreisbauamt schon festgestellt hätte.

Richard Eck/UBG meinte, dass dieses Bauvorhaben in seinem Umfang entgegen der Beschlussvorlage des Bauamts überhaupt nicht in die Umgebung passe.

Eberhard Brucker/SPD schloss sich dem an. Es gebe am ganzen Buchendorfer Berg keine vergleichbare Bauverdichtung. Das Vorhaben falle völlig aus dem Rahmen.

  • Unter Hinweis auf die nicht eingehaltene Abstandsflächensatzung zu den Nachbarn, die ebenso nicht beachtete Stellplatzsatzung und die fehlenden Fahrradstellplätze wurde das Projekt nicht genehmigt.

Der Ablehnungsbeschluss war zwiespältig, denn er beinhaltete gleichzeitig die Aussage, dass das Bauvolumen mit seinen 13 Häusern in die Umgebung passen würde. Brucker war für Ablehnung des Antrages, wollte aber nicht gleichzeitig dem Umfang der Bebauung zustimmen. Er schloß sich deswegen der Mehrheit nicht an.

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Die Bauverdichtung 2021 - 21.12.2021

Im Rahmen der Bauverdichtung kam es auch in diesem Jahr wieder zu einer Vielzahl genehmigter Projekte. Aber die Entwicklung schwächt sich ab. Waren es 2020 noch 67 Projekte, so in 2021 noch 48. Die extremen Grundstückspreise zeigen ihre Wirkung. Es lohnt sich für die Investoren immer weniger, nutzbaren Wohnraum abzureißen, um stattdessen ein Mehrfaches an Wohneinheiten auf das Grundstück zu setzen.

Die Gründe dieser Entwicklung haben wir schon des Öfteren hier angesprochen:

  • Die fehlende Regionalplanung, mit der die Massenabwanderung auch in unseren Raum beendet werden könnte, indem sie Betriebsansiedlungen in den entlegeneren Landkreisen massiv unterstützt. Die Menschen müssten nicht mehr der Arbeit hinterherziehen, weil sie in ihrer regionalen Heimat eine Zukunft hätten.

  • Eine zu einseitige Ausrichtung der kommunalen Steuereinnahmen auf die Gewerbesteuer, die manche Stadt dazu veranlasst, eine ungebremste Gewerbeansiedlungspolitik auf Kosten der Nachbarkommunen zu verfolgen. München ist ein Beispiel dafür. Dort erwartet man, dass die Umlandkommunen den fehlenden Wohnraum für die in München Beschäftigten zur Verfügung stellen.

Die Folgen:

  • Die Gemeinden sind damit finanziell überfordert, wir sehen es bei uns. 2020 arbeiteten in Gauting 4300 Pendler und umgekehrt 6400 Gautinger außerhalb (Planungsverband, Gemeinde Gauting 2020, S. 32). D.h. Gauting stellt schon heute die Infrastuktur für zusätzliche 2100 Beschäftigte und ihre Familien zur Verfügung, ohne dafür ausreichend finanziell entschädigt zu werden.

  • Gauting tritt nun die Flucht in 3 neue Gewerbegebiete an und wird damit das finanzielle Problem aber nur weiter verschärfen. Denn wer Tausende von Beschäftigten hierher holt, der treibt die Mieten und löst so den nächsten Schub im Wohnungsbau mit seinen kostspieligen Anforderungen an die Infrastruktur aus.

Zur Bauverdichtung in Gauting ergibt sich aus den erteilten Genehmigungen für den Zeitraum von Januar 2020 bis Dezember 2021:

  • Neubau von 147 zusätzlichen Häusern mit 236 Wohneinheiten, verbunden mit dem
  • Abriss von 40 meist gut erhaltenen Häusern und der
  • Versiegelung von annähernd 16.800 m² Gartenfläche
  • Gautings Einwohnerzahl wird voraussichtlich um 710 Bewohner mit 310 Autos zunehmen.

Die Einwohnerzahl stieg bereits in den 5 Jahren von 2015 bis 2019 um 891 Bewohner an. Der Siedlungsdruck, der von Münchens ungebremster Gewerbeansiedlungspolitik ausgeht, wird zusätzliche Anforderungen an Kitas, Schulen und Straßen nach sich ziehen und die Gemeindekasse mit zusätzlichen Millionenausgaben stark belasten. Die 3 geplanten Gautinger Gewerbegebiete auf 260.000 m² werden zu einem weiteren Zuzug führen.

Gauting Verdichtung 2021-12-21 85 Gauting Verdichtung 2021-12-21 2020 95

Die einzelnen Verdichtungsvorhaben in 2020 hier.

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Kommunaler Wohnungsbau in Gauting? Antrag der CSU - 18.12.2021

Im Gemeinderat beantragte die CSU-Fraktion die Untersuchung, welche Möglichkeiten die Gemeinde hat, um auf eigenen Grundstücken selber kommunalen, preisgünstigen Wohnungsbau durchführen zu können.

Zu untersuchen seien:

  • die Rechtsform (GmbH ...)
  • die staatliche Förderung
  • die Aufgaben, die die Gemeinde zwingend selbst übernehmen müsste und was an Dienstleister übertragen werden könnte
  • die Grundstücke, auf denen gebaut werden könnte
  • Vergaberecht der Gemeinde zu den Wohnungen

Bislang hat die Gemeinde den Bau preisgünstiger Wohnungen vom Verband Wohnen durchführen lassen, der anschließend auch die Verwaltung dieser Mietshäuser übernahm. Der Verband Wohnen gehört den Gemeinden im Landkreis Starnberg. Die Gemeinden stellen dem Verband Wohnen für seine Bauten unentgeltlich Grundstücke zur Verfügung.

Das Bauamt der Rathausverwaltung hat bislang nur vereinzelt gemeindeeigene Zweckbauten erstellt, so z.B. für die Tafel an der Grubmühlerfeldstraße und den Waldorfkindergarten an der Tassilostraße.

Annette Derksen/GRÜNE fragte, ob dabei auch das Bauvorhaben auf dem Gemeindegrund bei AOA miteinbezogen werden solle.

Michael Vilgertshofer/CSU bestätigte dies.

Abstimmung: Mit 23:6 wurde der Antrag angenommen.

Die Ablehnung kam vor allem aus den Reihen der GRÜNEN. Die SPD-Fraktion stimmte zu.

Anwesend:

CSU: Ebner, Egginger, Elsnitz, Jaquet, Klinger, Kössinger, Dr. Kössinger, Platzer, Vilgertshofer
FDP: Deschler, Hundesrügge, Wechtl
GRÜNE: Derksen, Franke, Dr. Ilg, Knape, Moser, Nothaft, Dr. Reißfelder-Zessin, Rindermann
MfG-Piraten: Berchtold, Höpner, McFadden
MiFü: Pahl, Ruhbaum, Dr. Sklarek
SPD: Brucker, Dr. Wenzel
UBG: Eck

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Villa am Krapfberg - 15.12.2021

Die Gemeinde will ihre Villa am Krapfberg abgeben.

Gauting Krapfberg 2
© Starnberger Merkur

In einem Bieterverfahren soll der neue Besitzer ermittelt werden, als Käufer oder Erbpächter in Abhängigkeit seines Nutzungskonzeptes.

In der Gmeinderatssitzung wurde bekannt, dass der Beginn der Ausschreibung wegen Arbeiten am Haushaltsplan 2022 verschoben wurde.

Auf Hinweis von Stefan Berchtold/MfG-Piraten wurde für die Bewerber der Zeitraum für ihre Konzepterstellung von 4 auf 8 Wochen verlängert.

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Bebauungspläne zur behutsamen Ortsentwicklung und zum Erhalt des Ortsbildes - 1.12.2021

Mit Bebauungsplänen kann die Gemeinde auf Nutzung, Größe und Dichte der Bauvorhaben Einfluss nehmen. Sie kann damit bei der weiteren Ortsentwicklung und zu dem künftigen Ortsbild mitbestimmen. Sie muss es tun, denn zum Schluss muss sie die Kitas, Schulen und Straßen zur Verfügung stellen und die kosten immer gleich viele Millionen.

Bebauungspläne werden mitunter angepasst, wenn sich ihre Ziele im Laufe der Zeit wandeln. Ihre Überarbeitung zieht sich aber zum Teil über viele Jahre hin. Die SPD wollte wissen: Wie viele Bebauungspläne sind zur Zeit in Überarbeitung? Ihr Antrag wurde abgelehnt. Das zu ermitteln sei für das Bauamt zu viel Arbeit.

Innerhalb von 3 Monaten wurden 3 Bebauungspläne genannt, die sich seit Jahren im Stadium der Überarbeitung befinden. Hier Die gewollten Änderungen sind somit noch nicht gültig. Die Folge: Bauanträge werden genehmigt, die den Zielen der Überarbeitung widersprechen.

Angefangene Arbeiten, die immer wieder unterbrochen und liegengelassen werden, verursachen Mehrfacharbeit. Man muss sich immer wieder neu eindenken. Die angefangenen Arbeiten werden von Bauanträgen überholt, so dass die Entwürfe immer wieder angepasst werden müssen. Und schliesslich genehmigt man auch noch etwas, was man gar nicht will.

SPD-Antrag: Welche Bebauungspläne sind seit wann in Bearbeitung und sollen voraussichtlich wann verabschiedet werden?

CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger: 20 Stunden Arbeit!

Vertreterin des Bauamtes: Im Prinzip sei man sich einig. Nach der Analyse seien die Ziele festzulegen und eine Veränderungssperre zu beschließen. Aber auch wenn die Arbeiten unterbrochen werden und rechtlich nicht gültig seien, seien Analyse und Zielsetzung im Gespräch mit den Bauherren hilfreich.

Dr. Kössinger: Manche Bebauungspläne seien nicht machbar. Um welche Ziele gehe es?

Eva-Maria Klinger/CSU: Was bringe es? Nichts! Der Bauausschuss brauche es nicht. Auch wenn sie unvollständig seien, seien sie nutzbar und die Bauherren damit beeinflußbar.

Eberhard Brucker/SPD: Wie viele Bebauungspläne gebe es denn zu Gauting?

Dr. Kössinger und die Vertreter des Bauamtes sahen sich fragend an. Keiner konnte die Frage beantworten. Keiner weiß es.

Man weiß nicht, an wie vielen Bebauungsplänen man arbeitet und will es gar nicht wissen. Man weiß nicht, wie viele Bebauungspläne es gibt und will auch das nicht wissen. Man hat keinen Überblick über das eigene Aufgabengebiet und will ihn nicht haben. --- Wenn Arbeiten immer wieder unterbrochen werden, dann heißt das, dass die Prioritäten häufig gewechselt werden. Erhebliche Mehrarbeit ist die Folge und das heißt: Alles dauert länger, alles wird erst später fertig.

Nur Brucker und Hans Wilhelm Knape/GRÜNE stimmten für den Antrag.

Anwesend:

CSU: Egginger, Elsnitz, Jaquet, Klinger, Dr. Kössinger
FDP: Deschler
Grüne: Derksen (Referentin für Ortsentwicklung), Knape, Dr. Reißfelder-Zessin
MfG-Piraten: -
MiFü: Ruhbaum
SPD: Brucker
UBG: Eck

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Waldkolonie - Welche Entwicklung wird sie nehmen? - 1.12.2021

Die Waldkolonie ist immer noch ein Wohnviertel mit ziemlich geschlossener Architektur. An den Rändern wird aber zunehmend sehr groß gebaut. Welche Entwicklung nimmt das? Was wird langfristig von dieser außergewöhnlichen Baukultur bleiben? Mit Bebauungsplänen kann die Gemeinde auf die Größe und Dichte der Bauvorhaben Einfluss nehmen. Sie kann bei dem sich weiter entwickelnden Ortsbild mitbestimmen.

Die SPD-Fraktion stellte den Antrag, auch zu den letzten Teilen der Waldkolonie Bebauungspläne zu erstellen, um dieser Entwicklung zu wehren. Der Antrag wurde im Bauausschuss abgelehnt.

Eberhard Brucker/SPD: Die Waldkolonie sei ein herausragendes architektonisches Beispiel für die Architektur der Jahrhundertwende. Die Qualität dieses Viertels ergebe sich nicht nur aus der Bauweise der Häuser, sondern auch aus ihrer unmittelbaren Umgebung. An den Rändern der Waldkolonie werden nun zunehmend große Häuserblocks gebaut, so an der Pippin-, Römer- und Unterbrunnerstraße. Einmal gebaut, geben sie die Berechtigung ab, in ihrer Nachbarschaft ebenfalls so groß bauen zu dürfen. Das groß Bauen fresse sich langsam in das Wohnviertel hinein und verändere es schleichend und grundlegend. Deswegen sollte auch für die letzten Teile der Waldkolonie Bebauungspläne erstellt werden, um dieser Entwicklung vorzubeugen. Der Rechtsanwalt der Gemeinde habe ausgeführt, dass dies sehr schwierig, aber nicht unmöglich sei.

Es gelte mit den Bebauungsplänen auch für diese Bereiche der Kolonie einen Standard zu erarbeiten. Die Häuser, die diesem Standard nicht entsprechen, für die gelte dann der Bestandsschutz. Bei der Beratung im September über den Bauantrag zu einer Garage in Stockdorf wurde dies deutlich. Der Bauherr bezog sich auf eine andere Garage, die aber lange vor der Erstellung des Bebauungsplanes gebaut worden war. Sie durfte deswegen nicht als Vergleichsmaßstab herangezogen werden. Der Bauantrag wurde abgelehnt. D.h. die vorhandenen Häuser müssen nicht schon dem Standard des Bebauungsplanes entsprechen; für sie gilt der Bestandsschutz. Der Bebauungsplan gilt für künftige Bauvorhaben.

Eva-Maria Klinger/CSU: Die Kolonie sei einmalig. Wir wollen sie alle erhalten. Aber aufgrund ihrer Vielfältigkeit sei das umso schwieriger. Sie warne davor, alles mit Bebauungsplänen abdecken zu wollen. Wer trage die Kosten? Man dürfe die Leistungsfähigkeit der Verwaltung nicht überziehen. Sie glaube nicht, dass das erreichbar sei.

CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger: Man habe zu der Parkstraße einen Bebauungsplan erstellt, der aufgrund zweier gerichtlicher Klagen nicht mehr gelte. Man habe dann aufgegeben. Die Kolonie einfrieren zu wollen, sei eine Illusion.

Markus Deschler/FDP: Es sei schwierig, die Ziele für diese neuen Bebauungspläne zu formulieren. Die Ressourcen in der Verwaltung seien begrenzt.

Hans Wilhelm Knape/GRÜNE: Es müsste gelingen, einige Strukturen zu erhalten. Gebe es denn noch andere Möglichkeiten?

Vertreterin des Bauamtes: Der Bebaungsplan sei entscheidend. Man laufe Gefahr, Entschädigungszahlungen leisten zu müssen, wenn man Baurecht wegnehme oder löse zusätzliches Bauen aus, wenn zusätzliches Baurecht gegeben werde.

Knape: Das sei enttäuschend. Es werde verändert, was erhalten werden sollte. Man müsse den guten Willen austesten. Über Bürgerdialog?

Dr. Kössinger: Was ist das Ziel? Sollen dort nur noch Millionäre wohnen?

Richard Eck/UBG: Die umgebenden Häuser entscheiden, wie groß gebaut werden dürfe. Man habe früher nur die unmittelbaren Nachbarhäuser als Vergleichsmaßstab zu einem Bauantrag herangezogen. Das Kreisbauamt ziehe inzwischen aber den Kreis vergleichbarer Häuser sehr viel weiter, so dass zusätzlich große Häuser als Maßstab herangezogen werden und damit große Bauvorhaben vor Gericht leichter durchsetzbar sind.

Der Rechtswalt sagte, es sei sehr schwierig, aber nicht unmöglich. Nur weil man in der Vergangenheit bei dem einen oder anderen Bebauungsplan nicht erfolgreich war, muss das nicht heißen, dass so etwas unmöglich ist. Schließlich war es möglich, zu anderen Teilen der Waldkolonie Bebauungspläne aufzustellen. Und im Haushalt 2021 ist genügend Geld übriggeblieben, um diese Arbeiten bezahlen zu können, die in der Regel von externen Planungsbüros ausgeführt werden. Abgesehen davon musste das Bauamt in diesem Jahr ein Viertel weniger Bauanträge als im letzten Jahr bearbeiten. Die Enttäuschungen ließen resignieren. Man wartet nur noch ab, was auf Waldkolonie und Gemeinde zukommt, ohne selbst gestalten zu wollen. Die anderen Fraktionen lehnten den SPD-Antrag ab.

Anwesend:

CSU: Egginger, Elsnitz, Jaquet, Klinger, Dr. Kössinger
FDP: Deschler
Grüne: Derksen (Referentin für Ortsentwicklung), Knape, Dr. Reißfelder-Zessin
MfG-Piraten: -
MiFü: Ruhbaum
SPD: Brucker
UBG: Eck

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Die Bauverdichtung Stand November - 1.12.2021

Zur Bauverdichtung in Gauting ergibt sich aus den erteilten Genehmigungen für den Zeitraum von Januar 2020 bis November 2021:

  • Neubau von 140 zusätzlichen Häusern mit 189 Wohneinheiten, verbunden mit dem
  • Abriss von 39 meist gut erhaltenen Häusern und der
  • Versiegelung von annähernd 14.500 m² Gartenfläche
  • Gautings Einwohnerzahl wird voraussichtlich um 570 Bewohner mit 250 Autos zunehmen.

Die Einwohnerzahl stieg bereits in den 5 Jahren von 2015 bis 2019 um 891 Bewohner an. Der Siedlungsdruck, der von Münchens ungebremster Gewerbeansiedlungspolitik ausgeht, wird zusätzliche Anforderungen an Kitas, Schulen und Straßen nach sich ziehen und die Gemeindekasse mit zusätzlichen Millionenausgaben stark belasten. Die 3 geplanten Gautinger Gewerbegebiete auf 260.000 m² werden zu einem weiteren Zuzug führen.

Gauting Verdichtung 2021-11-30 1 90 Gauting Verdichtung 2021-11-30 2 90

Die einzelnen Verdichtungsvorhaben in 2020 hier.

Für Fragen, Hinweise und Meinungen Ihre E-Mail an: info@spd-gauting.de

Fehlender Bebauungsplan und das Bauvorhaben am Gockelberg - 10.11.2021

Der Bauausschuss tagte.

Umbau des Hauses Wanneystr. 7 in Stockdorf zu einem Mehrfamilienhaus: Der Bauantrag verstößt gegen den neuen Bebauungsplan, der seit langem überarbeitet wird und immer noch nur im Entwurf vorliegt. Aber da er nicht fertig ist, gilt nach wie vor der alte Bebauungsplan. Der Bauantrag wurde genehmigt. Heinz Moser/GRÜNE und Eberhard Brucker/SPD stimmten dagegen.

Wieder ein Bebauungsplan, der nicht fertig wird. Unlängst gab es schon 2 andere Fälle, in Buchendorf (25.8.2021) und in der Waldkolonie (14.9.2021). Angefangene Arbeiten, die immer wieder unterbrochen und liegengelassen werden, verursachen Mehrfacharbeit, da man sich immer wieder erst neu eindenken muss. Die angefangenen Arbeiten werden von Bauanträgen überholt, so dass die Entwürfe immer wieder angepasst werden müssen. Auch das bedeutet Doppelarbeit. Und man hat wieder etwas genehmigt, was man eigentlich gar nicht will.

Bauvorhaben am Gockelberg mit 11 Häusern: Auf Antrag der SPD kam dieses Vorhaben erneut auf die Tagesordnung. Brucker begründete dies damit, dass es 2 Stellungsnahmen gebe, die sich widersprächen. Das Kreisbauamt forderte die Gemeinde auf, einen Bebauungsplan zu erstellen, denn nur mit einem solchen könne man dieses Bauvorhaben eingrenzen. Die Gemeindeverwaltung sehe das aber als unmöglich an, da es keine ordnungsgemäße Zufahrt gebe. Sie ist nur 2,50 m breit, müsste aber mindestens 3,50 m haben.

  • Die SPD beantragte, dass Verwaltung und Kreisbauamt ein Gespräch führen, in dem das Kreisbauamt erläutert, wie es sich die Erstellung eines Bebauungsplanes vorstellt. Dort sitzen Baujuristen, so dass man gemeinsam klären kann, wie dieses monströse Bauvorhaben zu verhindern ist.

CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger widersprach. Es sei kein monströses Bauvorhaben. Es gebe nur die Enteignung als Lösung. Und sie hätten mit dem Kreisbauamt gesprochen.

Brucker: Vom Kreisbauamt liege nichts Schriftliches vor, wie es sich die Erstellung des Bebauungsplanes vorstelle. Eine Enteignung als Lösungsweg zu nennen, sei absurd. Es gebe niemanden, der so etwas wolle und machen werde. Das Kreisbauamt müsse in einem Gespräch erläutern, wie die Gemeinde den von ihm vorgeschlagenen Bebauungsplan tatsächlich auch erstellen könne.

Der SPD-Antrag wurde von den anderen Fraktionen abgelehnt.

Anwesend:

CSU: Ebner, Egginger, Jaquet, Klinger, Dr. Kössinger
FDP: Deschler
Grüne: Derksen (Referentin für Ortsentwicklung), Moser, Nothaft
MfG-Piraten: Berchtold
MiFü: Ruhbaum
SPD: Brucker
UBG: Eck

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Die Bauverdichtung, der Energieverbrauch und das Klima, Stand Oktober - 5.10.2021

Der Zusammenhang zwischen der Abwanderung in die Ballungsgebiete, der Neubautätigkeit dort, dem Energieverbrauch dabei und den Folgen für das Klima wird immer deutlicher.

Es beginnt mit der großen Abwanderung aus den Landkreisen, denn dort werden zu wenige Arbeitsplätze geschaffen, d.h. zu wenig neue Betriebe angesiedelt. Sie entstehen vor allem in den Ballungsgebieten. In Deutschland stehen inzwischen über 2 Mio. Wohnungen leer. Die Menschen wandern der Arbeit hinterher. Sie lassen leere Wohnungen und schließende Geschäfte hinter sich. Und für sie muss das alles in den Ballungsgebieten neu gebaut werden, zusammen mit sehr aufwendigen Verkehrssystemen (neben Straßen auch U- und S-Bahnen, Tunnel und Brücken ...).

Die Ballungsräume werden immer größer. Das Grün in den Kommunen und ihr grünes Umland werden Zug um Zug bebaut. Das sehen wir auch bei uns. Und das alles ist mit einem hohen Energieverbrauch verbunden. Sie wird graue Energie genannt.

Was ist graue Energie?

  • Jedes Produkt enthält graue Energie. Es ist die Energie, die für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung benötigt wurde bzw. wird.

  • Daher steckt auch in jedem Gebäude viel graue Energie: Noch bevor ein Bagger anrollt, müssen Zement, Sand, Kies und Baustahl hergestellt oder abgebaut und zur Baustelle transportiert werden. Dabei gelangen rund 330 Kilogramm CO2 pro verbauten Kubikmeter Stahlbeton in die Atmosphäre.

  • Um das auszugleichen, müssten 4.000 Bäume einen Tag lang Fotosynthese treiben [die CO2 in Blätter, Holz und Sauerstoff umwandelt], und das für jeden Kubikmeter Beton. (Schrot & Korn Juni 2021)

Bekannt ist auch:

  • Der Energieverbrauch und Schadstoffausstoß der Bauindustrie gehören zu den wesentlichen Ursachen des Klimawandels. Das Bauwesen verursacht 40 % der deutschen CO2-Emissionen, 35 % des Energieverbrauchs und 60 % des Abfallaufkommens. SZ 22.4.2020

Würde man die Betriebsansiedlungen in den Landkreisen stark fördern, dann müssten die Menschen nicht ihre Heimat verlassen und in die Ballungsgebiete abwandern. Dort müsste dann nicht mehr so viel gebaut werden. Viel Energie wäre gespart und das Klima weniger belastet, vom Erhalt der Naherholungsgebiete ganz zu schweigen.

Wie sieht die Entwicklung in Gauting aus?

Heinz Moser/GRÜNE beobachtet eine zunehmende Bebauung der Grundstücke mit mehreren Häusern. "Wir brauchen aber die Grünflächen, um Bäume zur Kühlung pflanzen zu können." --- In München lässt die Nachverdichtung auf Kosten der Grünflächen die Temperaturen steigen. Und unsere Region steuert aufgrund der immer weiter wachsenden Bevölkerung auf ernste Probleme in der Wasserversorgung zu, hier.

Zur Bauverdichtung in Gauting ergibt sich aus den erteilten Genehmigungen für den Zeitraum von Januar 2020 bis Oktober 2021:

  • Neubau von 136 zusätzlichen Häusern, verbunden mit dem
  • Abriss von 38 meistens gut erhaltenen Häusern und der
  • Versiegelung von annähernd 14.200 m² Gartenfläche
  • Gautings Einwohnerzahl wird voraussichtlich um 550 Bewohner mit 240 Autos zunehmen.

Die Einwohnerzahl stieg bereits in den 5 Jahren von 2015 bis 2019 um 891 Bewohner an. Der Siedlungsdruck, der von Münchens ungebremster Gewerbeansiedlungspolitik ausgeht, wird zusätzliche Anforderungen an Kitas, Schulen und Straßen nach sich ziehen und die Gemeindekasse mit zusätzlichen Millionenausgaben stark belasten. Die 3 geplanten Gautinger Gewerbegebiete auf 260.000 m² werden zu einem weiteren Zuzug führen.

Gauting Verdichtung 2021-10-05 90 Gauting Verdichtung 2021-10-05 2 90

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Statt Landwirtschaft ein neues Baugebiet in Oberbrunn - 16.9.2021

Dem Bauausschuss wurde ein neuer Bebauungsplan zu beiden Seiten der Hochstadter Straße in Oberbrunn vorgelegt und beschlossen. Aus landwirtschaftlich nutzbarer Fläche wird Bauland. Die Außengrenzen der Gautinger Bebauung waren jahrzehntelang tabu. Das wurde jetzt gebrochen. Die Außengrenze Gautings wird in die Landschaft verschoben. 5 große Häuser können gebaut werden.

Die Begründung: Man wolle das Ortsbild abrunden.

Eberhard Brucker/SPD: Auch nach dieser "Abrundung" sei Oberbrunn nicht rund. Mit dieser Begründung könne man noch viele "Abrundungen" zulasten der umgebenden Landschaft vornehmen. "Abrundung" sei nur eine Umschreibung. Tatsächlich gehe es darum, einem Grundstückseigentümer Baurecht zu verschaffen und ihn so über Nacht um 1 Million Euro vermögender zu machen. Es sei aber nicht die Aufgabe der Gemeinde, in solch gezielter Weise und in einem solchen Ausmaß zur Vermögensbildung bei einer Person beizutragen und dies zulasten von Ortsbild und umgebender Landschaft.

CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger: Man solle den Gewinn neidlos sehen.

Die Abstimmung:

dafür:
CSU: Egginger, Elsnitz, Jaquet, Klinger, Dr. Kössinger
FDP: Deschler
GRÜNE: Derksen (Referentin für Ortsentwicklung), Knape, Moser
MiFü: Ruhbaum
UBG: Eck

dagegen:
MfG/Piraten: Berchtold
SPD: Brucker

  • In Buchendorf ging es um das Bauen in der Flutmulde des Dorfes und dabei um 5 Mio. Euro Wertsteigerung, in Oberbrunn um 1 Million. Es geht jedesmal um viel Geld und das zugunsten einzelner Personen. Eingeleitet wurden beide Vorhaben von der CSU/UBG-Mehrheit im alten Gemeinderat.

Von der CSU ist eine solche Politik bekannt und erwartbar. Aber was veranlasst die Fraktion der GRÜNEN jedesmal der Umwandlung von landwirtschaftlich nutzbarer Fläche in Bauland zuzustimmen?

  • Die GRÜNEN stimmten für den Handwerkerhof mit 1,5 Hektar und das Gewerbegebiet bei Asklepios. Bei Asklepios stimmten sie für ein Planungsgebiet von gleich 30 Hektar. Und dem nicht genug stimmten sie auch noch für das Gewerbegebiet beim Flughafen mit weiteren 15 Hektar. Ursprünglich ging es darum, Gautinger Unternehmen Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten, was sinnvoll ist. Aber für diese großen Flächen gibt es gar nicht genug Gautinger Betriebe. Man will Firmen mit Tausenden von Beschäftigten nach Gauting holen. Die Folgen - nicht geklärt. Die GRÜNEN stimmten auch für die Vorarbeiten zu einer Bebauung der Flutmulde in Buchendorf und jetzt für das Baugebiet bei Oberbrunn.

  • Die GRÜNEN stimmen, abgesehen von ihrer Verkehrspolitik, immer in trauter Eintracht mit der CSU. Eine grüne Partei, die für umfangreiche Versiegelungen landwirtschaftlich nutzbarer Flächen eintritt. Man hatte anderes von ihnen erwartet.

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Die Bauverdichtung, die Versiegelung der Böden und das Klima, Stand September - 16.9.2021

Zur Bauverdichtung in Gauting ergibt sich nun aus den erteilten Genehmigungen für den Zeitraum 2020 bis September 2021:

  • Neubau von 133 Häusern, verbunden mit dem
  • Abriß von 36 meistens gut erhaltenen Häusern und der
  • Versiegelung von annähernd 12.000 m² Gartenfläche
  • Gautings Einwohnerzahl wird voraussichtlich um 510 Bewohner mit 220 Autos zunehmen.

Die Einwohnerzahl stieg bereits in den 5 Jahren von 2015 bis 2019 um 891 Bewohner an. Der Siedlungsdruck, der von Münchens ungebremster Gewerbeansiedlungspolitik ausgeht, wird zusätzliche Anforderungen an Kitas, Schulen und Straßen nach sich ziehen und die Gemeindekasse mit zusätzlichen Millionenausgaben stark belasten.

Gauting Verdichtung 2021-09 90 Gauting Verdichtung 2020-12 90

Der Energieverbrauch und Schadstoffausstoß der Bauindustrie ist eine der wesentlichen Ursachen des Klimawandels. Das Bauwesen verursacht 40 % der deutschen CO2-Emissionen, 35 % des Energieverbrauchs und 60 % des Abfallaufkommens. SZ 22.4.2020

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Der Wunderl-Hof wird abgerissen - 26.8.2021

Der Wunderl-Hof an der Starnberger Straße wird abgerissen. Ein trauriges Kapitel Gautinger Ortsgeschichte geht zu Ende.

Gauting Wunderl-Hof 2019-03-11 Foto rea Hallo München y 40
Foto rea / Hallo München

Vor 17 Jahren kaufte die Gemeinde den alten Bauernhof und wußte nichts damit anzufangen. Gemeinderat und Rathausverwaltung ließen das Bauernhaus herunterkommen und verwahrlosen - ein beispielloser und völlig verantwortungsloser Umgang mit dem Eigentum der Gemeinde. Der Gemeinderat beschloss den Abriss und der ist nur allzu billig. Die CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger kann ihn im Alleingang abwickeln.

Ideen für die weitere Verwendung des alten Bauernhauses gab es genug. Man hätte die Gemeindebibliothek dort unterbringen können. Zusammen mit einem Café und dem Blick auf die Würm hätte es Jung und Alt zum Stöbern und Lesen einladen können.

Es gibt viele gelungene Beispiele zu alten Gebäuden, die von Städten und Gemeinden wieder schön hergerichtet wurden und für neue Zwecke genutzt werden. Auch gelungene Kombinationen aus Alt und Neu, aus Alt und Modern kann man sehen. Alte Gebäude, die seit Generationen zum Ortsbild dazugehören, es bereichern und prägen.

Aber nicht so in Gauting. Hier lässt man solche Häuser verkommen. Die alte Architektur, die auch zum kulturellen Erbe Gautings gehört, verschwindet. Ersetzt wird sie nun durch die Einheitsarchitektur heutiger Zweckbauten.

  • Bei Rathausverwaltung und Gemeinderat erschöpft sich die Phantasie im Umgang mit alten Häusern im Einsatz der Abrissbirne!

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Es geht um 10 Millionen Euro. Ein Investor ohne Skrupel - 25.8.21

Ein Investor hat ein Grundstück mit Haus am Gockelberg gekauft. Das Haus hat er abgerissen und will stattdessen 11 Häuser bauen.

Das Grundstück liegt am Ende eines unbefestigten Fahrweges, der 60 Meter lang und nur 2,50 Meter breit ist. Der Fahrweg führt unmittelbar an der Hauswand zweier Wohnhäuser vorbei.

Für eine Doppelhaushälfte kann mit einem Verkaufspreis von 1,5 Millionen Euro gerechnet werden.

  • Den Investor lockt ein Gewinn von 10 Millionen Euro.

Die Bauordnung verlangt, dass jedes neu gebaute Haus über eine Zufahrt erreichbar ist, die mindestens 3 Meter breit ist. Die Feuerwehr muss durchkommen.

Bei 2,50 Meter darf der Investor eigentlich nicht bauen. Die 2 Wohnhäuser am Rande des Fahrweges sind im Weg. Er bot den beiden Anwohnern einen Tausch an. Sie bekämen von ihm jeder eines dieser neuen Häuser und würden dafür ihre Häuser an ihn abtreten. Der Investor will sie abreißen, damit der Fahrweg zu einer Zufahrt mit vorgeschriebener Breite ausgebaut werden kann.

Die Bewohner lehnten ab. Aus dem Angebot sei dann eine Drohung geworden. Der Bau ihrer Häuser wäre vor Jahrzehnten nicht ordnungsgemäß zustande gekommen. Sie müssten auf jeden Fall wieder abgerissen werden. Die Bewohner brachen das Gespräch ab und nahmen sich einen Anwalt, den sie selbst bezahlen müssen.

Der Investor stellte einen Bauvorbescheidsantrag an den Bauausschuss. Er will damit klären, ob er 11 Häuser bauen darf.

Der Bauausschuss lehnte im Juni ab. Die Häuser seien im Vergleich zur Umgebung zu hoch. Hier Die Entscheidung wurde an das Landratsamt weitergeleitet, das die Ablehnung bestätigen muss, damit sie gültig wird.

  • Das Landratsamt bestätigte nicht. Die Höhe der Häuser sei verträglich, auch wenn sie 1 Meter mehr wäre. Man schlägt vor, einen Bebauungsplan zu erarbeiten. Nur so könne "einer möglichen städtebaulichen Fehlentwicklung entgegengetreten werden". Hier

Der Ferienausschuss beriet gestern darüber:

Richard Eck/UBG kritisierte das Landratsamt, dass man hier in die Planungshoheit der Gemeinde eingreife. CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger widersprach. Die Stellungsnahme sei rechtens.

Eberhard Brucker/SPD schloss sich der Kritik an. Vor kurzem sei noch ein Bauvorhaben wegen einer Überschreitung in der Höhe um wenige Zentimeter abgelehnt worden. Jetzt sei 1 Meter verträglich. Dr. Kössinger verwies daraus, dass in einem Gebiet ohne Bebaungsplan der § 34 Baugesetz gelte. D.h. ein Verweis auf die Höhe der Umgebung wäre nur eine ungefähre Orientierung.

Das abgerissene Haus wurde vor Jahrzehnten gebaut. Es hatte also Bestandsschutz, so dass die zu enge Zufahrt erlaubt war. Brucker fragte grundsätzlich: Wo läge ein Bestandsschutz, auf dem Grundstück oder auf dem Haus? Dr. Kössinger: Auf dem Haus.

  • Der Investor hat die Bodenplatte des Hauses liegen gelassen, so dass der Bestandsschutz wohl immer noch gilt. D.h. er könnte wieder 1 Haus darauf bauen.

Die erneute Beschlussvorlage sah vor: Rücküberweisung an das Landratsamt, verbunden mit der Aussage, dass es in der Umgebung keine Häuser mit vergleichbarer Firsthöhe gebe. Und das Landratsamt wird aufgefordert, den Investor darauf hinzuweisen, dass eine bauordnungsrechtliche Erschließung (Zufahrt) nicht gesichert sei.

Brucker wollte wissen: Wenn die Gemeinde keinen Bebauungsplan, wie vom Landratsamt empfohlen, erstelle und wieder nur auf die zu große Höhe verweise, was passiere dann? Was wäre, wenn das Landratsamt dann dem Bauvorbescheidsantrag zustimme?

Dr. Kössinger: Man wolle keinen Bebauungsplan erstellen, denn dann müsse man für eine vorschriftsmäßige Zufahrt sorgen. Solle man den Zugang erzwingen, die beiden Eigentümer an dem Fahrweg etwa enteignen? Das wolle man nicht. Es stand ein Haus dort, also könne der Eigentümer wieder ein Haus bauen. Die Zufahrt sei eine Frage des Bauordnungsrechts und dafür sei das Landratsamt zuständig. Sollte dieses dem Antrag zustimmen, könnte man dagegen klagen.

Der Beschlußvorlage wurde einstimmig zugestimmt.

CSU: Egginger, Klinger, B. Kössinger, Dr. Kössinger
FDP: Deschler
GRÜNE: Knape, Moser, Dr. Reißfelder-Zessin
MfG-Piraten: Berchtold
MiFü: Dr. Sklarek
SPD: Brucker
UBG: Eck

  • Auch das Landratsamt arbeitet völlig formal. Die Gemeinde hat die Höhe der Häuser als Ablehnungsgrund angeführt. Also wird auch nur dem widersprochen und der Vorgang an die Gemeinde zurückgegeben. Selber aktiv zu werde und die vorschriftswidrige Zufahrt als Ablehnungsgrund offen zu benennen, wird nicht gemacht. Nach dem erneuten Beschluss des Bauausschusses ist nun das Landratsamt wieder am Zug.

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Bebauungsplan für Buchendorf - Katastrophe mit Ansage? - 25.8.2021

Es ging um einen Bebauungsplan an der Forstenrieder-Park-Straße in Buchendorf, zwischen "Am Weiher" und "Am Koppanger".

2015, also vor 6 Jahren hat man mit den Arbeiten begonnen und will sie nun ruhen lassen.

Diese Gegend ist der tiefste Punkt in Buchendorf und deswegen auch die Flutmulde des ganzen Dorfes. Das Oberflächenwasser würde bei einem Starkregen, wie bei der Hochwasserkatastrophe vor wenigen Wochen, dort hinfließen. Die technische Lösung, wie man trotzdem dort bauen könnte, konnte in 6 Jahren nicht gefunden werden.

  • Die Eigentümer wollen bauen. Es geht um 5 Einfamilienhäuser. Den Eigentümern winkt ein Gewinn von mindestens 5 Millionen Euro.

Eberhard Brucker/SPD schlug vor, die Arbeiten einzustellen. Man habe in 6 Jahren keine Lösung zu dem Oberflächenwasser bei einer Wohnbebauung in der Flutmulde gefunden. Hohe Investitionen seien in die Vergrößerung der Straßenkanalisation nötig. Gauting habe gar nicht das Geld dafür. Die Gelder würden für den Ausbau der Kindergärten und das neue Feuerwehrgebäude benötigt.

Richard Eck/UBG hielt das für ungerecht. Die Eigentümer wollten auch bauen, denn auf der Südseite der Straße hätten die Eigentümer auch zweireihig bauen dürfen.

Stefan Berchtold/MfG-Piraten: Die Eigentümer verlieren nichts von dem was sie haben, denn sie haben bislang gar kein Baurecht.

CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger betonte, dass es um ein Ruhen-lassen gehe. Man könne dann weitersehen. Zunächst sollte man die Fließrichtungen des Wassers samt entsprechende Maßnahmen weiter untersuchen.

Brucker: Man sollte die 2 Themen trennen. Das eine sei ein Bebauungsplan für eine Wohnbebauung in einem Überflutungsgebiet und das andere die Untersuchung der Fließrichtungen eines Starkregens im Hinblick auf die Straßenkanalisation. Angesichts der großen Verwüstungen der Hochwasserkatastrophe dieser Tage sollte man auf keinen Fall hier in Buchendorf den nächsten Katastrophenfall vorbereiten. Sollte beim Regenwasser ein Problem bestehen, dann sollte man das untersuchen. Verwunderlich sei nur, dass man es in 6 Jahren nicht für nötig hielt, das zu klären.

Fast einstimmig wurde der Vorlage der Verwaltung zugestimmt. Der Bebauungsplan ruht. Man behält sich aber vor, an ihm später wieder weiterzuarbeiten. Die Untersuchungen des Oberflächenwassers wird fortgesetzt.

Vor wenigen Wochen gab es eine der größten Hochwasserkatastrophen in Deutschland mit fast 200 Toten. Aber das hält die Gautinger Gemeinderäte nicht davon ab, es sich offen zu halten, für diese Flutmulde in Buchendorf einen Bebauungsplan zu erstellen. - Es werden immer wieder die gleichen Fehler gemacht. Man lernt nichts. Die Realitätsprüfung gelingt nicht. Auch die Grünen sind dabei, gegebenenfalls sogar landwirtschaftlich nutzbare Fläche in Bauland umzuwandeln und das noch in einem Überflutungsgebiet. - Ein solches Vorgehen endet leicht in einer Katastrophe mit Ansage!

Die Abstimmung:

dafür:
CSU: Egginger, Klinger, B. Kössinger, Dr. Kössinger
FDP: Deschler
GRÜNE: Knape, Moser, Dr. Reißfelder-Zessin
MfG-Piraten: Berchtold
MiFü: Dr. Sklarek
UBG: Eck

dagegen:
SPD: Brucker

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Die Bauverdichtung, die Versiegelung der Böden und das Klima - 24.8.2021

Die Bauverdichtung schreitet weiter voran. Im Zusammenhang mit der Verdichtung wurden in der Sitzung des Bauausschusses 3 weitere Bauprojekte genehmigt. 3 Häuser werden abgerissen und dafür 12 neue gebaut. Auf einem der Grundstücke werden gleich 6 Häuser gebaut.

Zur Bauverdichtung in Gauting ergibt sich nun aus den erteilten Genehmigungen für den Zeitraum 2020 bis August 2021:

  • Neubau von 126 Häusern, verbunden mit dem
  • Abriß von 33 meistens gut erhaltenen Häusern und der
  • Versiegelung von 11.000 m² Gartenfläche
  • Gautings Einwohnerzahl wird voraussichtlich um 490 Bewohner mit 210 Autos zunehmen.

Die Einwohnerzahl stieg bereits in den 5 Jahren von 2015 bis 2019 um 891 Bewohner an. Der Siedlungsdruck, der von Münchens ungebremster Gewerbeansiedlungspolitik ausgeht, wird zusätzliche Anforderungen an Kitas, Schulen und Straßen nach sich ziehen und die Gemeindekasse stark belasten.

Gauting Verdichtung 2021-08-24 90 Gauting Verdichtung 2021-08-24 2 90

Der Energieverbrauch und Schadstoffausstoß der Bauindustrie ist eine der wesentlichen Ursachen des Klimawandels. Das Bauwesen verursacht 40 % der deutschen CO2-Emissionen, 35 % des Energieverbrauchs und 60 % des Abfallaufkommens. SZ 22.4.2020

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Die Bauverdichtung, die Versiegelung der Böden und das Klima - 28.7.2021

Die Flut an Bauanträgen läßt nach. Wurden von Januar bis Juli 2020 Anträge zu 62 Verdichtungsobjekten gestellt, so waren es dieses Jahr noch 42.

Die Ursache des Baubooms liegt in der fehlenden Regionalplanung. Man könnte mit einer massiven Förderung der Gewerbeansiedlung in den Landkreise die Abwanderung ihrer Bewohner in die Ballungsgebiete stoppen. Die CSU ist aber daran nicht interessiert. Ideologisch überlässt sie die Entwicklung dem Markt. Die Folge: Leerstand, Verfall und Verödung auch im Norden und Osten Bayerns und Wohnungsnot und Verkehrskollaps in den Ballungsgebieten. Die Landkreise sterben, die Ballungsgebiete wuchern.

Auf dichter bebauten Grundstücken kann bei Unwetter weniger Regenwasser in den Böden versickern. Es läuft schneller in die Bäche und Flüsse und es kommt immer häufiger zu Überschwemmungen. Diese Versiegelung der Böden nimmt inzwischen auch in Gauting beträchtliche Ausmaße an. Mit den Bauanträgen wurden auch genehmigt:

  • eine Versiegelung von rund 10.000 m² Gartenfläche (Januar 2020 bis Juli 2021).

Wegen der hohen Grundstückspreise wird auch bei uns gut nutzbarer Wohnraum zerstört, um mehr Wohnungen auf das Grundstück zu bauen. Mit den Bauanträgen wurden auch genehmigt:

  • der Abriß von 30 Häusern (Januar 2020 bis Juli 2021).

  • Der Energieverbrauch und Schadstoffausstoß der Bauindustrie ist eine der wesentlichen Ursachen des Klimawandels. "Das Bauwesen verursacht 40 % der deutschen CO2-Emissionen, 35 % des Energieverbrauchs und 60 % des Abfallaufkommens." - Andrea Heil, Bauingenieurin bei "Architects for Future" SZ 22.4.2020

Zur Verdichtung in Gauting ergibt sich nach der Sitzung des Bauausschusses folgender Stand:

  • Gautings Einwohnerzahl stieg in den 5 Jahren von 2015 bis 2019 um 891 Bewohner an und wird durch die Genehmigungen von 2020 bis Juli 2021 voraussichtlich um weitere 470 Bewohner mit 200 Autos zunehmen.
Gauting Verdichtung 2021-07-27 1 Gauting Verdichtung 2021-07-27 2

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Im Bauausschuss: Die Verdichtung geht weiter ... 7.7.2021

Die Massenabwanderung in die Ballungsgebiete führt auch hier zu großem Wohnungsmangel. Es fehlt eine ausgleichende Regionalplanung, die die Betriebsansiedlungen in den Regionen stark fördert, um den Bewohnern dort eine Zukunft zu geben, so dass sie nicht der Arbeit hinterherwandern müssen.

Wegen der Überhitzung des Wohnungsmarktes wird nicht nur viel gebaut, sondern auch zunehmend vorhandener und in aller Regel noch gut nutzbarer Wohnraum vernichtet. Allein in den letzten anderthalb Jahren wurden in Gauting für verdichtetes Bauen Wohnungsneubauten genehmigt, die mit dem Abriss von 28 Häusern verbunden waren.

  • Wenn von Klima die Rede ist, dann darf diese Entwicklung nicht außer acht gelassen werden. "Das Bauwesen verursacht 40 % der deutschen CO2-Emissionen, 35 % des Energieverbrauchs und 60 % des Abfallaufkommens." - Andrea Heil, Bauingenieurin bei "Architects for Future" SZ 22.4.2020

  • Mit einer vernünftigen Regionalplanung zur Stärkung der Landkreise und Entlastung der Ballungsgebiete könnte ein wesentlicher Beitrag für den Klimaschutz geleistet werden. Leerstand, Verfall und Verödung dort, nur um die ganze Infrastruktur für Wohnen und Arbeiten, mit Kitas, Schulen und Straßen u.a. auch in und um München wieder neu aufzubauen, kann nicht die Lösung der Zukunft sein.

In Gauting gehen die Baugenehmigungen weiter. Ein Beispiel: In Buchendorf werden gleich 4 Häuser auf 300 m² großen Grundstücken gebaut. Es heißt jedesmal: "Das Vorhaben fügt sich nach Art und Maß der baulichen Nutzuung in die Umgebungsbebauung ein." Das tut es aber nicht, denn die Grundstücke in der Umgebung sind deutlich größer. Dieser Standardsatz in den Beschlußvorlagen wird zunehmend zur aussagelosen Floskel. Ein neuer Maßstab für künftige Bauvorhaben wird geschaffen und damit die nächste Runde zu weiteren Verdichtungen eingeläutet. Zur Verdichtung in Gauting ergibt sich nach der Sitzung des Bauausschusses folgender Stand:

Gauting Verdichtung 2021-07 95
  • Gautings Einwohnerzahl stieg in den 5 Jahren von 2015 bis 2019 um 891 Bewohner an und wird durch die Genehmigungen von 2020 bis Juli 2021 voraussichtlich um weitere 460 Bewohner mit 200 Autos zunehmen.

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Römer- und Unterbrunner Straße - Die Investoren haben jedes Maß verloren, noch 2 Beispiele - 9.6.2021

2 weitere Anträge im Bauausschuss zeigen die Maßlosigkeit der Investoren. Aber sie zeigen auch, der Bauausschuss muss nicht allem zustimmen:

Römerstraße 31

  • Ein Einfamilienhaus soll abgerissen und durch ein Mehrfamilienhaus mit 10 Wohnungen ersetzt werden.

Stephan Berchtold/MfG-Piraten stimmte für das Vorhaben. Begründung: Es sei gut, wenn nicht nur Einfamilienhäuser gebaut würden.

Susanne Köhler/Grüne stimmte auch dafür. Verdichtung sei gut. Sie forderte weitere Überlegungen, wie man die Verdichtung im Viertel vorantreiben könne.

CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger warnte, dass solche Vorhaben dann den Maßstab für die Umgebung abgeben würden. Die Umgebung könne sich darauf berufen, so dass sich die Verdichtung immer weiter ausbreiten würde.

  • Der Antrag wurde gegen 2 Stimmen abgelehnt. Begründung: In der Umgebung gebe es keine Wohngebäude vergleichbarer Größe.

Unterbrunner Straße 12

  • Eine alte Villa soll aberissen werden. Stattdessen sollen 7 Reihenhäuser oder 2 Mehrfamilienhäuser auf 1500 m² gebaut werden. D.h. jedes Haus hätte rund 200 m² Grundfläche.

  • Der Antrag wurde einstimmig abgelehnt. Begründung: In der Umgebung gebe es keine Wohngebäude vergleichbarer Größe.

Phantasievolle Wege, um zu mehr Baurecht zu kommen

Die Kobellstr. 1 in Stockdorf besteht aus 2 Flurstücken. Der Bebauungsplan lässt nur den Bau eines Hauses zu. Der Bauausschuss stimmte nun einer Änderung des Bebauungsplanes zu. Die Flurstücke werden zusammengelegt, neu aufgeteilt und lassen damit 2 Baufenster zu. - So kann man die Absicht eines Bebauungplanes auch unterlaufen.

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Am Gockelberg - Die Investoren haben jedes Maß verloren, Beispiel 1 - 9.6.2021

Die Anträge im Bauausschuss zeigen: Den Investoren kann es nicht groß und auch nicht dicht genug werden. Auf die Nachbarumgebung wird keinerlei Rücksicht genommen. Der Bauausschuss muss aber nicht allem zustimmen. 1. Beispiel:

  • Am Gockelberg 21 mit seinen 2600 m² sollen 11 Häuser gebaut werden. Es liegt am Ende eines 60 m langen Fahrweges, der nur 2,60 m breit ist, über die Grundstücke der Nachbarn verläuft und direkt an ihren Hausmauern vorbeiführt. Jedes dieser Häuser hätte noch ein Grundstück von rund 200 m². In der Umgebung sind die Grundstücke zwischen 600 und 1900 m² groß.

Susanne Köhler/Grüne fragte, ob man nach dieser erneuten Vorlage des Bauherrn nicht das Gespräch mit ihm suchen sollte, um das Ganze abzukürzen und unnötige Arbeiten zu vermeiden.

CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger meinte, man könne niemanden daran hindern, so viele Anträge zu stellen, wie er wolle.

Eberhard Brucker/SPD fragte, wie man zu einer nachbarschaftsverträglichen Bebauung kommen könne. Denn 11 Häuser hinten auf diesem außerordentlich schlecht erschlossenen Grundstück reinzupferchen, sei doch keine Lösung. Ob es nicht zielführender wäre, der Bauauschuss würde eine Veränderungssperre erlassen und anschließend eine Bebauungsplan ausarbeiten lassen, um ein vernünftiges Maß der Bebauung zu erreichen.

Markus Deschler meinte, man sollte dem Bauherren nicht die Arbeit abnehmen. Es sei seine Aufgabe einen genehmigungsfähigen Antrag zu stellen.

Dr. Kössinger wandte ein, wenn die Gemeinde das Baurecht schmälere, dann müsse sie Schadenersatz leisten.

Brucker verwies auf die nur noch winzigen Grundstücke je Haus, die nicht zur Umgebung passen würden.

Dr. Kössinger hielt Brucker entgegen, dass nach § 34 des Baugesetzes dies keine Rolle spiele. Belehrend erinnerte sie ihn daran, dass es doch zum Baurecht eine Schulung gegeben habe.

Was sagt nun der § 34 Baugesetzbuch:

"Zulässigkeit von Vorhaben innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile. Innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile ist ein Vorhaben zulässig, wenn es sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist. Die Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse müssen gewahrt bleiben; das Ortsbild darf nicht beeinträchtigt werden."

Der Bauherr wird nicht locker lassen. Spätestens bei seinem nächsten Antrag wird er sich aber doch mit dem § 34 und seinen Beschränkungen auseinandersetzen müssen. Aber zunächst:

  • Der Antrag wurde einstimmig abgelehnt. Begründung: Die Firsthöhe der Häuser sei mit 10,80 m nicht vergleichbar zur Umgebung.

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Im Bauausschuss: Die Verdichtung geht weiter ... 9.6.2021

Nach der Sitzung des Bauausschusses ergibt sich folgender Stand:

Gauting Verdichtung 2021-06 90
  • Gautings Einwohnerzahl stieg in den 5 Jahren von 2015 bis 2019 um 891 Bewohner an und wird durch die Genehmigungen von 2020 bis Juni 2021 voraussichtlich um weitere 450 Bewohner mit 200 Autos zunehmen.

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Im Bauausschuss: Die Verdichtung geht weiter ... 5.5.2021

Nach der Sitzung des Bauausschusses ergibt sich folgender Stand:

Gauting Verdichtung 2021-05 90
  • Gautings Einwohnerzahl stieg in den 5 Jahren von 2015 bis 2019 um 891 Bewohner an und wird durch die Genehmigungen von 2020 bis Mai 2021 voraussichtlich um weitere 440 Bewohner mit 190 Autos zunehmen.

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Die Gautinger CSU und die Planwirtschaft - 3.5.2021

FDP, GRÜNE, MiFü und SPD wollen eine Analyse, wie und wo sich der Bedarf an Krippen, Kitas und Horte in nächster Zeit entwickeln wird. Neue Kitas sollen wohnungsnah gebaut werden, damit die Kinder zu Fuß oder mit dem Rad gebracht werden können. Nur so kann der steigende morgendliche Verkehr eingedämmt werden, was angesichts der Dauerstaus dringend nötig ist. Hier

Die Analyse sollte auch die Auswirkungen des Generationenwechsels einbeziehen, denn die nachrückende Generation zieht in aller Regel mit Kindern ein. Die Gemeinde muss sich mittel- bis langfristig auf diesen Bedarf vorbereiten können, um diese Kinder unterzubringen, denn Kitas kann man nicht von heute auf morgen bauen.

  • Michael Vilgertshofer/CSU: "Das ist Planwirtschaft! Das ist frech, anzunehmen, dass die über 70-jährigen demnächst ihre Häuser verlassen!" (StaM 29.4.2021) --- Bei Planwirtschaft denkt man sofort an DDR und Ostblock. Und sowas in Gauting? Man merkt, der Wahlkampf rückt näher.

Um was geht es?

Die CSU betreibt eine Politik kurzatmiger Hauruck-Entscheidungen, auch wenn es um millionenteure Projekte geht. Die Folge: Seit Jahren ist man nicht vorbereitet; seit Jahren werden immer wieder hunderte von Kinder vom Rathaus abgewiesen. Man kann ihren Eltern keinen Kita-Platz anbieten, weil für sie keiner geplant und gebaut wurde. Die Eltern sind das Opfer, dabei haben sie einen einklagbaren Rechtsanspruch darauf. Hier

CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger stellte schon 2017 fest: "Immer wenn etwas fertig ist, dann ist schon der Bedarf für das nächste da." SZ 17.6.2017 Konsequenzen aus den Folgen dieser kurzsichtigen Politik wurden nicht gezogen. Die CSU will so weitermachen und war gegen die Bedarfsanalyse unter Einbeziehung des Generationenwechsels.

Es ist sichtbar: Die CSU plant und entscheidet nicht unter Berücksichtigung künftiger Entwicklungen, ihrer Zusammenhänge und Abhängigkeiten. Die Folgen ihrer Entscheidungen blendet sie aus:

  • Die CSU will an der Wiesmahdstraße hinter dem Schulzentrum einen Kita für 150 Kinder und 20 Erzieherinnen bauen. Auswirkungen des Verkehrs quer durch die Kolonie in diese enge Sackgasse? Nicht untersucht.

  • Die CSU will 3 neue Gewerbegebiete. Allein im Unterbrunner Holz sollen einmal 5.000 Beschäftigte arbeiten. Auswirkungen auf den Verkehr? Auswirkungen auf Wohnen, Kitas und Schulen, denn ein Teil der Beschäftigten wird hier wohnen wollen? Nicht untersucht. Die Nachbargemeinden drohen mit Klage, denn auch sie würden einen Teil davon abbekommen.

  • Die CSU will den Bauhof der Gemeinde 2,5 km nach Westen, hinter Asklepios, verlagern. Die Mitarbeiter müssten mehr fahren und könnten weniger arbeiten. Zusätzliches Personal samt Kosten? Nicht untersucht.

  • Die CSU will die Gewerbefläche von AOA für einen Supermarkt aufgegeben. Verlust an möglicher Gewerbesteuer? Der Supermarkt gefährdet den EDEKA EXPRESS am Hauptplatz. Wenn er geschlossen wird, Auswirkungen auf den Verkehr? Über 300 Wohnungen sollen für bis zu 800 Neubürger gebaut werden. Auswirkungen auf Bahnhofstraße und Schulen? Nicht untersucht.

Wer politische Probleme nur als isoliert zu treffende Einzelfallentscheidungen wahrnimmt, der entscheidet ohne Rücksicht auf ihre Auswirkungen und Abhängigkeiten. Aber sie existieren trotzdem und die Folgen sind absehbar. Verwundert stellt man dann immer wieder fest: ... und schon wieder ist neuer Bedarf da.

Noch ein Fall: Die Corona-Seuche wird mit Hilfe statistischer Bedarfsanalysen bekämpft. Wie viele Menschen sind in den jeweiligen Risiko- bzw. Altersgruppen? Wo wohnen sie? Man analysiert, damit man weiß, wieviel Impfstoff wohin zu liefern ist. Noch ein Fall von "Planwirtschaft" für Vilgertshofer?

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Villa am Krapfberg - Vorbereitungen für Interessenten - 30.4.2021

Die Gemeinde will die ansprechende Villa am Krapfberg abgeben. Interessenten werden zum Kauf oder in Erbpacht gesucht.

Gauting Krapfberg 2
© Starnberger Merkur

Die Debatte im Gemeinderat verlief kontrovers.

Stephanie Pahl/MiFü stellte im Namen ihrer Fraktion den Antrag, die Villa im Gemeindebesitz zu behalten, sie abzureißen und statt ihrer einen Hort mit Personalwohnungen zu bauen. Der Neubau solle sich architektonisch an die Umgebung anpassen. --- Dieser Vorschlag wurde von allen anderen Fraktionen abgelehnt.

Hans Wilhelm Knape/Grüne erläuterte den Antrag seiner Fraktion. Es gehe ihnen darum, die Möglichkeit einer Sanierung zu prüfen. Deshalb sollte die Villa zunächst als Liebhaberobjekt angeboten werden. Sollte dieses Möglichkeit nicht zu einem akzeptablen Angebot führen, dann müsste ein Bebauungsplan mit seinen Vorgaben Teil des Verkaufsvertrages werden.

Markus Deschler/FDP räumte ein, auch wenn er keinen romantischen Bezug zu der Villa habe, so sei sie aber doch sanierungsfähig. Der Zuschlag, ob Sanierung oder Neubau, sollte auch vom Nutzungskonzept bzw. der architektonischen Einpassung in die Umgebung abhängig gemacht werden.

Anne Franke/GRÜNE verwies auf die architektonische Bedeutung dieses Hauses im Zentrum von Gauting. Neben dem Geld gebe es eben auch noch andere Werte, die zu berücksichtigen seien. Schließlich erwarte man durch den Verkauf des Gautinger Feldes bei Asklepios Einnahmen von 18 Mio. Euro.

Michael Vilgertshofer/CSU: Auch er hielt die städtebaulichen Aspekte für wichtig. Es sollte deswegen ein Ausschreibungsverfahren geben, dass offen gegenüber Sanierung bzw. Kauf und Erbpacht bzw. Verkauf sei. Und die Bieter sollten ihr Nutzungskonzept vorlegen.

Eberhard Brucker/SPD: Wenn wir die Sanierung anbieten, dann müssen wir auch die Voraussetzungen schaffen. Er erinnerte an die gemeinsame Besichtigung des Hauses im Halbdunkel, aufgrund der Sicherungsmassnahmen vor den Fenstern. Zurückgelassener Hausrat hatte stellenweise die Sicht auf Wände und Böden versperrt. Unter diesen Bedingungen könne man sich kein Bild machen. Das Haus müsse geräumt werden, damit man es zur Besichtigung anbieten und die Interessenten sich ein Bild machen können. Ein Gutachter sollte vorher die Schäden auflisten, um die Entscheidungsfindung zu erleichtern. Zu diesem Vorgehen liege auch ein Antrag von GRÜNEN und SPD vor.

  • Für den Antrag der GRÜNEN, zunächst für eine Sanierung auszuschreiben, stimmten nur die GRÜNEN und SPD. Er war damit abgelehnt.

  • Der Antrag von Vilgertshofer wurde dann mit Mehrheit angenommen.

  • Die Verwaltung hat nun die Aufgabe, das Verfahren auszuarbeiten, es sich vom Gemeinderat bestätigen zu lassen und anschließend alle Interessenten zur Abgabe eines Angebotes einzuladen.

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Neues zu der alten Villa am Krapfberg - 14.4.2021

Der Gemeinderat hat die alte Villa am Krapfberg 5 besichtigt. Sie prägt das Ortsbild am unteren Ende der Bahnhofstraße und gehört der Gemeinde.

Gauting Krapfberg 2
© Starnberger Merkur

Die GRÜNEN haben einen Antrag zu einem Entwicklungskonzept für das Grundstück Krapfberg 5 gestellt.

Die Besichtigung hat den Gemeinderäten einen optischen Eindruck vermittelt. Die Nutzung des Hauses hat sich über die Jahre geändert, was auch zu baulichen Veränderungen führte. Das Haus hat heute drei getrennte Wohnungen und noch einen separaten Kellerbereich.

  • Nachdem das Haus noch nicht vollständig geräumt ist, hat Eberhard Brucker/SPD empfohlen, den restlichen Hausrat zum Sperrmüll bringen zu lassen, damit die Villa besenrein den Interessenten vorgeführt werden kann.

  • Der Bescheid zu dem Bauvorbescheidsantrag liegt noch nicht vor. Die CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger hatte den Antrag beim Landratsamt gestellt. Dieser Bescheid wird aber zum Entscheidungsprozeß über die Zukunft dieses Gebäudes benötigt.

Der Antrag der GRÜNEN bestand aus 4 Punkten. Von ihnen fallen aber 3 in den Verantwortungsbereich des Gemeinderates (nächste Sitzung: 27. April), so dass sie im Bauausschuss nicht behandelt werden konnten:

  • Aufhebung des Beschlusses zum Verkauf, um den Entscheidungsspielraum wieder zu vergrößern.
  • Die Villa als Liebhaberobjekt anzubieten.
  • Zur Haushaltsfinanzierung den Verkauf eines anderen Grundstückes in Betracht zu ziehen.

Beim vierten Punkt ging es um eine Bauleitplanung für das Gelände von Rathaus, Rathauspark, Krapfberg 5 und der Nachbarvilla "Königswiesener Straße 1".

In der Diskussion wurde aber nicht klar, welcher konkrete Nutzen sich aus einem Flächennutzungs- und Bebauungsplan für dieses Gelände ergeben könnte. Denn es gibt keine Überlegungen, das Rathaus baulich zu verändern, auch keine, den Park zu bebauen und Änderungen an der denkmalpflegerisch vorbildlich hergerichteten Villa "Königswiesener Str. 1" sind nicht vorstellbar. Damit bliebe nur das Haus Krapfberg 5 übrig, für das eine solche Planung durchzuführen wäre. Der konkrete Nutzen für die anstehenden Überlegungen zu dem alten Haus konnte nicht benannt werden. In der Abstimmung waren dann auch die GRÜNEN die einzigen, die für ihren Antrag stimmten.

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Kann sich jeder auf Abweichungen vom Bebauungsplan berufen? - 14.4.2021

Im Bauausschuss ging es um die Genehmigung von Bauanträgen.

Überraschend fiel dabei die Entscheidung zum Vorhaben "Hauptstr. 27" in Unterbrunn aus.

Das Vorhaben entspricht wegen Unterschreitung der Wandhöhe, Abweichung von den Gestaltungsvorschriften (Dachneigung, Verhältnis Länge zu Breite Hauptbaukörper) Abweichung von der Lage der Garage und Bauens außerhalb des Bauraumes nicht den Festsetzungen des Bebauungsplanes Nr. 19 / UNTERBRUNN. Hinzukommt die Verschiebung des Baukörpers nach Westen und nicht wie ursprünglich geplant nach Süden, so dass die große Linde im südlichen Bereich zwischen Boardinghaus und Austragshaus erhalten werden kann.

Eberhard Brucker/SPD fragte, ob diese Abweichungen vom Bebauungsplan von der Nachbarschaft künftig zum Anlass genommen werden könne, nun ebenfalls solche Abweichungen mit Erfolg verlangen zu können. Gerade eine Abweichung vom Baufenster des Bebauungsplanes hat erhebliche Auswirkungen. Deshalb war kurz vorher in der Sitzung auch der Bau einer Garage vom Ausschuss abgelehnt worden. Begründung: Sie sollte abweichend vom Baufenster gebaut werden. Die CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger verneinte dies aber. Aus diesem Einzelfall ließe sich ihrer Meinung nach kein Rechtsanspruch für die Nachbarschaft ableiten. Der Bauausschuss stimmt daraufhin zu.

Das grundlegende Problem ist:
Bislang galt, wenn ein Bauvorhaben von den Rahmenbedingungen des Bebauungsplanes abweicht und genehmigt wird, dann kann die nähere Umgebung sich auf diese Abweichung berufen und gleiches Recht für sich verlangen. Sie kann dann auch so bauen, so dass sich die Änderung im Gebiet des Bebauungsplanes immer weiter ausbreitet. Die Folge ist, dass im Laufe der Zeit die Ziele des Bebauungsplans zunehmend unterlaufen werden, so dass am Ende von seinen beabsichtigten Zielsetzungen nichts mehr übrigbleibt. Wie so etwas aussieht, kann man z.B. an US-amerikanischen Städten sehen, die häufig mit ihrem architektonischen Sammelsurium nicht sehr einladend wirken.

  • Für künftige Entscheidungen ist das wichtig. Der Einzelfall reicht demzufolge nicht aus, um eine Abweichung vom Bebauungsplan auch an anderer Stelle verlangen und durchsetzen zu können.

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Im Bauausschuss: Die Verdichtung geht weiter ... 13.4.2021

Nach der Sitzung des Bauausschusses ergibt sich folgender Stand:

Gauting Verdichtung 2021-04-13 83

Gautings Einwohnerzahl stieg von 2015 bis 2019 um 891 Bewohner an.

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Im Bauausschuss: Die Verdichtung geht weiter ... 23.3.2021

Nach der Sitzung des Bauausschuss ergibt sich folgender Stand:

Gauting Verdichtung 2021-03-23 83

Gautings Einwohnerzahl stieg von 2015 bis 2019 um 891 Bewohner an.

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Liebhaber:in für Villa am Krapfberg gesucht! Bauen bei AOA und endlich mehr Kitas! - 23.3.2021

  • Krapfberg: Wer hat Interesse, dieser charmanten, historischen Villa (Baujahr 1911) im Zentrum Gautings neuen Glanz zu verleihen und sie zur perfekten Adresse für Wohnen und Arbeiten zu machen? Im Besitz der Gemeinde Gauting. Auf Erbpachtbasis. Kein Denkmalschutz.
Gauting Krapfberg 2
© Starnberger Merkur

Kreisheimatpfleger Gerhard Schober, Altbürgermeisterin Brigitte Servatius und Altbürgermeister Dr. Ekkehard Knobloch sprechen sich für einen Erhalt der alten, unser Ortsbild prägenden Villa aus.

  • Wohnungsbau: Das neue Wohnviertel an der Ammerseestraße. Wie groß soll es werden? CSU und GRÜNE verhandeln über das neue Wohnviertel. Über 300 Wohnungen für bis zu 800 Neubürger samt Supermarkt sind im Gespräch. Und die Gewerbefläche von AOA soll dafür aufgegeben werden.

  • Kitas: Ein schneller Ausbau der Kinderbetreuung ist nötig! In Gauting fehlen seit Jahren Plätze in den Krippen, Kitas und Horten. Aber alle Eltern haben mit ihren Kindern einen Rechtsanspruch darauf. Gegen die Stimmen der SPD wurde im Haushaltsplan der Beginn einer Neuplanung für eine zusätzliche Kita erst 2023 vorgesehen. Der Einzug wäre dann frühestens 2026, also erst in 5 Jahren.

Ein Informationsblatt an die Bürgerschaft zu den Auswirkungen und Folgen für Gauting, hier.

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Villa am Krapfberg - Die Verwaltung wird Sicherungsmassnahmen vornehmen - 12.3.2021

Die SPD machte heute morgen die CSU-Bürgermeister Dr. Kössinger darauf aufmerksam, dass es an der Villa am Krapfberg zu mutwilligen Beschädigungen gekommen ist. Die SPD forderte Sicherungsmaßnahmen, um weiteren Beschädigungen und Zerstörungen Einhalt zu gebieten. Hier

Gauting Krapfberg 2
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  • Dr. Kössinger reagierte umgehend. Der Bauhof stellte den Umfang der Schäden an Türe und Fenstern fest. Nächste Woche werden Holzverschalungen als Abdeckung angebracht.

Die Villa am Krapfberg gehört der Gemeinde. Sie liegt neben dem Rathaus. Im Erdgeschoss und Keller sind viele Scheiben eingeschlagen und die Eingangstüre teilweise eingetreten worden. Und niemand fiel es auf.

  • Warum hat man das Haus sich selbst überlassen?

  • Sicherungsmassnahmen an Gebäuden, die leer stehen, sind Standard. Holzverschalungen vor Fenstern und Türen sind üblich. Warum sind sie nicht schon viel früher angebracht worden? Es geht schließlich darum, der Gemeinde ihr Eigentum zu erhalten.

Vandalismus an der Villa der Gemeinde am Krapfberg ! - 12.3.2021

Die alte Villa am Kapfberg Nr. 5 wird vom Vandalismus heimgesucht. Fenster und Türen sind bereits eingeschlagen worden. Das Gebäude ist nun frei zugänglich. Wie mag es wohl innen aussehen?

Gauting Krapfberg 2
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Die SPD-Fraktion hat CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger darauf hingewiesen und sie aufgefordert, umgehend dafür zu sorgen, dass das Haus mit Verschalungen vor Fenstern und Türen vor weiteren Beschädigungen und Zerstörungen geschützt wird.

Die Entscheidung über die Zukunft dieses Gebäudes, das das Ortbild Gautings prägt, ist noch nicht gefallen. Und solange darf der jahrelange Leerstand jetzt nicht in eine mutwillige Zerstörung übergehen! Es geht um das kulturelle Erbe Gautings und das Vermögen der Gemeinde!

Im Bauausschuss: Die Verdichtung geht weiter ... 2.3.2021

Nach der Sitzung des Bauausschusses ergibt sich folgender Stand:

Gauting Verdichtung 2021-03-02

Gautings Einwohnerzahl stieg von 2015 bis 2019 um 891 Bewohner an.

Die Villa am Krapfberg - nur noch Abriss? - 24.2.2021

Der sogenannte Bauvorbescheidsantrag zu der alten Villa am Krapfberg hat ein breites Echo ausgelöst. Hier Der Antrag sieht den Abriss und Neubau mit 9 m Höhe und Flachdach vor. 6 Garagen und zwei Stellplätze sollen künftig die kleine Straße den Krapfberg hoch säumen.

Der Bauauschuss hatte diesem Plan mit Mehrheit zugestimmt. GRÜNEN, Piraten/MfG und SPD hatten daraufhin den Antrag gestellt, den Beschluss wieder aufzuheben. Susanne Köhler/GRÜNE erläuterte den Antrag.

Der Gemeinderat lehnte es gestern mit der Mehrheit von CSU, FDP, MiFü und UBG ab, den Beschluss wieder aufzuheben.

Gauting Krapfberg 2
© Starnberger Merkur
  • Köhler ging ausführlich auf die Rechtslage ein. Sie zitierte die Anforderungen der einschlägigen Vorschriften. Die Beschlussvorlage war demzufolge völlig unzureichend. Es fehlten aussagekräftige Planunterlagen v.a. mit Angaben zum Grundstück, umgebender Bebauung, Topografie, den geplanten Abgrabungen, Höhenbezugspunkten, schützenswertem Baumbestand, Offenlegung des Umgriffs für die Ermittlung von Bezugsfällen nach §34 BauGB, etc.

  • Die CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger hielt dem sofort den Wortlaut einer anderen Vorschrift entgegen. Sie verstieg sich sogar zu der Aussage, dass die Verwaltung überhaupt keinen Lageplan hätte vorlegen müssen.

Die Nicht-Bauexperten unter den Gemeinderäten konnten das nur zur Kenntnis nehmen. Entscheidend sind aber zunächst gar nicht die Gesetze. Entscheidend ist, dass Dr. Kössinger nicht den Anspruch hat, Bauausschuss und Gemeinderat möglichst umfassend zu informieren, um ihm ein möglichst abgerundetes Urteil zu erlauben und damit einen wohl begründeten Beschluss herbeizuführen. Es geht ihr stattdessen nur darum, sich mit einer dünnen Unterlage, die möglichst wenig zu erkennen gibt, durchzusetzen. Dem, was daraus folgt, wird mit Gleichgültigkeit begegnet.

Ihr Bauamtsleiter rechtfertigte den Lageplan zu dem von ihm angefertigten Bauvorbescheidsantrag. Auf ihm sei alles vermerkt gewesen: Nordpfeil, Massstab ... Vielleicht gelingt es jemandem, das auf der Skizze zu finden: Lageplan zur Beschlussvorlage v. 12.1.2021 --- Man hat schon Mühe, überhaupt den Verlauf der Straße am Krapfberg zu erkennen. --- Er betonte auch, dass es ein Flachdach in der Umgebung gebe.

Die Anordnung der Garagen entspricht nicht der Gautinger Stellplatzsatzung. Sie halten nicht den Abstand zur Straße ein und sind zu schmal und auch zu kurz.

Dem Neubau hat Dr. Kössinger auch noch ein Flachdach (FD) zugestanden, um das Bauvolumen zu vergrößern. Als Rechtfertigung wird auf die Umgebung verwiesen, wo es auch schon Flachdächer gebe. Beschlussvorlage v. 12.1.2021 Aber am Krapfberg gibt es bis heute keine Flachdächer. Es gibt nur das Rathaus und die Grundschule, die aber deutlich abgesetzt unterhalb des Krapfberges stehen und als öffentliche Zweckbauten nicht den Bezugspunkt für ein Wohnhaus abgeben können, dass sich in die Wohnbebauung am Krapfberg mit ihren Satteldächern einfügen soll.

Eberhard Brucker/SPD ging auf die Bedeutung dieses originellen alten Hauses ein. Es sei, wie so viele andere, einer der Erinnerungsanker, die wir Menschen dringend bräuchten, um uns erinnern zu können. Unser aktives Erinnern sei begrenzt. Wir seien im viel größeren Umfang darauf angewiesen, dass wir von außen, z.B. in einem Gespräch, einem Buch oder auch mit einem Haus, an Vergangenes erinnert werden. Und würde dieses Haus verschwinden, dann seien die Erinnerungen, die dieses Haus in uns auslösen würde, für uns nicht mehr zugänglich und damit verloren. Das Unbehagen, das viele Menschen in unseren Tagen hätten, komme auch daher, dass der Wandel so schnell vor sich gehe, so dass sie zum Schluss das Gefühl hätten, in einer für sie fremden Umgebung zu leben. Man sei zwar nicht umgezogen, sei aber trotzdem entwurzelt.

Als Gemeinde müsse man diese Entwicklung nicht noch fördern. Gemeinderat und Verwaltung sollten auf dieses Rücksicht nehmen. Dieser Bauvorbescheidsantrag hätte nicht gestellt werden müssen. Villa und Grundstück gehören der Gemeinde. Dr. Kössinger war es selber, die ihn gestellt habe. Dabei gab es keinen Beschluss, der sie dazu aufgefordert hätte.

In der Entgegnung meinte Dr. Kössinger, dass es darum nicht gehe, sondern nur um einen Bauvorbescheidsantrag und einen Beschluss. - Technokratisch kann man es immer abwickeln, aber der Befindlichkeit der Gautinger Bewohner wird ein solcher Stil nicht gerecht.

Sollte die Villa verkauft werden, dann kann sich der Käufer auf diesen Vorbescheid berufen, die Villa abreißen und einen weiteren dieser kubischen Einheitsbauten unserer Tage bauen. Das seit Generationen vertraute Ortsbild würde sich auch an dieser Stelle auflösen.

Wachsendes Unverständnis zum Abriss der stilvollen Villa am Krapfberg - 19.2.2021

Der Beschluss des Bauausschusse, die stilvolle alte Villa etwas oberhalb des Rathauses zum Abriss freizugeben, kam für viele in Gauting überraschend. Eine Vorabinformation der Rathausverwaltung gab es weder im Gemeinderat, noch im Bauausschuss und auch nicht über die Presse.

Gauting Krapfberg 2
© Starnberger Merkur

Entsprechend wächst das Unverständnis, aber auch der Unmut über diesen massiven und auch zerstörerischen Eingriff in das gewachsene Gautinger Ortsbild. Die Zeitungen berichteten inzwischen ausführlich darüber: SZ 6.2.2021, StaM 9.2.2021

Die Mehrheit im Bauausschuss hat für den Abriss der stilvollen Villa am Krapfberg gestimmt. Nur Eberhard Brucker/SPD und Susanne Köhler/GRÜNE stimmten dagegen. Hier Die Auswirkung des Beschlusses ist eindeutig:

Mit dem Bauvorbescheid wurde als Neubau ein dreistöckiges, 9 Meter hohes, würfelförmiges Gebäude mit einer Grundfläche von 140 m2 sowie 6 Garagen und 2 Stellplätzen direkt an der Hangkante zugelassen. Der Bescheid ist rechtlich für die Gemeinde bindend, den der spätere Käufer des Anwesens einklagen kann.

Nach diesem Beschluss kam es zu Hinweisen und Einwänden, aber auch zu Fragen zu dem Haus, die deutlich machen, wie groß die allgemeine Überraschung und auch das Informationsdefizit ist:

  • GRÜNE, Piraten/MfG und SPD stellten den Antrag, dass der Gemeinderat aufgrund der Art und Weise wie der Beschluss zustandekam, entscheiden solle. Hier

  • Der Kreisheimatpfleger Gerhard Schober hob die Bedeutung dieses Hauses für das Ortsbild, aber auch des Grundstücks für die archäologische Vergangenheit Gautings hervor. Hier

  • Die Fraktion MiFü beantragte eine Ortsbesichtigung. Hier

  • Die Altbürgermeister Brigitte Servatius und Dr. Ekkehard Knobloch sprachen sich für den Erhalt der Villa aus. StaM 18.2.2021

  • Gemeinderat Franz Jaquet/CSU bat um weitere Informationen. Hier

  • Auch überörtlich wird der geplante Abriss inzwischen aufmerksam verfolgt. Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege e.V. wandte sich direkt an die CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger und sprach sich ebenfalls für den Erhalt der Villa aus. Hier, Hier

Susanne Köhler/GRÜNE hat hierzu noch einmal alles zusammengefasst Hier:

  • Dem Bauauschuss lagen zu wenige Informationen vor, als er seinen Beschluss faßte. Der Bauvorbescheidsantrag entsprach nicht dem vorgeschriebenen Format und Umfang einer solchen Beschlussvorlage.

  • Der Gemeinderat solle den Beschluss des Bauausschusses aufheben und das Vorhaben an den Bauausschuss zurücküberweisen, damit dieser auf Basis umfassender Informationen erneut berät und entscheidet.

Am Dienstag, den 23. Februar wird der Gemeinderat über das weitere Schicksal der Villa am Krapfberg entscheiden.

Aus 1 werden 5 - große Bauverdichtung an der Ammerseestraße - 3.2.2021

Der Bauausschuss genehmigte gestern eine weitere große Bauverdichtung, diesmal an der Ammerseestr. 63. Ein Einfamilienhaus wird abgerissen und stattdessen 5 Häuser gebaut. Die Bauverdichtung in Gauting geht ungebremst weiter und damit der weitere Zuzug von Bürgern. Für sie muss die Gemeinde Kitas und Schulen zur Verfügung stellen. Aber die Gemeinde schafft es schon seit Jahren nicht, allen Kindern den gesetzlich vorgeschriebenen Kitaplatz anzubieten. Und der Verkehr wird auch weiter zunehmen.

Was bekommen wir später auf dem heutigen Grundstück mit dem großem Garten zu sehen? Am Ende der Bergstraße kann man schon heute einen Eindruck davon bekommen. Eine alte Villa musste 6 "beeindruckenden Villen in großen Gärten" weichen, wie es auf dem Reklameschild hieß:

Gauting Bergstr hinten 4 17

zugestimmt:
CSU: Egginger, Elsnitz, Jaquet, Klinger, Dr. Kössinger
FDP: Deschler
MiFü: Dr. Sklarek
UBG: Eck

abgelehnt:
GRÜNE: Knape, Köhler, Moser
MfG: Berchtold
SPD: Brucker

Das Jahr hat erst angefangen, aber es ist aufgrund der Genehmigungen schon jetzt mit einer weiteren Zunahme an Einwohnern und Verkehr zu rechnen:

Bauverdichtung 2021-02

Gautings Einwohnerzahl stieg von 2015 bis 2019 um 1.026 Bewohner an.

Die Villa am Krapfberg, Abriß und klotzige Bebauung? Ein Rettungsversuch - 19.1.2021

Der Bauausschuss hatte mehrheitlich einem Bauvorantrag zugestimmt, die alte Villa am Krapfberg durch ein dreistöckiges, 9 Meter hohes Haus mit Flachdach und 8 Parkplätzen zu ersetzen. Hier

Gauting Krapfberg 2
© Starnberger Merkur

DIE GRÜNEN, MfG und SPD haben heute einen Antrag im Gemeinderat eingebracht, um die Gelegenheit zu geben, den Beschluss des Bauausschusses noch einmal zu überprüfen:

Antrag auf Nachprüfung des BA-Beschlusses B23/0124/XV.WP vom 12.01.2021 zu TOP 5.2, Bauvorbescheidsantrag zur Errichtung eines Wohngebäudes mit Garagen in Gauting, Krapfberg 5; Fl.Nr. 128, nach §8 (2) der Geschäftsordnung

Gauting, 19.01.2021

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

hiermit beantragen die Unterzeichnenden die Nachprüfung des oben genannten Beschlusses durch den Gemeinderat nach §8 (2) unserer Geschäftsordnung aufgrund folgender formaler Einwände:

  • Die vorgelegten Unterlagen sind unzureichend und für eine Beschlussfassung zu wenig aussagekräftig (fehlend: amtlicher Lageplan, Flurnummer, Nordpfeil, Maßstab, Nachbarbezug Umkreis 50m, vollständige Grenzlinie, Höhenbezugssystem, kartierter Baumbestand, Kubatur, vollständige Schnitte, geplanter Abriss, notwendige Abgrabungen, Fotos).

  • Die Bezugsfälle für die Nutzungszahlen sollten dargestellt werden (GR, Zahl der Geschoße, Dachform, Wandhöhe, Firsthöhe, Kubatur; das Rathaus als Sonderbau kann kein Bezugsfall für ein Wohnhaus sein!).

  • Die Vorgeschichte wurde nicht nachvollziehbar erläutert (Historie des Hauses, Zeitpunkt und Anlass des Erwerbs, Darstellung der geplanten Erweiterungsfläche Rathaus aus dem ehemaligen Wettbewerbsentwurf, Zwischen-Nutzung der Immobilie, Investitionen, geplante ggf. bereits beschlossene Verwendung).

  • Der Standort ist hinsichtlich ISEK* in einem städtebaulichen Gesamtzusammenhang zu bewerten (Das Grundstück liegt innerhalb des ISEK-Umgriffs!).

  • Die Ausweitung des Baurechts an der sensiblen Würmtal-Hangkante ist besonders zu bewerten.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Berchtold, MfG/Piraten
Eberhard Brucker, SPD
Hans Wilhelm Knape, B'90/Die Grünen
Susanne Köhler, B'90/Die Grünen
Heinrich Moser, B'90/Die Grünen

*Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept

Maximale Bauverdichtung auf Gemeindegrund - Das Ortsbild wird vernachlässigt - 15.1.2021

Der Gemeinde gehört die Villa am Krapfberg Nr. 5, oberhalb des Rathauses gelegen. Die Villa ließ man über die Jahre verfallen, so dass sie jetzt abgerissen und das Grundstück verkauft werden soll.

Gauting Krapfberg 2
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  • Die Gemeindeverwaltung hat in eigener Sache einen Bauvorbescheidsantrag zur Errichtung eines Wohngebäudes mit 6 Garagen und 2 Stellplätzen gestellt. D.h. die CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger will sich vor dem Kauf vergewissern, ob ein dreistöckiges Wohnhaus mit 140 qm Grundfläche, einem Flachdach und 6 Wohnungen gebaut werden darf.

Susanne Köhler/GRÜNE fragte, ob dieses Grundstück nicht für eine spätere Vergrößerung des Rathauses vorgesehen sei. CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger verneinte dies und Richard Eck/UBG sah es ebenfalls so.

Eberhard Brucker/SPD fragte, wie man denn das Rathaus in späterer Zukunft erweitern wolle, denn auch er kannte die Überlegung, für eine Erweiterung dieses Grundstück herzunehmen. Frau Dr. Kössinger wollte darauf keine Antwort geben und meinte, dass nur ein Bauvorbescheid zu genehmigen sei. Alles andere gehöre nicht hierher. Richard Eck erinnerte an eine alte Broschüre zum Rathaus, in der von einer Erweiterung auf dem Vorplatz die Rede sei.

Eberhard Brucker verwies darauf, dass am Krapfberg nur Wohnhäuser mit Satteldächern stünden und empfahl deswegen, dass auch ein Neubau auf diesem Grundstück wieder ein Satteldach haben sollte. So bliebe das Ortsbild erhalten.

  • Der Bauausschuss stimmte mehrheitlich für den Antrag mit seinem großen Bauvolumen und dem Flachdach:

dafür:
CSU: Egginger, Elsnitz, Jaquet, Klinger, Dr. Kössinger
FDP: Deschler
GRÜNE: Knape, Moser
MfG: Berchtold
MiFü: Dr. Sklarek
UBG: Eck

dagegen:
GRÜNE: Köhler
SPD: Brucker

Auf diesem Grundstück kann nun maximal gebaut werden. Die Gemeinde bekommt zwar einen höheren Preis, aber das Ortsbild löst sich auch an dieser Stelle auf. Es ging nur ums Geld. Eine harmonische Gestaltung war der Mehrheit nicht wichtig. Den vielen Brüchen im Leben wird nun ein weiterer hinzugefügt.

Kein Wunder, warum der Berater Gauting grenzenloses Wachstum empfiehlt ! - 14.12.2020

Dem Gemeinderat wurde ein "Strukturgutachten" vorgelegt. Er sollte beschließen, dass es die künfige Grundlage der weiteren Ortsentwicklung sei. Mit dem "Gutachten" empfiehlt der "Gutachter" Oliver Rohr von der Firma Bulwiengesa Gauting ein grenzenloses Wachstum bei Wohnungsbau und Gewerbeansiedlung.

Warum schlägt "Experte" Oliver Rohr das vor?

  • Weil Rohr bei der Beratungsfirma Bulwiengesa für den Bewertungsbereich "Büro- und Gewerbeimmobilien" zuständig ist. Mitteilung vom 25.2.2019

Was bietet die Firma "Bulwiengesa" an?

"Damit Sie bei Immobilien unabhängig urteilen können. bulwiengesa ist in Kontinentaleuropa eines der großen unabhängigen Analyseunternehmen der Immobilienbranche. Seit fast 40 Jahren unterstützen wir unsere Partner und Kunden in Fragestellungen der Immobilienwirtschaft, Standort- und Marktanalyse. Wir bieten fundierte Datenservices, leisten strategische Beratung und erstellen maßgeschneiderte Gutachten. Zu unseren Auftraggebern gehören Projektentwickler, Bauträger, institutionelle Investoren, Banken, Kommunen und Bestandshalter." Hier

Kein Wunder also. Hier berät jemand im eigenen Interesse. Es geht ums Bauen und das möglichst viel.

Bulwiengesa ist eine Firma der Immobilienbranche, aber keine Beratungsfirma für Ortsentwicklung. Wenn die CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger dieser Firma trotzdem den Auftrag für ein Strukturgutachten zur Ortsentwicklung Gautings gegeben hat, dann deswegen, weil auch sie und ihre Parteifreunde für grenzenloses Wachstum sind. Aber unsere Gemeinde verkraftet schon das heutige Wachstum nicht. Noch mehr Wachstum?

  • Obwohl die Gemeinde bereits seit vielen Jahren sogar gegen Recht und Gesetz verstößt, denn es wird nicht allen Kindern ein Platz in Krippe, Kita und Hort zur Verfügung gestellt.

  • Obwohl Ammersee-/Bahnhofstraße und Münchner/Starnberger Straße bereits heute mit dem wachsenden Verkehr überfordert sind.

  • Obwohl dann in Gauting Kitas, Schulen und Straßen mit mehreren 10 Millionen ausgebaut werden müssten, aber Gautings Haushalt bereits heute mit zu vielen Vorhaben überfordert ist.

Eine vernünfige Strukturuntersuchung zur Ortsentwicklung sieht anders aus. Man erwartet die Zusammenführung von Wohnen, Arbeiten und Einkaufen, Kinderbetreuung und Schulen, Verkehr und Gemeindehaushalt. Man erwartet, dass ihre gegenseitigen Abhängigkeiten im Hinblick auf ihre gewollte zukünftige Entwicklung erörtert werden. Aber "Experte" Oliver Rohr ignoriert das alles. Für ihn gibt es nur Wachstum - mehr Wohnungsbau, mehr Gewerbeansiedlung. Um die Folgen sollen sich andere kümmern.

Die große Mehrheit im Gemeinderat von FDP, GRÜNEN, MfG, MiFü und SPD lehnte dieses "Gutachten" ab.

Der Gemeinderat: Kein grenzenloses Wachstum für Gauting! - 9.12.2020

Die CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger hatte dem Gemeinderat ein "Strukturgutachten" vorgelegt und wollte es gestern als künftige Grundlage für die Arbeit der Gemeindeverwaltung beschließen lassen.

Das vorgelegte Strukturgutachten beschränkte sich jedoch darauf, die Gemeinde Gauting zu einem grenzenlosen Wachstum bei Wohnungsbau und Gewerbeansiedlunug aufzufordern, um der Nachfrage, die aus München käme, zu entsprechen. Auf die massiven Auswirkungen auf Kinderbetreuung, Schulen und Verkehr ging das Papier nicht ein. Die dann nötigen hohen Investitionen zu ihrem weiteren Ausbau mit allen Folgen für den Gemeindehaushalt wurden ebenfalls nicht untersucht.

  • Das Strukturgutachten wurde vom Gemeinderat mit den Stimmen von FDP, GRÜNEN, MfG, MiFü und SPD gegen die Stimmen von CSU und UBG abgelehnt.

Die CSU-Bürgermeisterin wollte sich dieses Papier ganz im Sinne ihrer Politik der letzten 6 Jahre als Grundlage für ihre weitere Arbeit an der Gautinger Ortsentwicklung genehmigen lassen:

"Der Gemeinderat beauftragt die Verwaltung, bei künftigen Fragestellungen zur Siedlungsentwicklung das vorliegende Strukturgutachten als Informationsquelle und Entscheidungsgrundlage für die Aufbereitung von Sitzungsunterlagen des Gemeinderates und der Ausschüsse heranzuziehen."

Die CSU-Fraktion ahnte, dass es schwierig werden würde. Eva-Maria Klinger, CSU-Sprecherin im Gemeinderat, meldete sich in der Beratung sogleich als erste zu Wort und schwächte die Vorlage ihrer Parteifreundin ab. Sie schlug vor, das Gutachten nur als Informationsquelle für die künftigen Arbeit heranzuziehen.

Die anderen Fraktionen ließen sich darauf nicht ein. Markus Deschler/FDP, Jens Rindermann/GRÜNE und Dr. Jürgen Sklarek/MiFü verwiesen darauf, dass der Siedlungsdruck aus München und eine Gewerbeansiedlung zur Aufbesserung des Gautinger Haushaltes allseits bekannt seien. Dem Druck nur nachzugeben sei keine Lösung. Und nur auf neue Gewerbegebiete zu setzen, ließe die vorhandenen innerörtlichen Gewerbeflächen außer Acht. Das Gutachten leiste zur Lösung dieser Problematik keinen konkreten Beitrag.

Eberhard Brucker/SPD verwies auf die Prognose zur Einwohner-Entwicklung als Grundlage dieses Gutachtens. Eine Prognose, die von der tatsächlichen Entwicklung aber schon längst überholt worden sei. Während das Gutachten 22.500 Einwohner für 2034 erwarte, gehe die CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger schon von 25.800 in 2030 aus. Das wären dann 20 % mehr Einwohner als die 21.600 von heute. Nach der Berechnung des Gutachters bedeuten die zusätzlichen Einwohner 2.200 zusätzliche Wohnungen - hier. Und da nicht in die Fläche gebaut werden solle, müssten dann im Kernbereich Gautings 2.200 Wohneinheiten in die Höhe gebaut werden. Was für ein Gauting wäre das dann noch?

  • Das Strukturgutachten hätte die Auswirkungen einer solchen Entwicklung auf die gesamten Strukturen Gautings mit Wohnen, Arbeiten und Einkaufen, Kinderbetreuung und Schulen, Verkehr und Gemeindehaushalt untersuchen müssen. Es hätte die Auswirkungen auf diese Strukturen in ihren gegenseitigen Abhängigkeiten aufzeigen und zusammenführen müssen, um dann Vorschläge für ihre Bewältigung zu machen. So aber liefere es nur einige wenige interessante statistische Informationen, ohne eine Hilfe bei der Frage zu sein: Welchen Weg soll Gauting in die Zukunft gehen?

Der Gemeinderat nahm dieses "Strukturgutachten" zur Kenntnis und ging zum nächsten Tagesordnungspunkt über.

Grenzenloses Wachstum für Gauting? So der Wunsch der CSU-Bürgermeisterin - 7.12.2020

Ein Strukturgutachten wurde von CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger bei der Firma Bulwiengesa in Auftrag gegegeben und es bestätigt auch sogleich ihre Politik der letzten 6 Jahre. Morgen soll es vom Gemeinderat als Grundlage für die weitere Ortsentwicklung beschlossen werden. Gleich im ersten Satz wird es jetzt offen gesagt:

"Die Lage im Verdichtungsraum München führt zu einem hohen Siedlungsdruck mit nicht zu verhindernder Zuwanderung."

Von welcher Einwohner-Entwicklung geht Bulwiengesa aus und was wird Gauting empfohlen?

21.597 Einwohner Stand am 31.12.2019 - Rathausverwaltung.
21.600 Einwohner in 2034 - Prognose Landesamt für Statistik, Juli 2019
23.055 Einwohner in 2034 - max. Prognose "Raumordnerisches Entwicklungskonzept München Südwest" (ROEK), 2014
25.828 Einwohner in 2030 - Prognose Rathausverwaltung, 16.6.2020
22.500 Einwohner in 2034 - Prognose Bulwiengesa, 27.10.2020

Was folgt daraus?

  • Die Prognose des Landesamtes für 2034 wurde schon 2019 von der tatsächlichen Entwicklung eingeholt. Sie fällt so niedrig aus, weil sie auf einer Einwohnerzahl aufbaut, die schon 2017 um 1.000 Einwohner unter der Angabe der Gemeindeverwaltung liegt.

  • Die Prognose vom ROEK wird von Bulwiengesa nicht erwähnt, obwohl sich die CSU-Bürgermeisterin beim Thema "Verdichtetes Bauen" immer wieder darauf beruft.

  • Die Prognose der CSU-Bürgermeisterin schreibt die Entwicklung der letzten Jahre fort.

  • Bulwiengesa hat die Prognose des Landesamtes übernommen und korrigiert, indem die fehlenden 1.000 von 2017 zu dem Wert von 2018 hinzugefügt wurden. Anschließend wurde die jährliche Weiterentwicklung der Landesamtsprognose nahezu unverändert fortgesetzt, so dass man für 2034 noch 900 mehr als das Landesamt prognostiziert. Das ist ein typischer und für ein Beratungsbüro geradezu grober Anfängerfehler, denn die Ursache für die fehlenden 1.000 in 2017 setzt sich im Trend der Folgejahre fort, so dass ein viel grösserer Prognosefehler für 2034 zu korrigieren wäre. Nicht zufällig kommt Frau Dr. Kössinger auf 25.800.

Was empfiehlt Bulwiengesa?

  • Den Bau von Wohneinheiten entsprechend der eigenen Prognose, d.h. weitere 550 Häuser bzw. Wohnungen. - Gemäß der CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger müssten für ihre zusätzlich prognostizierten 3.300 Einwohner noch weitere 1.650 Wohneinheiten gebaut werden.

  • Die Einrichtung von Gewerbegebieten, um die Steuereinnahmen zu verbessern.

Was folgt aus diesem Wachstum?

  • Es müssten 550 + 1.650 = 2.200 Wohneinheiten in Gauting gebaut werden. - Wo?

  • Der Ausbau von Kitas, Schulen und Straßen kostet mit Sicherheit viele 10 Millionen. Zur Orientierung: Der Bau nur 1 Kita-Gruppe kostet schon 1,1 Mio. Euro. Und die 2 Gautinger Verkehrsachsen "Ammersee-/Bahnhofstraße" und "Münchner/Starnberger Straße" werden auch nicht breiter.

  • Neue Gewerbegebiete bringen erst nach 10 und mehr Jahren Gewerbesteuer-Einnahmen. Wie soll der Ausbau, der viel früher nötig wird, finanziert werden? Soll der von der CSU seit Jahren verfolgte Ausverkauf des Vermögens der Gemeinde bis zum letzten Grundstück weiter betrieben werden?

Was schreibt Bulwiengesa in seinem "Strukturgutachten" über diese Folgeprobleme? - Nichts. Hier

  • Von einem Strukturgutachten erwartet man aber die Zusammenführung von Wohnen, Arbeiten und Einkaufen, Kinderbetreuung und Schulen, Verkehr und Gemeindehaushalt. Man erwartet eine Zusammenführung, die ihre gegenseitigen Abhängigkeiten im Hinblick auf ihre gewollte zukünftige Entwicklung erörtert.

Bulwiengesa: "Wanderungsgewinne sind nicht abzuwenden." D.h. es geht nicht um etwas von Gauting Gewolltes, sondern um etwas Erzwungenes. Gauting soll sich für den Münchner Wohnungsbau zur Verfügung stellen. So offen hat es noch niemand ausgesprochen. Und die CSU-Bürgermeisterin erwartet jetzt tatsächlich, dass der Gemeinderat dieses "Gutachten" als Grundlage für die weitere Politik in Gauting beschließt.

Nur, was hat Gauting davon? Münchens Wohnungsprobleme sind die Folge seiner ungebremsten Gewerbeansiedlungspolitik. München muss seine Probleme selber lösen.

  • Erst wird eine Prognose erstellt. Anschließend wird empfohlen, dass Gauting massiv Wohnungen und Gewerbegebiete bauen lässt, um sicherzustellen, dass sich die Prognose auch bewahrheitet. Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Gauting muss für sich entscheiden, was seine heutigen Bewohner brauchen und nicht das tun, was Staatsregierung, München und CSU von Gauting fordern.

Die Vorsitzende der GRÜNEN-Kreistagsfraktion ist gegen Verödung des ländlichen Raumes. Sie sollte mit ihren Parteikollegen in Gauting sprechen - 12.11.2020

Martina Neubauer/GRÜNE, Sprecherin der GRÜNEN-Kreistagsfraktion, will nun in den Bundestag. Dort will sie sich gegen die weitere Verödung der ländlichen Regionen einsetzen. Hier Sehr erfreulich. Aber ihre Parteifreunde in Gauting tun gerade alles, um der Verödung noch einmal zusätzlichen Schwung zu geben.

  • Martina Neubauer kann etwas gegen die fortschreitende Verödung tun - nicht im fernen Berlin, sondern in ihrer Heimat, direkt vor ihrer Haustüre. Sie braucht nur ihre Gautinger Parteifreunde davon abhalten, bei AOA einer massiven Bebauung für bis zu 800 Neubürgern zuzustimmen.

Die Gautinger GRÜNEN haben ihren gemeinsamen Antrag mit FDP / MfG / MiFü und SPD für eine vernünftige Bebauung bei AOA am 20. Okt. plötzlich aufgegeben. In der Gemeinderatssitzung haben sie sich überraschend mit CSU/UBG verbündet, um zwischen Ammersee- und Pötschenerstraße die großstädtische Bauplanung der CSU für bis zu 800 Neubürger durchzusetzen. Hier

Da diese Menschen nicht vom Himmel fallen, können sie nur über eine lange Wanderkaskade aus den ländlichen Regionen kommen. Auf dass dort noch mehr Leerstand, noch mehr Verödung und noch mehr Verfall sich ausbreiten und die AfD einen noch besseren Nährboden vorfindet. Bei den letzten Landtagswahlen hatte die AfD genau in diesen Regionen ihre höchsten Wahlergebnisse.

Die Gautinger SPD weist schon seit Jahren auf diese zerstörerische Entwicklung in unserer Gesellschaft hin. Eine Entwicklung, die geprägt ist von überfüllten Ballungsgebieten, die mit ihren Miet-, Verkehrs- und Umweltproblemen nicht mehr klarkommen und ländlichen Regionen, die zunehmend durch Abwanderung, Verödung und Verfall geprägt sind. Hier z.B.: 8.4.2020, 6.5.2019, 9.8.2017

Die Gautinger SPD ist deswegen gegen die schleichende Bauverdichtung und gerade auch gegen dieses massive Neuansiedlungsprojekt der CSU. Wir hatten deswegen mit FDP / GRÜNEN / MfG / MiFü im Sept. den Antrag im Gemeinderat eingebracht, um diese CSU-Bauplanung zu begrenzen und damit diese unselige Entwicklung zu bremsen.

  • Die GRÜNEN sind jetzt gegen unseren gemeinsamen Antrag. Sie meinen plötzlich, in ihm seien zu viele Parkplätze, d.h. ein Stellplatz pro Wohnung, vorgesehen. - Sie hatten den Antrag selbst mitverfaßt.

Wie groß soll Gauting werden? Mehr Wohnungen, mehr Gewerbe, mehr Verkehr? - 30.10.2020

Ein sogenanntes Strukturgutachten wurde dem Gemeinderat vorgestellt. Wohin soll sich Gauting entwickeln? Wie groß soll Gauting werden? Wie viele Wohnungen sollen noch gebaut werden? Wieviel Gewerbe soll noch angesiedelt werden?

Die Antwort war nicht schwer zu verstehen:

  • Gauting soll viele Wohnungen bauen lassen. Und Gauting soll viel Gewerbe ansiedeln. Warum? Weil der Siedlungsdruck aus München so hoch sei.

Eine amtliche Statistik gab die Grundlage für diesen Vortrag her. Sie prophezeit weiter ansteigende Einwohnerzahlen für Gauting, wobei der Referent meinte, es würden noch viel mehr Einwohner werden.

Der Referent ging nicht auf die Verkehrsverhältnisse in Gauting ein.

Der Referent ging auch nicht auf die soziale Infrastruktur ein. - Das Wachstum würde dringend einen zusätzlichen Ausbau von Kitas und Schulen erfordern, der viele 10 Millionen kosten würde.

Sein Strukturgutachten beschränkte sich auf Wohnen und Gewerbe. Seine Frage war nicht: Was tut Gauting gut? Was braucht Gauting? Der Referent verfolgte ein anderes Interesse. Erkennbar ging es ihm um seine Prognose, denn:

  • Zu der wachsenden Einwohnerzahl seiner Prognose wird es nur dann kommen, wenn auch mehr Wohnungen gebaut werden. Wenn man also eine Prognose erstellt, dann empfiehlt man am besten anschließend gleich, was alles zu tun ist, damit die Prognose auch eintreten kann.

Der Referent bestätigte mit seinem Vorschlag, wie die Prognose verwirklicht werden könne, die CSU-Politik der letzten Jahre. - Die CSU-Bürgermeisterin war seine Auftraggeberin.

  • Jens Rindermann/GRÜNE war das aber nicht genug. Er fragte nach einer Orientierung aus Gautinger Sicht. Er verwies auf die Einschränkungen, die durch die Höhen- und Tallage Gautings mit seinen nur zwei Verkehrsachsen Ammersee- / Bahnhofstraße und Münchner / Starnberger Straße gegeben seien. Zwei Achsen, die mit ihren morgendlichen und abendlichen Staus nicht mehr allzu viel zusätzlichen Verkehr aufnehmen könnten. Gauting wolle schon für 500 Bewohner bauen. Und außerdem sei Gauting auch von Feld, Wald und Wiese rundherum umgeben.

  • Anne Franke/GRÜNE fragte nach dem Zusammenhang zum Landesentwicklungsplan. Denn wer nach Gauting ziehe, der fehle woanders. Der komme aus dem Norden Bayerns, auf dass dort noch mehr Leerstand eintrete.

Aber beide Hinweise irritierten den Referenten nicht. Er blieb bei seiner Empfehlung: mehr Wohnungen bauen und mehr Gewerbe ansiedeln.

Die CSU-Bürgermeisterin möchte gerne, dass diese Empfehlung vom Gemeinderat als Grundlage für die weiteren Planungsarbeiten der Verwaltung beschlossen wird. Tobias McFadden/MfG veranlaßte eine Vertagung der Abstimmung, um Gelegenheit zu geben, noch einmal über dieses Gutachten nachzudenken.

Jetzt kommt die großflächige Bauverdichtung. Was sind die Folgen? - 14.10.2020

Jetzt geht es in Gauting nicht mehr um punktuelle Bauverdichtungen. Jetzt geht es um die Genehmigung großflächiger Verdichtungen. Und der Bauausschuss stimmte dem mehrheitlich zu.

Im Bauausschuss wurde über einen Bebauungsplan entlang der Hangstraße beraten. Heute stehen dort 12 Häuser. 19 Wohneinheiten sind erlaubt. Aus ihnen können nun 31 gemacht werden, 60 % mehr.

In der gleichen Sitzung wurde der Neubau unten an der Bahnhofstraße anstelle des Bergmoser Hauses gegenüber dem Rathaus genehmigt. 17 Wohneinheiten sollen gebaut werden.

Vor kurzem wurde ein neuer Bebauungsplan an der Duschl- und Ringstraße in Königswiesen verabschiedet mit ebefalls 50 % mehr Baurecht, d.h. 9 zusätzliche Häuser. Hier

Was sind die Folgen für Gauting?

Der "Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München" legte den Entwurf zum Bebauungsplan an der Hangstraße vor. Er hatte auch schon die Planung zu Duschl- / Ringstraße in Königswiesen gemacht. Und wieder schlug der Verband ein Rastermaß 400 qm je Grundstück vor. Das fügt sich in die Planungen von CSU-Staatsregierung und München, den Wohnungsbau in den Umlandgemeinden um jeden Preis zu beschleunigen. Man will Münchens massive Wohnungsprobleme lösen. München hat sie wegen seiner ungebremsten Gewerbeansiedlung. Nur, was hat Gauting davon?

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Heute - Künftig

Diese Vergößerung des Wohnbaurechts wurde damit begründet, dass das Landratsamt den alten Bebauungsplan für ungültig erklärt habe. Um ein letztlich dreireihiges Bauen zu verhindern, sei diese Erweiterung nötig. Der Plan würde nur heutiges Baurecht in eine neue Form bringen. Ein Nachweis wurde nicht erbracht. Alternativen wurden nicht angeführt. Und plausibel klingt es nicht, denn die erneute Verwendung einer einheitlichen Grundstücksgröße von 400 qm verweist eher auf externe Vorgaben, weil die Örtlichkeiten an der Hangstraße nicht identisch zu denen an der Duschl-Straße sind.

Auf jedem Grundstück gibt es nun ein Baurecht für 2 Wohneinheiten, jede 150 qm groß. D.h. man kann davon ausgehen, dass es Doppelhaushälften werden, jede für mehr als 1 Mio. Euro auf winzigem 200 qm Grund zu kaufen. Hier wurde zusätzliches Wohnbaurecht vergeben, dass die heutigen Grundstücksbesitzer wohlhabend macht, die Gemeinde aber arm, denn sie bleibt auf den Investitionen für zusätzliche Kinderbetreuungseinrichtungen sitzen.

Es ist mit weiteren 20 Autos zu rechnen. Die Verkehrsbelastung auf der Hangstraße wird weiter zunehmen. Die Gefahr besteht, dass man eines Tages den Verkehr über das Grubmühler Feld auf die Münchner Straße ableiten will. Unser wichtiges Naherholungsgebiet wäre dann zerstört.

  • Eberhard Brucker/SPD sprach die zunehmende Beschleunigung bei der Verdichtung der Bebauung an. Ging es bislang um einzelne Bauprojekte, so geht es jetzt um großflächige Verdichtungen. Er verwies auf die Folgekosten für die Gemeinde. Wenn an der Hangstraße 12 Wohneinheiten zusätzlich gebaut werden dürfen, dann entspricht das etwa 40 zusätzlichen Bürgern, von denen 20 Kinder im Vorschulalter sein können. Also eine Kita-Gruppe. Die Investition für eine Gruppe liegt bei 1,1 Mio. Euro.

Dem hielt CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger ihre Freude am Lachen der Kinder entgegen. Eva-Maria Klinger/CSU-Fraktionssprecherin fügte hinzu, sie würde sich über jedes Kind in Gauting freuen. Diese Freude teilen wir sicher alle. Nur diese Freude hilft weder den Kindern noch den Eltern und auch nicht der Gemeinde. Denn seit Jahren stehen jedes Jahr bis zu 150 Kinder ohne Platz in Krippe, KiGa oder Hort da. Trotz Rechtsanspruch auf einen Platz müssen berufstätige Eltern selber sehen, wie sie klarkommen.

In der Debatte wurde auch die Meinung vertreten, dass Gauting eine Durchmischung der Bewohner brauche. Die Gefahr einer Vergreisung besteht aber nicht, da jedes Jahr zwischen 1.500 und 1.800 Bewohner wegziehen und umgehend durch zuziehende Bürger ersetzt werden.

  • Eberhard Brucker fragte bei den beantragten Bauvorhaben immer wieder nach der Anzahl der Wohneinheiten. Ihm ging es um Transparenz. So wurden erstmalig die 17 Wohneinheiten an der Bahnhofstraße bekannt. Eva-Maria Klingers Beitrag zu diesem großen Problem beschränkte sich auf die Anmerkung: "Ich kann das Wort Wohneinheit nicht mehr hören."

  • Die Finanzen der Gemeinde sind bereits heute sehr angespannt. Die Verdichtungen erfordern für ihre zusätzlichen Bürgern weitere Investitionen in vielfacher Millionenhöhe in die Kinderbetreuung. Die Gemeinde schafft es aber bereits heute nicht, ihre gesetzlichen Verpflichtung zu erfüllen.

  • Die Gesetzgebung macht es der Gemeinde schwer, diese Entwicklung abzuwehren. Sie läßt es zu, dass die Gemeinde in eine unlösbare finanzielle Lage gerät. Eine im Grunde unverantwortliche Politik!

  • Von der Gautinger CSU würde man erwarten, dass sie sich gegen diese unselige Entwicklung öffentlich äußert und auf ihre Parteivorstände Einfluss zu nehmen versucht. Jetzt seine Freude über die Kindern zu bekunden, ist zwar schön, hilft den 145 Kindern und ihren Eltern, die dieses Jahr vom Rathaus weggeschickt wurden, aber nicht weiter.

Eberhard Brucker stimmte gegen diese Verdichtungsvorhaben.

Die schleichende Bauverdichtung überfordert die Kinderbetreuung und untergräbt Gautings Finanzen - 24.7.2020

Im Rathaus ging es um die schleichende Bauverdichtung in Gauting. Schon wieder lagen zwei Anträge vor, um jeweils ein Haus abzureißen und dafür vier neue zu bauen. Die Anzahl der Bewohner auf den Grundstücken an Bergstraße und Waldpromenade vervierfacht sich damit.

Diese Entwicklung hat fatale Folgen. Eberhard Brucker/SPD nahm diese Anträge zum Anlass, um eindringlich darauf hinzuweisen, dass die schleichende Verdichtung Gautings Kinderbetreuung überfordert und die Finanzkraft der Gemeinde untergräbt:

  • Die Gemeinde muss die soziale Infrastruktur, von der Kita über die Schule bis hin zu den Straßen für diese Neubürger zur Verfügung stellen. Das ist teuer. Für die Finanzierung bekommt sie von den Neubürgern aber nur einen kleinen Anteil an deren Einkommensteuer. Der reicht aber nicht aus, um alles zu bezahlen. Die CSU-Landesregierung hält die Kommunen dermaßen knapp, so dass es nicht reicht. Andere Bundesländer geben ihren Kommunen einen deutlich größeren Anteil an den Steuereinnahmen.

  • In einem der beiden Fälle geht es auch um das kulturelle Erbe Gautings. An der Bergstraße soll eine sehenswerte Villa mit umlaufendem Balkon und einem sicher sehr gemütlichen Erker aus der Zeit von vor über 100 Jahren abgerissen werden:

Gauting Bergstr 9 9 b
Die Kultur kommt unter die Räder, nur Geld ist nicht alles.

Wegen der Verdichtung nimmt in Gauting die Anzahl der Bewohner stetig zu. Und gleichzeitig schafft Gauting es nicht, für sie die sozielen Einrichtungen zur Verfügung zu stellen. Aber:

  • Seit dem 1.8.2013 gilt in Deutschland ein flächendeckender Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Dieser ist im Sozialgesetzbuch § 24 SGB VIII gesetzlich festgehalten. Dieses Gesetz schließt Kinder unter 3 Jahren mit ein. Hier

  • Schon seit vielen Jahren erfüllt Gauting seine gesetzliche Verpflichtung nicht, allen Eltern, die es wünschen, eine Kinderbetreuung anzubieten. Hier Die CSU/UBG-Mehrheit im alten Gemeinderat wollte in 4 bis 5 Jahren eine weitere Kita bauen, also den gesetzwidrigen Zustand in Gauting noch lange in Kauf nehmen.

Die laufende Bauverdichtung zieht immer weitere Neubürger nach Gauting, denn meistens wird hier nur für München gebaut. Ihre Kinder wollen untergebracht werden, für die aber kein Platz vorhanden ist. Der Ausbau der Kitas kann wegen der Finanzlage nicht Schritt halten. Der ungesetzliche Zustand verschärft sich immer weiter.

Die Grundstücksbesitzer und Investoren erzielen hohe Gewinne, die Gemeinde bleibt auf den Kosten für Kita u.a.m. sitzen. Diese Logik kann nicht blindlings fortgesetzt werden. Die Verdichtungsvorhaben dürfen im Gemeinderat nicht mehr einfach nur durchgewunken werden. Es muss alles versucht werden, ihnen entgegenzuwirken. Beim überdimensionierten Vorhaben an der Duschl- und Ringstraße in Königswiesen hat der Gemeinderat die Erfahrung gemacht: Er kann etwas bewirken!

  • Die Bürgermeisterin verlangte unter Verweis auf "Recht und Gesetz" die Zustimmung zu diesen beiden Verdichtungsvorhaben. Dabei berichtete sie gleich zweimal von einer Besprechung, an der ungesetzliches Abstimmen von Gemeinderäten zur Sprache kam. Ein anwesender Polizist kündigte sofort an, gesetzwidrig abstimmende Gemeinderäte aus dem Gemeinderat herausholen zu wollen. Man kann das nur als Drohung und Versuch der Einschüchterung auffassen. - Gespenstisch.

Sie hat bei dem monströsen Verdichtungsvorhaben an Duschl- und Ringstraße in Königswiesen es für Recht und Gesetz gehalten, dieses zu genehmigen. Der Gemeinderat hat dies zusammen mit dem Kreisbauamt verhindert und eine deutliche Abschwächung durchgesetzt. War Dr. Kössinger damit rechtswidrig oder etwa Gemeinderat samt Kreisbauamt? Ihrer Logik gemäß – einer von beiden. Und sie verdrängt darüber hinaus, dass sie selbst bereits seit 6 Jahren eindeutig ungesetzlich handelt, da sie nicht für eine ausreichende Kinderbetreuung sorgt.

  • Eberhard Brucker stimmte als einziger gegen den Abriß dieses sehenswerten Hauses und das nachfolgende Verdichtungvorhaben, denn Gautings Kinderbetreuung und Finanzen dürfen nicht noch weiter überfordert werden. Das Allgemeinwohl hat Vorrang vor dem Interesse Einzelner.

  • Beim zweiten Verdichtungsvorhaben an der Waldpromenade stimmten er und zwei andere Gemeinderäte dagegen.

Auf Eberhard Bruckers Frage, was der Gemeinderat gegen diese unheilvolle Entwicklung machen könne, zeigte sich die Bürgermeisterin sehr zurückhaltend, schlug aber ein Gespräch mit dem Kreisbaumeister Dr. Kühnel vor. - Wir sind gespannt.

Ist die Wasserversorgung gesichert? Würmtal Zweckverband gegen weitere Bebauung im Würmtal - 9.6.2020

Der Würmtal Zweckverband lehnt den Bebauungsplan zum Polizeigebäude am Penny-Kreisel ab, da er die Wasserversorgung nicht mehr garantieren könne. Im Umweltgutachten wird auf "mittlere bis hohe Belastungen durch die verkehrlichen Schallimmissionen" für die Anwohner entlang der Ammerseestraße hingewiesen. Hier

Der Bauausschuss setzte sich über diese Einwände hinweg und genehmigte am 19.5.2020 diesen Bebauungsplan. Da die Planung in diesen 2 wichtigen Punkten unausgegoren ist, stimmte Eberhard Brucker / SPD dagegen.

In der kurzen Diskussion meinte Herr Eck / UBG: Dann dürfte man ja gar nicht mehr im Würmtal bauen.

Er hat sicher recht, dass ein einzelnes Gebäude die Wasserversorgung nicht zum Zusammenbruch bringt, auch der Handwerkerhof samt Polizei auf seinen 1,9 Hektar nicht. Aber steter Tropfen höhlt den Stein:

Geplant sind die großen Gewerbegebiete im Unterbrunner Holz auf 30 Hektar und mit bis zu 5.000 Beschäftigten (Dr. Kössinger, StaM 21.9.2018) und das bei Asklepios auf 10 Hektar. Viele werden hier wohnen wollen. Geplant ist die Ansiedlung von bis zu 800 Bewohner in 304 Wohnungen an der Ammerseestraße Hier und im Sontowski-Bau beim Bahnhof in 52 Wohnungen etwa 100 Bewohner. Die laufende Bauverdichtung kommt noch hinzu. Hier nur die neuesten Vorhaben: In Königswiesen Duschl / Ringstraße werden aus 19 Häusern künftig 28 hier, am Ende der Bergstraße werden statt einem Haus gerade 6 gebaut, an der Tassilostraße aus 1 Haus werden künftig 4, an der Hubertusstraße aus 1 Haus künftig 3. Allein mit diesen 19 zusätzlichen Häuser werden noch einmal 70 bis 80 zusätzliche Bewohner nach Gauting angezogen.

Heute wird bekannt, dass der Streit zwischen Zweckverband und Gauting ganz grundsätzliche Formen angenommen hat:

  • "Der Würmtal-Zweckverband lehnt neue Gewerbegebiete und Siedlungen in Gauting und Krailling ab, weil die Versorgung nicht gesichert sei. Vor Gericht soll nun geklärt werden, ob die Quellen im Königswieser Forst weiter genutzt werden können." Berzl, Michael: Streit um die Reserven, SZ 9.6.2020 und Cless-Wesle, Christine: Wasser-Streit geht in neue Runde, StaM 13.6.2020

  • Als der Bauausschuss tagte und sich die Mehrheit im Ausschuss über die Einwände hinwegsetzte, hatte die Bürgermeisterin nicht vorher über diesen grundsätzlichen Streit informiert. Sie empfahl den Gemeinderäten, die Stellungnahme des Würmtal-Zweckverbandes zur Kenntnis zu nehmen und damit zu ignorieren. (Beschlussvorlage v. 19.5.2020, S. 3)

  • Die Wasserwerker wollen die Verantwortung nicht mehr übernehmen und das ist ein Alarmzeichen.

Im Unterbrunner Holz sollen stillgelegte Brunnen für das neue Gewerbegebiet endgültig aufgegeben werden, obwohl man angesichts der Klimaentwicklung nicht weiß, ob man nicht eines Tages auch dieses Wasser braucht, auch wenn es erst noch gründlich gereinigt werden müsste. Feldafing und Pöcking haben heutzutage schon Schwierigkeiten. Setzwein, Christine: Wasserverbrauch steigt um bis zu einem Drittel, SZ 21.4.2020

Man bekommt zunehmend den Eindruck, dass unsere Gegend insgesamt gesehen so langsam an ihre von der Natur gesetzten Grenzen kommt, was das „Mehr“ angeht.

Die Bauverdichtung in Gauting geht immer weiter. Wo führt das hin? - 8.4.2020

Diesmal ging es um Königswiesen. Ein Investor kaufte zwei Grundstücke mit 1700 m2, will die 2 alten Häuser abreißen und stattdessen 8 Häuser auf je rund 200 m2 großen Grundstücken bauen. Die CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger sah keine Möglichkeit dies zu verhindern. Für sie war formal alles in Ordnung (SZ 28.11.2019). Aber der Gemeinderat sah es inhaltlich und lehnte unter Verweis auf Ortsbild und Verkehrsbelastung in den engen Straßen den Antrag dann gleich zweimal ab und wurde dabei vom Kreisbauamt unterstützt. (StaM 14.2.2020)

Der "Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum" wurde eingeschaltet. Ihr Architekt schlug vor, die Grundstücksgröße auf mindestens 400 m2 festzulegen. D.h. im Bereich Duschl-/Ringstraße könnten dann künftig 28 statt 19 Häuser stehen bzw. gebaut werden. Der Bauausschuss stimmte zu. (StaM 4.4.2020)

  • Es ist ein Lehrbeispiel für eine Entwicklung, die seit Jahren in Gauting im Gange ist und immer weiter befördert wird.

Wer hat welche Interessen?

Die Investoren wollen möglichst dicht bauen, denn dann ist das meiste Geld verdient. Indem Frau Dr. Kössinger nur formal argumentierte, trat sie auch hier wieder als Vollstreckerin der Investoreninteressen auf. Aus ihrer Sicht war es ein reiner Verwaltungsakt und kein politischer Vorgang. Ein gestalterischer Wille zu Gauting war bei ihr nicht erkennbar.

Dieser Planungsverband vertritt vornehmlich die Interessen Münchens und der bayerischen Staatsregierung. Beide wollen, dass im Münchner Umland kräftig gebaut wird. München leidet unter starkem Wohnungsmangel und sucht Entlastung. Und die Regierung will diese "Metropolregion" stark ausbauen. Sie nennen das "Nachverdichtung", was sie auch von Gauting fordern.

Was hat Gauting davon?

  • In 14 zusätzlichen Häusern werden 40 bis 50 zusätzliche Bewohner wohnen. Was brauchen sie? Kitas, Schulen und Straßen. Wer bezahlt das? Nicht die alten Grundstückseigentümer aus ihren hohen Verkaufserlösen und nicht der Investor mit seinem Gewinn, sondern die Gemeinde. Und wo soll das Geld herkommen? - So produziert man für Gauting eine Finanznot - schleichend, aber unübersehbar.

  • Im Kreis Starnberg hat die Gemeinde Seefeld für sich beschlossen, nicht mehr weiter wachsen zu wollen. "Wir werden uns dem Druck nicht beugen." Es werde keinen Platz für weitere Neubürger geben. Nachverdichtungen nur noch beispielsweise für Kinder der Gemeinde, so Bürgermeister Wolfram Gum. (SZ 5.5.2018)

Wo kommen die neuen Bewohner her?

Sicherlich überwiegend von außerhalb Gautings. Die Neubürger werden letztlich aus den abgelegenen Landkreisen angezogen, denn neue Arbeitsplätze entstehen vorwiegend hier und nicht, wo sie heute wohnen. Wo sie wegziehen, hinterlassen sie leer stehende Wohnungen. Die dortigen Geschäfte haben dann weniger Kunden und, wenn zu viele wegziehen, müssen sie schließen. Leerstand, Verödung und Verfall breiten sich immer weiter aus. Und der Stimmenanteil der AfD steigt immer weiter, sichtbar geworden bei der letzten Landtagswahl im Osten und Norden Bayerns, also in den Gebieten, die besonders unter Abwanderung leiden.

Aber auch der Münchner Raum wird mit den Neubürgern nicht glücklich. München kommt trotz Investitionen in Höhe vieler Milliarden mit seinen Wohn-, Miet-, Verkehrs- und Umweltproblemen nicht mehr klar. Auch wir sehen es hier in Gauting bei dem, was sich täglich auf der Bahnhofstraße abspielt. Und wer das Pech hat, morgens mit dem Auto nach München fahren zu müssen, der kann erst recht ein Lied davon singen.

Es ist viel von Klimakrise die Rede.

In den abgelegenen Landkreise wird Wohnraum vernichtet, nur um ihn an anderer Stelle wieder neu zu bauen. Volkswirtschaftlich ist das eine gigantische Verschwendung und gleichzeitig eine starke Beförderung der Klimakrise. Denn die Bauwirtschaft zählt zu den größten Energieverbrauchern.

  • Die Staatsregierung hat diese Entwicklung zwar erkannt, aber mit der Verlagerung von staatlichen Verwaltungen in die Landkreise ist es nicht getan. Aufgrund der geringen Anzahl an Arbeitstellen ist das nur Symbolpolitik. Wer Klima und Demokratie schützen will, der muss mehr tun.

  • Die CSU/FW-Regierung muss den Ausweis neuer Gewerbegebiete in den Ballungsräumen verbieten. Sie muss gleichzeitg die Betriebsansiedlung in den abgelegenen Landkreisen massiv fördern, damit die Menschen dort wieder eine Lebensperspektive bekommen und in ihrer Heimat bleiben können.

Die extreme Abhängigkeit der Kommunen von der Gewerbesteuer muss verringert werden, damit sie nicht mehr die Flucht in immer mehr und immer größere Gewerbegebiete antreten. Gauting will 42 Hektar und Starnberg 47 Hektar neu ausweisen - allein im Unterbrunner Holz mit bis zu 5.000 und in Schorn mit 7.000 bis 15.000 Beschäftigten. Mit ihren Familien ist das die Einwohnerzahl der Kreisstadt Starnberg - zusätzlich hier bei uns.

  • Für die Kommunen ist der Gewerbesteueranteil abzusenken und dafür der Einkommensteueranteil deutlich zu erhöhen, damit sie eine stabile Finanzierungsgrundlage bekommen.

Mit neuem Viertel bei AOA und neuen Gewerbegebieten weiterhin ein grünes Gauting? Bürgerversammlung am 7.10.2019 im Bosco, 19.30 Uhr - 2.10.2019

Weiterhin ein grünes Gauting? - Für eine ortsverträgliche Bebauung zwischen Ammersee- und Pötschenerstraße

Die Gemeinderatsmehrheit aus Bürgermeisterin, CSU und UBG will zwischen Ammersee- und Pötschenerstraße ein neues Viertel bauen lassen. Bis zu 800 Bewohner sollen dort angesiedelt werden. Wohnungsnot wird beklagt, obwohl man schon längst auf 14.000 m2 Wohnungen hätte bauen lassen können. Das reicht aber den Befürwortern nicht. Mit jedem Planungsschritt werden es mehr. Inzwischen will man 26.400 m2, gegenüber dem heute gültigen Bebauungsplan fast eine Verdoppelung. Fünfstöckige Häuser und ein Supermarkt sind vorgesehen.

Gauting AOA Vergleich der Planungen

Was soll aus Gauting werden?

Bis zu 800 Menschen hier anzusiedeln hat Folgen. Darüber muss gesprochen werden. Die Schulen sind betroffen. Da heute schon nahezu voll belegt, müssen sie erweitert werden. Millionenteure Investitionen stehen der Gemeinde ins Haus. Der Verkehr ist betroffen. Die Bewohner kommen mit ihren Autos, der Supermarkt zieht Verkehr an. Der Verkehrsplaner spricht von täglich 2.850 zusätzlichen Fahrzeugen.

CSU und UBG wollen nun 304 Wohneinheiten (Hebensperger-Hüther, Verkehrsuntersuchung 24.7.2019, S. 11) bauen lassen. Bis zu 800 Menschen werden hier einmal zusammengedrängt wohnen. Die Wohnblöcke stehen sehr eng beieinander, von den Einfamilienhäusern ganz zu schweigen. Es wird laut und schattig werden. Dabei ist allgemein bekannt, dass Lärm eine der größten Belastungen ist. Die Wohnqualität wird stark darunter leiden, nicht nur bei den künftigen Bewohnern, sondern auch bei den Nachbarn im Umfeld ringsherum.

Ein Supermarkt soll hier einziehen, dabei wird gerade am Bahnhof ein EDEKA-Vollsortimenter gebaut. Man könnte stilles Gewerbe ansiedeln. Das verursacht weniger Verkehr. Es würde Gewerbesteuer einbringen und die Geschäfte am Pippinplatz und die Bäckerei Cramer an der Unterbrunner Straße nicht gefährden.

Neben diesem neuen Viertel sollen im Unterbrunner Holz 30 Hektar und hinter Asklepios 10 Hektar als neue Gewerbegebiete erschlossen werden – mitten in der Landschaft, im Bannwald und Schutzgebiet. Gauting würde so seine Gewerbefläche von heute 41 Hektar (Landesamt f. Statistik: Statistik kommunal 2018, S. 13) verdoppeln. Allein im Unterbrunner Holz sollen es einmal bis zu 5000 Beschäftigte sein (Asto-Eco-Park Gauting GmbH, StaM 21.9.2018). Mit denen bei Asklepios und Penny-Kreisel können es bis zu 7000 werden. Da wir in Gauting keine Arbeitslosigkeit haben, müssen diese als Pendler kommen. Sie werden aus allen Richtungen kommen und Bahnhof- und Ammerseestraße sowie Unterbrunn sehr stark belasten.

Die Realisierung dieser Großprojekte würde massive Auswirkungen auf Verkehr, Mieten, Kinderbetreuung und Schulen haben: Über die dann notwendigen Investitionen in Höhe vieler Millionen muss jetzt gesprochen werden.

In welche Richtung soll sich Gauting weiterentwickeln? Soll Gauting den Münchner Vororten ähnlich werden oder soll es das grüne Gauting bleiben?

Deshalb:

  • Eine gute Wohnqualität für künftige Bewohner und heutige Anrainer sicherstellen.
  • Auf 180 Wohnungen beschränken.
  • Die Bebauung von Ost nach West und Süd nach Nord von 3 auf 4 Geschosse ansteigen lassen.
  • Die Gewerbefläche von AOA erhalten.

Nutzen Sie die Gelegenheit und

  • gehen Sie zur Bürgerversammlung am 7.10.2019 um 19.30 im Bosco.
  • stellen Sie Ihre Fragen an die Bürgermeisterin.
  • unterstützen Sie die Anwohner links und rechts der Ammerseestraße, denn der Verkehr dieser Planungen würde auch Sie stark belasten.

Hotel Simon wird verkauft - 13.8.2019

Hotel Simon 2019-08
© Ingo Hugger

Hotel Simon wird für 8,9 Mio. Euro zum Verkauf angeboten. Abriss und Neubau?

Sontowski setzt den Maßstab. Beim Bürgerentscheid Anfang letzten Jahres wiesen die Kritiker der massiven und hohen Sontowski-Bauplanung immer wieder darauf hin, dass die geplante Höhe von über 20 Meter den künftigen Maßstab für die Bebauung auf der gegenüberliegenden Straßenseite setzen wird. Die Bürgermeisterin winkte ab. Nun ist es soweit. Das Hotel Simon wird zusammen mit dem Gebäude daneben, in dem die Bäckerei Müller ihr Geschäft betreibt, zum Verkauf angeboten. "Eine Aufstockung um eine 4te Etage ist denkbar, ein Abriss mit entsprechenden Neubau nach § 34 BauGB ist ebenfalls möglich. Die Einheiten sind teilweise nur noch kurzfristig vermietet." Sontowski hat noch nicht einmal richtig zu bauen angefangen und schon können wir auf die nächste Baustelle beim Bahnhof warten.

Zum Angebot: Hotel Simon wird verkauft

Die SZ berichtet:

"Die Gesamtfläche des Grundstücks wird mit 1.800 Quadratmetern angegeben. Das ergibt einen Quadratmeterpreis von 5.000 Euro. Zum Vergleich: Das Grundschulgelände, auf dem nun ein Wohn- und Geschäftshaus mit Supermarkt, Drogerie und gut 50 Wohnungen entsteht, hatte die Gemeinde Gauting vor drei Jahren ebenfalls für etwa 9 Millionen Euro verkauft. Das waren allerdings etwa 4.500 Quadratmeter."

Die Verhandlungen des Maklers mit Interessenten seien schon soweit gediehen, dass er das Objekt nicht mehr weiter im Internet anbiete. Aber gleichzeitig meint der Makler: "Die nächsten Jahre bleibt erst mal alles beim Alten."

Vollständiger Artikel: Berzl, Michael: Nächster Immobiliendeal in Gauting, SZ v. 22.8.2019

Gautings künftige Entwicklung - Vorstellung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts - 24.7.2019

Das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) ließ die Bürgermeisterin von der Stadtplanerin Frau Schreiber im Bosco vorstellen. Leider konnte man auf den gezeigten Bildern die Texte nicht lesen und die Graphiken nur mit Mühe erkennen. Auch ihren Hinweisen auf die Aushänge entlang der Wände konnte man aus der Entfernung nicht folgen. Es wurde eine Vorlesestunde. Frau Schreiber las zu fünf Handlungsfeldern jeweils einen langen Katalog an Möglichkeiten vor, denen die Gemeinde nachgehen könnte.

ISEK ist zwar eine abstrakte Ausarbeitung, aber ein langer Katalog macht noch kein Konzept aus. In einem Konzept, das sich „Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept“ nennt, muss Richtung und Schwerpunkte künftiger Entwicklung erkennbar sein. Und wenn sich dieses Konzept auf die Ortsmitte beschränkt, so müssen große geplante Entwicklungen, die aus der Umgebung auf die Ortsmitte einwirken, berücksichtigt werden. Zu nennen wäre hier der Bau von Wohnungen und Supermarkt beim Bahnhof, von großen Gewerbegebieten sowie des Viertels samt Supermarkt beim AOA.

Frau Schreiber verwies darauf, daß sie 2015/2016 an diesem Konzept gearbeitet habe und seit drei Jahren auf das Verkehrskonzept warte. Frau Kössinger hatte 2014 „Gauting entfalten“ mit der Begründung, es gebe kein Verkehrskonzept, abgebrochen. Das ist jetzt fünf Jahre her. Das Konzept gibt es immer noch nicht, aber andere große Projekte wurden trotzdem gestartet.

Die Frage aus dem Publikum, ob aus Gauting eine 30.000-Einwohner-Gemeinde mit überörtlichem Einkaufszentrum und überörtlichem Gewerbestandort werden solle, blieb unbeantwortet. Für viele Anwesenden war die angedachte weitere Entwicklung Gautings nicht erkennbar. Angesichts der großen Projekte seit 2016 ist diese ISEK schon veraltet, bevor es im September vom Gemeinderat verabschiedet werden soll. Das Ganze war sehr unbefriedigend.

Oliver Meyer

Berichterstattung in den Zeitungen:

Cless-Wesle, Christine: Enttäuschtes Publikum. Städtebauliches Entwicklungskonzept in der Bürger-Kritik. Der große Wurf war es für die Mehrheit des Publikums bei der Präsentation nicht. Zu theoretisch; damit die Bahnhofstraße Aufenthaltsqualität erlange, müsse vor allem der Verkehr samt Lkw raus, forderte Arthur Mattejat.

Vollständiger Artikel: Cless-Wesle, Christine: Enttäuschtes Publikum, Starnberger Merkur v. 24.7.2019

Mamer, Blanche: Möglichkeiten der Entwicklung. Die vortragende Architektin Schreiber sieht in Bahnhofsgebäude und E-Werk am Hauptplatz markante, erhaltenswerte Gebäude. Sie rät zu einer maßvollen und schrittweisen Entwicklung. Die Gemeinderäte bräuchten Richtlinien, um den Investoren etwas entgegensetzen zu können, forderte ein Bürger. "Wir bekommen sonst eine Bauträger-Architektur", befürchtet die Architektin Susanne Köhler. Die meisten der 70 Interessierten waren enttäuscht. Sie hatten erwartet, ihre Meinung zu bestimmten konkreten Vorhaben äußern zu können. Die Unzufriedenheit wurde noch gesteigert durch technische Probleme mit dem Beamer, die Fragen und Einwände der Bürger waren durchweg kritisch.

Vollständiger Artikel: Mamer, Blanche: Möglichkeiten der Entwicklung, SZ v. 24.7.2019

Von wegen Märchenschlaf - Es sind Projekte aus Servatius Zeiten! - 6.7.2019

Der Ortsvorsitzende der Gautinger CSU, Stephan Ebner, äußert sich zu der geplanten Nominierung von Frau Dr. Kössinger als Bürgermeisterkandidatin: Kössinger habe „über die letzten Jahre Gauting aus dem zu lange anhaltenden Märchenschlaf geweckt“. Das ist nur insofern richtig, als dieser Schlaf wirklich ein Märchen ist – angesichts der Projekte, die in der Amtszeit von Bürgermeisterin Servatius verwirklicht wurden:

Neubau der Realschule (die die jetzige Bürgermeisterin per Bürgerbegehren verhindern wollte), Bau der Mensa am Gymnasium, Bau des barrierefreien Wohnens Schlossstraße, Gründung der „Gautinger Insel“, Gründung des Regionalwerkes, Erwerb des Bahnhofs, Erwerb des Wunderlgrundstückes, Umbau des Don-Bosco-Heims zum Kulturzentrum bosco, Unterstützung der Planung des Kinos, Bau der Umfahrung Unterbrunn, Neugestaltung des Hauptplatzes, Ansiedlung von Edeka Stockdorf, Penny und Lidl in Gauting etc. etc.

Herr Ebner wird bei den Projekten in der 2. Amtszeit von Frau Servatius doch sicher als Gemeinderat wach entschieden und bei einigen sogar zugestimmt haben. Lang, lang ist’s her ...

Leider kein Märchen sind jedoch die aktuellen Projekte seit der letzten Kommunalwahl:

fensterloser Klotz am Hauptplatz - maßlose, unintelligente und nicht auf Gauting bezogene 08/15-Architektur mit Negativfolgen für Verkehr und Ortsbild am Grundschulareal - überdimensionierte neue Gewerbegebiete in Bannwald und Landschaftsschutz - Vernichtung von innerörtlicher Gewerbefläche und überdimensionierte Bebauung am AOA-Gelände etc. etc.

Märchenstunden sind etwas Schönes – aber nicht in der Politik. Da nennt man sie Fake News. Beliebt sind sie genauso und man glaubt sie sogar.

Maja Zorn
Stockdorf

Felder und Wiesen zwischen Gauting und Buchendorf werden langsam zugebaut

Zwischen Gauting und Buchendorf, wo sich bis jetzt eine weite Landschaft mit Feldern, Wiesen, Pferdekoppeln und ein paar Bäumen dehnte, sind große Bauvorhaben vorgesehen.

Gauting Pferdestall SZ 2019-06-26 Foto Franz Xaver Fuchs
© Franz Xaver Fuchs

Schon im Februar letzten Jahres hat der Bauausschuss einstimmig dem Bau einer Maschinenhalle und eines Pferdestalles mit Reitplatz zugestimmt. Vom Landratsamt wurde dieser Bau ebenfalls genehmigt. Der Reitstall soll 520 m2 groß werden, die Maschinenhalle 419 m2, zusammen also rund 1000 m2. Ein 6 Meter breiter Weg soll zu diesem Objekt führen.

Die Anwohner fürchten, dass die "landwirtschaftlich einmalige kulturhistorische Rodungsinsel Buchendorf" zerstört werde und sich weitere Planungen anschließen. Die Befürchtungen bewahrheiten sich nun. Eine zweite Maschinenhalle soll gebaut werden. Der Gautinger Bauausschuss hat am 30. April auch diesem Vorhaben einstimmig zugestimmt. Jetzt fehlt nur noch die Genehmigung des Landratsamtes.

Anmerkung: Das ist der Anfang. Man kann davon ausgehen, dass in 20 Jahren die Wiesen und Äcker zwischen Gauting und Buchendorf verschwunden sein werden, zugebaut und versiegelt. - Eberhard Brucker

Vollständiger Artikel: Mamer, Blanche: Baugruben schrecken Anwohner auf. Landwirt aus Buchendorf plant Maschinenhalle und Paddockstall mit Reitplatz, Süddeutsche Zeitung v. 26.6.2019

Wird unsere Umgebung unter Glas, Beton und Asphalt verschwinden? - 6.5.2019

An Gilching sieht man, was Gauting bevorsteht. Gauting will zusätzlich 420.000 Quadratmeter Gewerbegebiet mitten in der Natur aus dem Boden stampfen. Man geht von zusätzlich bis zu 7.000 Beschäftigten aus. Wo sollen die herkommen? Wieviel Feld, Wald und Wiese wird dann anschließend noch für eine Wohnbebauung freigegeben? Wie viele Pendler wird es geben? Wie werden die Auswirkungen auf unser lokales Klima sein? Wer im Wald spazieren geht, spürt sofort, was verloren geht. Wie viele Millionen Euro müssen in die Infrastruktur der Gemeinde (Kitas, Schulen, Straßen ...) gesteckt werden?

Hier wollen Kommunalpolitiker in ein Flugzeug eingestiegen, ohne zu wissen, wo und wie sie landen können. Eines ist aber schon jetzt absehbar: Unsere schöne Umgebung würde unter Glas, Beton und Asphalt verschwinden.

Gilching hat 20.000 Bewohner und will zusätzlich bis zu 12.000 Beschäftigte anziehen. Nachdem wir in unserer Gegend keine Arbeitslosigkeit haben, können die 12.000 Beschäftigten letztlich nur aus den entfernteren Landkreisen kommen, auf dass dort noch mehr Lichter ausgehen und sich noch mehr Leerstand, Verfall und Verödung ausbreiten. Wir werden hier im Verkehr ersticken, denn Gilching liegt schon am Ende der Römerstraße. Starnberg hat sich 640.000 Quadratmeter mit zusätzlich rund 10.000 Beschäftigten vorgenommen. Die Vorhaben von Gauting und Starnberg machen zusammen einen Quadratkilometer Landschaft aus, der zugebaut werden soll. Nimmt man Gilching, Gauting und Starnberg zusammen, dann reden wir von zusätzlich bis zu 29.000 Beschäftigten in unserer Gegend. Die absehbaren Folgen für uns, die wir heute hier leben, werden von den Befürwortern in Gauting und Starnberg beharrlich verschwiegen.

Die Zerstörung unserer Umgebung wird zügig voranschreiten, wenn sich die Bürger nicht zur Wehr setzen! Bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr steht viel auf dem Spiel.

Oliver Meyer

Entscheidung zu Neubau und Verkehrskonzept an der Bahnhofstraße gefallen - 21.4.2018

Die Bürgerinitiative GautingAktiv hatte gegen die massive, großstädtische Bebauung des ehemaligen Schulgeländes an der Bahnhofstraße Front gemacht. Viele von uns hatten sich an ihr beteiligt. Die Entscheidung ist nun gefallen. Zwei Drittel der Abstimmenden im Gemeinderat haben sich für diese Bebauung entschieden. Sehr bedauerlich!

Mit wahrheitswidrigen Behauptungen der Bürgermeisterin, daß jahrelanger Stillstand und der finanzielle Notstand mit Streichungen der Zuschüsse für Vereine und Bosco drohe, gelang es unbegründete Ängste zu schüren. Das Ratsbegehren konnte sich im Verein mit einer tendenziösen Presse und den Finanzmitteln des Investors Sontowski durchsetzen. Eine vertane Chance, um im Gautinger Zentrum neben Wohnen und Einkaufen auch mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen und gleichzeitig eine Verkehrslösung zugunsten der Grundschüler und Lehrer zu verwirklichen.

Die nächsten Monate werden zeigen, daß die finanzielle Lage der Gemeinde nicht durch das Bürgerbegehren gegen dieses Projekt, sondern durch die vielen anderen millionenteuren Projekte gefährdet ist, die gleichzeitig umgesetzt werden sollen. Sie sind es, die die Finanzen der Gemeinde völlig überfordern. Frau Kössinger wird als die Bürgermeisterin der großen Ankündigungen in die Gemeindegeschichte eingehen.

Auch wenn die Bürgerinitiative GautingAktiv nicht die Mehrheit erlangen konnte, so hat sie doch eine rege und lebendige Diskussion in der Gemeinde über ihre eigene Zukunft ausgelöst. Und das ist schon viel wert. Wir selbst, die Gautinger SPD, haben uns mit großem Engagement daran beteiligt. Die Bürger sind wieder ins Gespräch gekommen. Es war eine gute Erfahrung für alle!

Die fehlende Diskussion im Gemeinderat wurde durch eine auf der Straße und im Bosco ersetzt. Und das Abstimmergebnis zeigt, daß die Interessen eines Drittels der Bürgerschaft nicht entsprechend im Gemeinderat vertreten werden. Dieser große Teil der Bevölkerung kann sich gegenwärtig nur auf die GRÜNEN stützen.

Die SPD-Verteter im Gemeinderat, Jürgen Sklarek auch als 2. Bürgermeister und Stephanie Pahl haben dafür gestimmt. Wenige Tage vor dem Bürgerentscheid hatten sie ihre Absicht in Presseerklärungen angekündigt gehabt, die von den Zeitungen auch veröffentlicht wurden. Nachdem die Mitgliedschaft des SPD-Ortsvereins zu über 90 % dagegen war, hat der Ortsvorstand ebenfalls eine Presseerklärung abgegeben, die aber weder von der Süddeutschen Zeitung noch vom Starnberger Merkur veröffentlicht wurde. Soweit zur Neutralität der Presse!

Eberhard Brucker
komm. Vorsitzender

Unangebrachte Drohungen, unbegründete Ängste! Bürgerbegehren, Haushalt, die Bürgermeisterin und die Tatsachen - 6.4.2018

Frau Dr. Kössinger und das Bürgerbegehren gegen einen massiven, großstädtischen Neubau an der Bahnhofstraße und seine Auswirkung auf den Haushalt. Sie behauptet:

Gewinnt das Bürgerbegehren, dann müsse die Gemeinde 9,5 Mio. für Kauf und 1 Mio. EURO für Abriss und Planung sofort zurückbezahlen. Es drohe die finanzielle Handlungsunfähigkeit der Gemeinde. (Starnberger Merkur v. 29.3.2018) Tatsächlich: Die Firma Sontowski ist bis zum 31.12.2019 an den Kaufvertrag gebunden, könnte also erst danach die Rückzahlung fordern.

Die Behauptungen:

Frau Dr. Kössinger droht den Bürgerinnen und Bürger nun schon seit Monaten mit Kürzungen der freiwilligen Leistungen für Vereine und Kulturarbeit, sollte das Bürgerbegehren gewinnen. Am Donnerstag letzte Woche ging sie sogar soweit, dass bereits der Haushalt 2018 mit Zins und Tilgung für einen Zwischenkredit belastet werden würde, um die Firma Sontowski auszuzahlen. Die Gemeinde würde finanziell handlungsunfähig werden.

Die Tatsachen:

Sollte Sontowski zurücktreten, was er erst ab dem 1.1.2020 tun könnte, müsste auch erst ab dann die Gemeinde einen Zwischenkredit aufnehmen, um ihn auszuzahlen. Und erst ab dann müssten Zinsen bezahlen werden. Bei einem Kredit von 10 Mio. Euro wären es 150.000 Euro im Jahre 2020. Bei einem Haushalt von fast 60 Mio. Euro ist das verkraftbar. Die Buchführung der Gemeinde wird nach den Grundsätzen der Kameralistik geführt, d.h. es geht um Einnahmen und Ausgaben. Da diese Zinsen erst Ausgaben im Jahre 2020 wären, dürften sie auch erst im Jahre 2020 berücksichtigt werden und nicht schon 2018. Frau Dr. Kössinger hat eine Kämmerin, die sich auskennen müsste, und trotzdem verbreitet sie solche Geschichten.

Ein solcher Zwischenkredit wäre mit dem Grundstück (das im Wert weiter steigt) abgesichert und würde sofort wieder getilgt werden, wenn das Grundstück an den nächsten Investor verkauft wäre. Nachdem sich viele Investoren an dem letzten Wettbewerb beteiligt hatten, würden man auch ohne Schwierigkeiten einen anderen finden. Alles im Rahmen einer sehr überschaubaren Zeitspanne, unterstellt, Sontowski würde sich überhaupt zurückziehen wollen, was mehr als zweifelhaft ist, nachdem sein Kaufvertrag mit der Gemeinde Änderungen an seiner Bauplanung ausdrücklich zulässt. (Eine Verknüpfung von Verkauf und Baurecht im Kaufvertrag wäre auch rechtswidrig gewesen. Die Gemeinde ist deswegen immer noch frei in ihren Entscheidungen.)

Die sich anbahnende Finanzklemme der Gemeinde hat nichts mit dem Bürgerbegehren zu tun, sondern ist den vielen, millionenteuren Projekten geschuldet, die man gleichzeitig verwirklichen will und dabei die Finanzkraft der Gemeinde völlig überfordern. Es geht um den Umbau der Kreuzung am Kriegerdenkmal, Bau von Parkdecks auf dem S-Bahnfahrerparkplatz, Bau eines Busbahnhofes, Umbau Bahnhofplatz, Umbau Schwimmbad, neue Turnhalle, Ausbau Ammerseestraße, Erschließung von 79 Hektar neuer Gewerbegebiete. Aus unserem privaten Leben wissen wir alle, dass man nicht alles auf einmal machen kann. Manches geht eben nur nacheinander.

Gewinnt das Bürgerbegehren, dann darf die vorliegende Bauplanung von Sontowski zwar nicht weiterverfolgt, jedoch substanziell überarbeitet werden. Wenn Gemeinde und Sontowski auch die Kritiker einbeziehen, dann wäre bei gutem Willen aller eine Kompromisslösung möglich. Es geht dabei nicht nur um eine ortsverträgliche Gestaltung des Gebäudes, sondern auch um eine vernünftige Verkehrslösung am Kriegerdenkmal.

Vorgesehen ist eine Doppelkreuzung mit einer Zufahrtstraße direkt neben der Schule zu den Parkplätzen des Neubaues und des P+R-Platzes, auf der jeden Tag 2.000 Autos vorbeifahren werden. Die Grundschule wäre dabei von drei Parkplätzen, zwei davon stark frequentiert, umringt. Die Abgasbelastung für die kleinen Kinder kann man sich unschwer vorstellen. Aus medizinische Untersuchungen weiß man inzwischen, dass die Autoabgase einer der Hauptursache für die häufigen asthmatischen und allergischen Erkrankungen der Kinder ist. 10% aller Kinder sind mittlerweile schon betroffen.

Die dringend notwendige Überarbeitung der Planung kann sogleich nach dem 15. April beginnen und dürfte nach aller Erfahrung nur wenige Monate in Anspruch nehmen. Kein Investor lässt sich ein solches Filetgrundstück in einer so großen Gemeinde entgehen.

Frau Dr. Kössingers Behauptungen sind also falsch und die angeblich dadurch erzwungenen Kürzungen bei den Vereinen nur eine unangebrachte Drohung, um unbegründete Ängste auszulösen. Die sich zuspitzende Haushaltslage ab 2019 hat mit dem Bürgerbegehren NICHTS zu tun. Sie ist der Maßlosigkeit der vielen Großprojekte geschuldet. Es ist deswegen genügend Zeit, um die vorliegende großstädtische Planung an Gauting anzupassen und dabei eine vernünftige Verkehrslösung, die nicht zulasten der Kinder geht, zu integrieren.

Der Neubau wird 100 Jahre stehen. Die Bürgermeisterin hat die Arbeiten von GAUTING ENTFALTEN 2014 abgebrochen und wieder ganz von vorne angefangen. Hätte sie damals einfach am bevorzugten Entwurf, an dem viele Bürgerinnen und Bürger mitgearbeitet hatten, weitergemacht, könnten wir heute schon alle an der Bahnhofstraße einkaufen und zusätzliche Wohnungen gäbe es auch schon. Jetzt kommt es auf ein paar Monate auch nicht mehr darauf an. Es lohnt sich!

Eberhard Brucker

Zweierlei Maß - Welches Gauting will Kössinger? - 9.8.2017

Es ist schon ganz erstaunlich, mit welcher Ausdauer Frau Dr. Kössinger die Amtsführung ihrer Vorgängerin kritisiert. Diesmal ging es wieder einmal um die Gewerbesteuereinnahmen, um die sich Frau Servatius zu wenig gekümmert hätte. Dass in der Amtsführung von Frau Servatius neben den großen Schulbauten auch der Neubau der Würmbrücke und vieles andere mehr stattfand, blendet Frau Dr. Kössinger völlig aus. Ebenso, dass sie nun Früchte erntet, die ihre Vorgängerin gesät hat, beispielsweise mit dem Ankauf der Wunderl-Flächen. Die Verwaltung der Gemeinde kann schlechterdings nicht alles auf einmal planen und ausführen, was auch Frau Dr. Kössinger in ihrer Halbzeitbilanz in der SZ wieder einmal selber feststellte: Sie würde noch viel mehr machen, aber leider käme die Verwaltung mit der Arbeit nicht nach. Diese Beschränkung nimmt Frau Dr. Kössinger für sich selber in Anspruch, billigt sie aber ihrer Amtsvorgängerin nicht zu.

Frau Dr. Kössinger setzt nun die freigewordenen Arbeitskapazitäten für die Bauprojekte ein, was sehr zu begrüßen ist. Nur langsam fragt man sich, was für ein Gauting strebt sie an? Neben der anhaltenden Verdichtung in den Wohnquartieren sehen wir jetzt die großstädtischen Bauten an der Würm, wie auch den nochmals vergrößerten Neubau auf dem ehemaligen Schulgelände.

Und es geht um neue, 30 Hektar große Gewerbegebiete. Die Menschen, die dort arbeiten sollen, werden in der Umgebung wohnen wollen. Städteplaner gehen davon aus, dass auf 225 qm 1 Beschäftigter kommt. D.h. es geht um etwa 1.300 Beschäftigte. Viele werden verheiratet sein und Kinder haben. Das heißt wiederum, dass es wenigstens 2.000 bis 3.000 Menschen sein werden, die dann zusätzlich in Gauting und Umgebung wohnen werden. Das führt zu einem Bedarf von bestimmt 1.000 zusätzlichen Wohnungen und entsprechenden Schul- und Kindergartenplätzen. Dabei kann das angestrebte Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz später noch um einige zehn Hektar vergrößert werden.

Statt große Flächen aus dem Wasser- und Landschaftsschutz herauszunehmen, hätte die CSU z.B. das AOA-Gelände als Gewerbefläche erhalten können. Es wird sich eine Dynamik entwickeln, die man nicht aufhalten kann, siehe Krailling, wo jetzt der Bannwald angegriffen wird. Wo sollen diese 1.000 Wohnungen gebaut werden? Was hat das für Auswirkungen auf den Verkehr, der heute in den Stoßzeiten schon zu Staus vom Pippinplatz bis zur Abzweigung Pasinger / Münchner Straße führt? Wie stark wird die weitere Verdichtung die heute schon hohen Grundstückspreise und Mieten noch zusätzlich in die Höhe treiben?

Man erhofft sich große Gewerbesteuereinnahmen, denen aber ganz erhebliche Kosten für die Gemeinde gegenüberstehen werden. Frau Dr. Kössinger müsste einmal versuchen, sich vorzustellen, was ihre Pläne in 20 Jahren aus Gauting machen werden. Die CSU will offensichtlich die Verstädterung Gautings. Nur, die dabei entstehenden großen Probleme bei der Infrastruktur sind absehbar und z.B. in punkto Verkehr aufgrund Gautings Lage an der Würm und auf der Höhe nicht lösbar. Soll unsere Gegend einmal genauso zersiedelt aussehen wie der Münchner Norden?

Eine Gemeinde, die sich für die „Tafel“ einen Neubau für mehr als 600.0000 Euro leisten und nebenbei der Kreissparkasse ein Gebäude samt Umbauten für 3,2 Mio. Euro abkaufen kann, ist nicht arm! Was nützt es also Gauting, wenn es seine umgebende Natur zerstört und im Verkehr erstickt? Man sollte bei allem nicht aus dem Auge verlieren: Gauting ist nicht arm, Gauting geht es bislang gut – auch wegen der Vorarbeit ihrer Vorgängerin.

Eberhard Brucker