Neue Gewerbegebiete - Wo führt die Jagd nach Gewerbesteuer Gauting hin?

Was kostete bislang die Planung des Gewerbegebietes "Unterbrunner Holz"? Das Rathaus braucht ein Vierteljahr, um die Frage zu beantworten. Warum? - 3.4.2020

Im Gemeinderat forderten die GRÜNEN Auskunft darüber, was die Planung des Gewerbegebietes im Unterbrunner Holz mit seinen bis zu 5.000 Beschäftigten die Gemeinde bislang gekostet hat. CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger sieht keine Möglichkeit, diese Frage bis Ende April zu beantworten. "Das ist utopisch. Wir machen das, sobald es geht." (SZ 31.3.20)

Kommt diese Frage überraschend?

  • Mitte Februar fragten die GRÜNEN erstmals nach den Kosten dieser Planung. (SZ 17.2.20)

  • Am 10. März schloss sich der Haupt- und Finanzausschuss einstimmig dieser Frage an und forderte die Verwaltung auf, die Zahlen zur Verfügung zu stellen. (StaM 12.3.20)

Könnte die Kämmerin diese Frage nicht weitgehend sofort beantworten?

1) Für die Entwicklung des Gewerbegebietes im Unterbrunner Holz wurde eigens eine Gesellschaft, die "Asto Ecopark Gauting GmbH", gegründet. Diese Gesellschaft muss, wie alle anderen in Deutschland auch, jedes Jahr eine Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung vorlegen. D.h. auf einen Blick ist zu sehen, wie viele Kosten bei dieser Gesellschaft in den Jahren 2019 und früher aufgelaufen sind.

2) Im Vermögenshaushalt ist die Position "87000 Entwicklung Gewerbegebiet Unterbrunn" aufgeführt. Auch das Haushaltsjahr 2019 ist schon längst abgerechnet. Man kann also auch dort die Kosten der letzten Jahre sofort ablesen.

3) Zu schätzen sind die Kosten des Rathauspersonals inkl. ihrer Bürokosten, das für dieses Projekt, zumindest zeitweise, gearbeitet hat. Dem "Eltern-Kind-Programm" konnte man vorrechnen, dass das Aufstellen der Buden für das Waldfest durch den Bauhof 3.000 Euro kosten würde. Da dürfte es doch keine Schwierigkeiten geben, die Kosten des Rathauspersonals für diese Planungsarbeiten zu ermitteln.

  • Frau Dr. Kössinger könnte also auf die angefragten Zahlen zum großen Teil sofort zugreifen. Warum ist es nun "utopisch", die Frage der GRÜNEN umgehend zu beantworten? Warum braucht die Verwaltung angesichts dieser Datenlage von Mitte Februar bis Mai, also ein Vierteljahr, um die aufgelaufenen Kosten zu nennen? Wenn es tatsächlich bei Mai bleiben sollte, dann sind die Kosten von Januar bis April 2020 selbstverständlich auch noch zu nennen.

Die Bürgermeisterin hatte angekündigt gehabt, dass die Planungskosten von den Käufern der Gewerbegrundstücke im Unterbrunner Holz zu bezahlen seien. Nur, wie will sie die Kosten umlegen, wenn sie diese gar nicht systematisch und laufend erfassen lässt?

Eine Bürgermeisterin, die nicht die Kostenentwicklung ihres größten Projektes im Blickfeld hat, ist zumindest ungewöhnlich.

Von CSU/UBG beauftragter Gewerbeentwickler ASTO täuscht die Öffentlichkeit - 12.3.2020

CSU/UBG haben den Gewerbeentwickler ASTO beauftragt, im Unterbrunner Holz ein neues Gewerbegebiet mit 5.000 Beschäftigten zu planen. ASTO ist auch beauftragt, das neue Starnberger Gewerbegebiet Schorn zu entwickeln. ASTO nannte 3.000 Beschäftigte, die dort arbeiten sollen.

  • Das Kreisbauamt beim Landratsamt stellt fest: Diese Angabe ist falsch. Es würden zwischen 7.000 und 15.000 Beschäftigte werden. (StaM 18.2.2020)

  • Sind die genannten 5.000 Arbeitsplätze zum Unterbrunner Holz (Dr. Kössinger, StaM 21.9.2018) auch zu niedrig und damit auch falsch?

Das Kreisbauamt zu den Folgen dieser Planung:

  • "Jedenfalls überfordern die zeitnah in den Landkreis verlagerten Arbeitsplätze die Stadt Starnberg, den Landkreis und die Region, sofern die vorgelegte Planung in dieser Form in Kraft treten würde."

  • Die Aussage, dass die 3.000 Arbeitsplätze zu keinem nennenswerten Zuwachs des Wohnbedarfes führen würde, sei falsch. Selbst wenn Firmen innerhalb Starnbergs umziehen würden, würden die frei werdenden Flächen umgehend wieder besetzt.

  • ASTO gab keine Erklärung zu ihren falschen Zahlen ab, sondern bat die Behörde, die weitere Bearbeitung ihrer Pläne ruhen zu lassen. (StaM 18.2.2020)

Eine vernichtende Kritik an dieser monströsen Planung, die dazuhin noch mit falschen Zahlen die Öffentlichkeit täuschen will. Frei nach dem Motto: Ist erst einmal genehmigt und gebaut, dann haben wir und die verkaufenden Grundstückseigentümer unser Geld verdient. Mag die Stadt Starnberg sehen, wie sie mit den Folgeproblemen bei Wohnen und Verkehr, Kitas und Schulen klarkommt. Rückgängig machen kann man es dann nicht mehr.

Die Feststellungen des Kreisbauamtes bestätigen unsere Kritik an den von CSU/UBG/FDP/MiFü geplanten Gewerbegebieten im Unterbrunner Holz und bei Asklepios. Und wir stehen hier nicht allein, sogar Horst Seehofer meint, dass diese fatale Entwicklung unsere Gesellschaft zerstört. Hier

Es stellt sich die Frage: Sind die genannten 5.000 Beschäftigten für das Unterbrunner Holz auch falsch? Werden es auch hier Tausende mehr sein? Ihre Zahl hängt von der Höhe der Geäude und damit von der Geschossfläche ab. Zu diesen wurden aber bislang keine Angaben gemacht.

Schon seit Jahren weist die Gautinger SPD auf die massiv steigenden Wohnungsprobleme und den ebenfalls massiv ansteigenden Verkehr hin, sollten die Pläne zum Unterbrunner Holz und bei Asklepios verwirklicht werden, so am 10.3.20, 8.3.20, 6.3.20, 21.2.20, 1.2.20, 31.1.20, 28.1.20, 18.1.20, 17.1.20, 24.9.19, 11.5.19, 21.9.18, 31.7.18, 17.6.18; 9.8.17.

Aber die Befürworter von CSU/UBG/FDP/MiFü schweigen sich über die Folgen aus. Stefan Ebner, CSU-Ortsvorsitzender sieht darin nur "Schwarzmalerei", hier. Die meisten Firmen würden nur im Landkreis umziehen, so die Befürworter, die alles andere ausblenden. Anstatt sich mit diesen schwerwiegenden Hinweisen und auch mit den Erfahrungen anderer Kommunen auseinanderzusetzen, schwärmt man uns nur immer wieder die zusätzlichen Gewerbesteuer-Einnahmen vor.

Gautings Schwierigkeiten mit dem Gemeindehaushalt kann man anders lösen. Vorschläge liegen schon lange vor, zuletzt hier.

Das ist Politik zugunsten von Investoren und Grundstückseigentümern! Verantwortungsvolle Politik zum Wohle der Bürger sieht anders aus!

Immer neue Gewerbegebiete fordern, ist der falsche Weg - 6.3.2020

"Wenn Wirtschaftsförderer und Kommunalpolitiker immer neue Gewerbegebiete fordern, um Unternehmen in den Landkreis zu holen, dann ist das der falsche Weg. Das mag Kommunen und Unternehmen viel Geld bringen. Doch der Region droht nicht weniger als der Kollaps!" - Ein Kommetar von Christoph Koopmann

Es gibt bei einer Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent im Landkreis praktisch keine freien Arbeitskräfte mehr. Bestehende Firmen finden kaum Mitarbeiter. Allein in Schorn sollen 3000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Ergänzend zu diesem Kommentar gibt es noch folgende Planungen:

  • Starnberg-Schorn: Nach neuesten Berechnungen des Kreisbauamtes werden es zwischen 7.000 und 15.000 Beschäftigte. (StaM 18.2.2020)
  • Gauting: Im Unterbrunner Holz lt. Dr. Kössinger 5.000 Beschäftigte. (StaM 21.9.2018)
  • Gilching: Weiteres Wachstum in den Gilchinger Gewerbegebieten mit bis zu 12.000 Beschäftigten. (SZ 6.5.2019)
  • Gesamt: 34.000 zusätzliche Beschäftigte im Landkreis Starnberg, ohne die Planungen der übrigen Kreisgemeinden.

Nur Auswärtige können sie besetzen. Wohnraum ist heute schon knapp und teuer. Wer kommt, braucht Einkaufsmöglichkeiten und Betreuungsplätze für seine Kinder. Und wer bei der Wohnungssuche leer ausgeht, muss eben in den Landkreis pendeln. Die Hauptverkehrsachsen sind aber schon jetzt überlastet.

Stattdessen sollte der Schwerpunkt darin liegen, bestehende Betriebe zu fördern.

Christoph Koopmann: Halten und Fördern, SZ 6.3.2020

Horst Seehofer zu den neuen Gewerbegebieten im Unterbrunner Holz und bei Asklepios - 6.3.2020

CSU/UBG wollen mit 2 großen Gewerbegebieten im Bannwald, Landschafts- und Wasserschutzgebiet die Gewerbeflächen in Gauting von 41 (1) auf 83 Hektar verdoppeln. Allein im Unterbrunner Holz sollen einmal 5.000 Beschäftigte arbeiten (Dr. Kössinger, StaM 21.9.2018). Man will mehr Gewerbesteuern einnehmen. Über die Folgekosten für Wohnungen und Kitas, Schulen und Straßen steht im Wahlprogramm der beiden aber nichts.

Was meint Horst Seehofer zu dieser Entwicklung:

  • „Wir haben mit der Wirtschaft die Aufgabe, die Arbeitsplätze wieder zu den Menschen zu bringen und nicht immer nur in den großen Metropolregionen zu konzentrieren. Am Ende wollen wir den Menschen die Möglichkeit geben, dort zu leben, wo sie das auch wollen.“ „Wir spüren: Viele Bürger fühlen sich abgehängt. Das fördert radikale Kräfte, die den Menschen das Blaue vom Himmel herunter versprechen. Gleichzeitig führen die Verhältnisse dort, wo sich alles bündelt, zu einer Überhitzung der Metropolen mit steigenden Mieten und wachsenden Verkehrsproblemen – und dort, wo zu wenig ist, zu einer Entleerung und Überalterung der ländlichen Räume. All das hat enorme Konsequenzen. Letztlich droht es, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu zerstören.“ (Bayerische Staatskanzlei: „Wir brauchen wieder einen aktiveren Staat“, Interview mit Horst Seehofer, 11.7.2019)

Abgehängt werden und Radikalisierung, Entleerung und Überhitzung sind Folgen der staatlichen Regionalpolitik, die von der CSU-Staatsregierung weitgehend aufgegeben und das planende Personal abgebaut worden ist. Jede Gemeinde darf Gewerbegebiete planen so groß, wie sie will und darf damit die Abwanderung, Entleerung und Radikalisierung weiter beschleunigen - auch Gauting.

Neue Arbeitsplätze entstehen vorwiegend in den Ballungsgebieten. Die Menschen wandern der Arbeit hinterher. Eine Massenabwanderung in die Ballungsgebiete ist in Gang gekommen, die ganze Regionen der Verödung und dem Verfall aussetzen. Gleichzeitig stehen die Ballungsgebiete vor unlösbare Wohn-, Verkehrs- und Umweltprobleme, sichtbar vor unserer Haustüre im Raum München. Eine einzige volkswirtschaftliche und ökologische Verschwendung!

Folge: Die AfD erhält ihren größten Zuspruch mit 15 und mehr Prozent in den von der Abwanderung am stärksten betroffenen Gebieten, wie im Osten von Brandenburg und Sachsen. Etwas schwächer war es im Oktober 2018 auch schon bei der Bayernwahl zu sehen.

CSU-Bundesinnenminster Horst Seehofer hat den Zusammenhang erkannt.

CSU-Ministerpräsident Söder hat ihn auch erkannt. Er hat jetzt die Verlagerung staatlicher Einrichtungen in strukturschwache Gebiete angekündigt. – Das reicht nicht, ist aber ein Anfang.

  • Nur in Gauting arbeiten CSU/UBG unverdrossen weiter an der Zerstörung unserer Gesellschaft. Mit den 5.000 Arbeitsplätzen steht mehr auf dem Spiel, als ihre Sorgen um den Gautinger Gemeindehaushalt. Das Problem kann man anders lösen.

  • Die Gautinger Bürger werden dafür bezahlen müssen: mit steigenden Mieten, drastisch erhöhtem Verkehr, hohen Kitagebühren und mangelnder Unterstützung der Vereine. Gauting, ein unwirtlich gewordener Ort.

Am 15. März geht es nicht nur um Gautings Zukunft!

1) Bay. Landesamt f. Statistik, Statistik kommunal 2018, Gemeinde Gauting, S. 13

Die CSU entdeckt das „stille Gewerbe“. Warum nicht auch für das AOA-Gelände? - 5.3.2020

Wenn es um die künftige Nutzung des AOA-Grundstücks an der Ammerseestraße geht, dann meinen CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger und ihre CSU, dass Gewerbe dort nicht mehr angesiedelt werden könne. Sie behaupten, dass man eine 9 Meter hohe Lärmschutzmauer bauen müsse, damit man nebendran auf der Wiese zur Pötschener Straße hin Wohnungen bauen könne. Das sei nicht vertretbar.

  • Die Kritiker verweisen aber schon lange darauf, dass stilles Gewerbe angesiedelt werden könnte, so dass die Gemeinde dann sogar zusätzliche Gewerbesteuer-Einnahmen bekommen würde.

Stattdessen beharren CSU und UBG auf einem zweiten Supermarkt, obwohl unweit am Bahnhof gerade ein EDEKA gebaut wird. Wohnungen sollen auch gebaut werden, aber in einer so starken Verdichtung, dass wir dort ein „Münchner Viertel“ bekommen werden. In 304 Wohnungen sollen bis zu 800 Personen, überwiegend von außerhalb, einmal wohnen Hier. Der Verkehr auf der Ammerseestraße wird sich dadurch mehr als verdoppeln.

Überraschend erklärte jetzt Stefan Ebner / CSU-Ortsvorsitzender zusammen mit der CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger bei der Vorstellung des CSU-Wahlprogramms: „Wo rechtlich möglich, sollen frei werdende Gewerbeflächen innerorts für stilles Gewerbe erhalten bleiben.“ (StaM 17.2.2020)

  • Der Apparatebau ist ausgezogen, die Gewerbefläche liegt innerorts und ist frei. Stilles Gewerbe könnte sie nutzen. - Was spricht dagegen? Eigentlich nichts, außer dass die CSU ihre Pläne ändern müsste.

  • Die CSU sollte jetzt den Mut aufbringen, ihren Worten Taten folgen zu lassen und ihre Pläne ändern. Kein „Münchner Viertel“ zulasten der Anwohner und Bewohner. Stilles Gewerbe hätte zusätzliche Gewerbesteuer-Einnahmen und eine gewaltige Verkehrsberuhigung zur Folge, was sehr erfreulich wäre.

  • Beschränkung auf 180 zu bauende Wohnungen, so lautet der breite Kompromissvorschlag von Sozialen Ökologen, GRÜNEN, FDP und MiFü im Gemeinderat. Sollte sich später herausstellen, dass sie nicht reichen, dann baut man eben an anderer Stelle noch zusätzliche Wohnungen.

Gautinger CSU wegen Gewerbegebiete zunehmend unter Druck - 21.2.2020

Die Landratskandidaten stellten sich vor, erst in Gilching zum Thema „Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz“, gestern in Gauting zu ihren Programmen für den Landkreis Starnberg. Dabei waren auch die SPD-Kandidatin Christiane Kern und der CSU-Kandidat Stefan Frey.

Christiane Kern trat gegen dieses große Gewerbegebiet auf und forderte die intensivere Nutzung vorhandener Flächen.

Dagegen präsentierte sich Stefan Frey in Gilching als Mittler zwischen den Gemeinden Gauting und Gilching. Die Wasser- und Abwasserversorgung könne nur aus Gilching heraus sichergestellt werden. Auch die Frage nach der Feuerwehr sei nicht geklärt. Er meinte, man müsse auf jeden Fall einen jahrelangen Rechtstreit vermeiden. Sein Vorschlag:

  • Das von seinen Parteifreunden von der Gautinger CSU und ihrer Bürgermeisterin Dr. Kössinger geplante Gewerbegebiet solle kleiner geplant und nach Osten verschoben werden. Der Bannwald könne dann stehen bleiben.

In Gauting wiederholte er gestern seinen Vorschlag und

  • empfahl aber zusätzlich, erst einmal eine erschlossene Gewerbefläche von 5 Hektar beim Flugplatz zu nutzen. Man solle auch prüfen, was die Immobiliengesellschaft mit den Gewerbeflächen am Flugplatz vorhat, die auf Gautinger Gemarkung liegen. - Wir von der SPD schlagen das schon seit langem immer wieder vor, denn Gauting entgehen hier schon seit Jahren hohe Gewerbesteuereinnahmen.

  • Man sieht, die Gautinger CSU hat den Rückhalt in der Kreis-CSU verloren. Die monströse Planung der CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger und ihrer CSU/UBG-Mehrheit im Gemeinderat wird von der Kreis-CSU nicht mitgetragen. Gautings Nachbargemeinden wären massiv von Zuzug und Verkehr betroffen und am 15. März sind Wahlen. Dr. Kössingers kompromissloses Vorgehen findet immer weniger Rückhalt. In letzter Zeit spricht sie sehr auffällig und sehr häufig von einem Kompromiss. Sie meint: "Wir waren immer gesprächsbereit und sind immer gesprächsbereit." (StaM 13.2.2020)

Zur Erinnerung:

  • Paul Vogl / CSU-Gemeinderat in Gilching: "Er habe sich mit Gautings Bürgermeisterin und weiteren Parteifreunden aus dieser Gemeinde ausgetauscht und festgestellt, dass es keine Verhandlungsbereitschaft gebe. Die wollen das durchziehen." (SZ 21.9.2017)

  • Dr. Kössinger: "Es gebe für das geplante Gewerbegebiet keine Alternative." (Kreisbote 6.12.17)

  • Gilchings Bürgermeister Walter "beklagt fehlende Kommunikation". (SZ 9.3.2018)

  • Gilchings Bürgermeister Walter: "Er warte darauf, dass Gauting auf ihn zukomme. Wann aber Gespräche geführt werden, ist derzeit unklar." (SZ 19.9.2018)

  • Fachanwalt Geislinger: "Es bleibt eigentlich nur, über die Kommune Gilching das Wasser zu beziehen. Gilching wurde aber nie in die Planungen mit eingebunden. Rechtlich ist das so nicht machbar. Es geht einfach nicht und wird laut Rechtsprechung auch als rücksichtslos bezeichnet, wenn man ein Gewerbegebiet mit bis zu 5.000 Arbeitsplätzen plant, die Sorge um den Wohnraum aber den Nachbarn überlässt." (StaM 19.9.2018)

  • "Die Gautinger Rathausspitze hat es versäumt, rechtzeitig und konstruktiv das Gespräch mit Gilchings Bürgermeister Manfred Walter und dessen Gemeinderat zu suchen. Es herrscht auf dieser Ebene bis heute Funkstille." (SZ 19.9.2018)

  • Dr. Kössinger: "Die Klage aus Gilching habe nur Erfolg, wenn wir im Verfahren Fehler machen." (StaM 21.9.2018)

  • Weßlings Bürgermeister Muther kritisiert die "gegenwärtig rücksichtslosen Planungsabsichten" der Gemeinde Gauting. (SZ 22.9.2018)

  • Weßlings Gemeinderat: "Mit der gegenwärtig verfolgten Zielsetzung erweisen sich die Planungsabsichten gegenüber der Gemeinde Weßling als rücksichtslos und verletzen daher das interkommunale Abstimmungsgebot. Es fehle ein Interessenausgleich. Das Gewerbegebiet mit seinen schätzungsweise 5.000 Arbeitsplätzen werde den Wohndruck einer Kleinstadt nach sich ziehen. Das bedeute einen weiteren Anstieg der Baulandpreise und auch dass die Verkehrsbelastung in Weßling und Oberpfaffenhofen drastisch ansteigen werde. Unverständnis herrsche über das egoistische Vorgehen der Gautinger. Bislang werden die Lasten der Planung von Gauting schlichtweg der Nachbargemeinde überlassen." (SZ 27.9.2018)

  • Weßlings Geschäftsleiter Konrad Eisenhauer über das Verhältnis zu Gauting: "Eiszeit." (SZ 27.9.2018)

Aber der Kandidat Frey ist letztlich nicht nur Mittler, sondern auch Parteigänger der CSU. Die alles entscheidende Frage stellte er nicht:

  • Braucht Gauting überhaupt ein zusätzliches Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz?

Er verschwieg, dass Gauting noch ein zweites großes Gewerbegebiet bei Asklepios in einer Größe von 10 Hektar plant. Zusätzlich entwickelt die Immobilienfirma, der das Flugplatzgelände gehört, ihre Gewerbeflächen im Osten der Start- und Landebahn, die auf Gautinger Gebiet liegen. Es handelt sich um rund 7 Hektar (Das Gautinger Jahr 2017. Jahresbericht, S. 30) und weitere 202.000 m2 Geschossflächen. Und außerdem können Gautings innerörtliche Gewerbeflächen weiter genutzt werden. Zusammen werden diese Entwicklungen Gauting erhebliche Gewerbesteuereinnahmen bescheren.

Man sollte diese Entwicklung abwarten, bevor man unnötig die Landschaft, in welcher Größe auch immer, zubaut und unabsehbare Folgen durch den Zuzug für Mieten, Kitas und Schulen und auch für den Verkehr heraufbeschwört.

Kämmerin Seyberth bestätigt: Zusätzliche Gewerbesteuer erst in 10 Jahren - 20.2.2020

Kämmerin Seyberth meinte in der Gemeinderatssitzung am 18.2., dass es bis zu 10 Jahre dauern werde, bis die Gemeinde von Gewerbesteuerzahlungen der geplanten neuen Gewerbegebiete profitieren werde.

  • Zum ersten Mal wird hier bestätigt, was die Kritiker schon lange sagen.

  • Die Lösung kann aber nicht sein, in der Zwischenzeit das Vermögen der Gemeinde zu verkaufen, um die aufgeblähte Rathausverwaltung bezahlen zu können.

Schwarzmalerei oder Verdrängung der Folgen? Die geplanten Gewerbegebiete - Richtungswechsel - 1.2.2020

CSU / UBG / FDP / MiFü wollen neue Gewerbegebiete mitten in der Landschaft, im Bannwald und Landschafts- und Wasserschutzgebiet. Im Unterbrunner Holz und Gautinger Feld bei Aklepios sollen sie gebaut werden. Man will mehr Gewerbesteuern einnehmen.

  • Über die Folgen schweigen sich die Befürworter bis heute aus. Den Kritikern, wie der Gautinger SPD, wird "Schwarzmalerei" vorgeworfen, so Gemeinderat Stefan Ebner / CSU am 28. Januar im Gemeinderat.

Im Unterbrunner Holz sollen bis zu 5.000 Beschäftigte arbeiten, so Frau Dr. Kössinger (StaM 21.9.18). Die Kritiker verweisen auf den Siedlungsdruck, den sie auslösen werden. Die Mieten würden stark steigen und der Verkehr massiv zunehmen. Ein notwendiger Ausbau der sozialen Infrastruktur von Kita, Hort und Schule, der Feuerwehr, aber auch der Straßen, würde sich anschließen. Viele zehn Millionen würde das kosten.

  • Stephan Ebner / CSU sieht da kein Problem, denn die meisten Firmen, die sich ansiedeln würden, kämen aus dem Landkreis Starnberg. Die Beschäftigten würden also gar nicht umziehen. Der Verkehr bliebe der gleiche.

In der gleichen Gemeinderatssitzung berichtete der Standortförderer von Gauting, Dr. Kühnel-Widmann, dass es Nachnutzer gebe, wenn ein Betrieb aus seinen Betriebsräumen ausziehe. Als die Firma Geissler in der Grubmühlerfeld Straße auszog, zogen die Firmen Dietl Feinmechanik und Ideal Maschinenbau ein, um sich zu vergrößern. Auch bei den Geschäften an der Bahnhof- und Starnberger Straße sei dies zu beobachten.

  • Stephan Ebner / CSU denkt also seine Planung nicht zu Ende, denn wenn ein Betrieb z.B. von der Kraillinger KIM ins Unterbrunner Holz umzieht, hinterlässt er leere Räume, in die die nächste Firma einziehen wird. Wir haben dann nicht einen Betrieb, sondern zwei im Landkreis und damit zusätzlich eine zweite Belegschaft. Auch der Verkehr nimmt dann dementsprechend zu.

Wer in Gauting 42 Hektar Gewerbefläche aus dem Boden stampfen will, der zieht zusätzliche Firmen mit zusätzlichen Beschäftigten und zusätzlichem Verkehr in unseren Landkreis. Aus den Erfahrungen anderer Kommunen, die diesen Weg gegangen sind, weiß man, dass die zusätzlichen Beschäftigten zuerst pendeln, später aber zunehmend in der Nähe ihrer neuen Arbeitsplätze wohnen wollen - mit ihren Familien.

Hinzukommt, dass jedes Jahr Mitarbeiter ihre Firma verlassen und durch neue ersetzt werden. Die Neuen kommen von irgendwoher und müssen häufig erst noch in die Nähe ihres neuen Arbeitsplatzes ziehen, weil die Wege für ein Pendeln zu weit sind.

  • Wenn Stephan Ebner / CSU von "Schwarzmalerei" spricht, dann verdrängt er in Wahrheit die Folgen seiner Ansiedlungspolitik. Er bleibt die Antwort auf die Frage schuldig: Wie werden die dadurch ausgelösten Probleme in Gauting bei Mieten, Kita, Hort, Schule, Feuerwehr und Straßenverkehr gelöst? Dabei werden diese massiven Probleme schon kurzfristig auftreten, die Gewerbesteuer aber erst langfristig, d.h. nach 10 und mehr Jahren fließen.

  • Zur Erinnerung: Die Besserverdienenden werden immer eine Wohnung finden, dabei aber die weniger gut Verdienenden verdrängen. Die heute schon hohen Mieten werden weiter steigen. Kita, Hort und Schule sind heute schon nahezu voll belegt. Die Gautinger Feuerwehr wäre zu weit weg, die Unterbrunner völlig überfordert. Sie müsste erst mit Millionen Euro für Feuerwehrgebäude und Fahrzeuge ausgebaut werden. Die heutige Mannschaft wäre viel zu klein, so dass der Einstieg in eine Berufsfeuerwehr anstünde. Ammersee- und Bahnhofstraße mit den Kreuzungen am Kriegerdenkmal und Hauptplatz können nicht beliebig zusätzlichen Verkehr aufnehmen. Beim Verkehr kommt auch der des neuen Wohnviertels bei AOA mit dem Supermarkt und der des neuen Supermarkts an der Bahnhofstraße hinzu. (Ein Gesamtverkehrskonzept liegt nach 6 Jahren CSU/UBG-Mehrheit im Gemeinderat leider immer noch nicht vor.)

Man darf Gauting nicht blauäugig in das Abenteuer eine solch massiven Gewerbeansiedlung stürzen, ohne vorher gründlich, sorfältig und öffentlich alle Folgen für die Gautinger überprüft und bewertet zu haben. Normalerweise ist eine solche Prüfung der erste Schritt, bevor man den Wasserschutz aufhebt und die Flächennutzungspläne ändert. Alles andere ist verantwortungslos!

Gewerbegebiet am Flugplatz wird wieder genutzt. Zusätzliche Gewerbesteuer für Gauting - 31.1.2020

Das Gewerbegebiet 14 / Unterbunner Holz am Flugplatz wird wieder genutzt. Die Verträge werden in Kürze unterschrieben. In die leerstehenden Industriegebäude ziehen wieder Betriebe ein und Gauting wird zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen bekommen.

  • Auf diese Möglichkeit weist die SPD schon seit Jahren hin; von CSU / UBG / FDP / MiFü wurde sie aber immer verschwiegen. Diese wollen lieber nebendran im Unterbrunner Holz auf 30 Hektar ein ganz neues Gewerbegebiet mit bis zu 5.000 Beschäftigten bauen lassen. Der Bannwald soll abgeholzt und das Landschafts- und Wasserschutzgebiet zugebaut werden. Über die Folgen für Gauting: starker Siedlungsdruck, hohe Mietsteigerungen, massiv zunehmender Verkehr in Unterbrunn sowie auf Ammersee- und Bahnhofstraße, schweigen sich die Befürworter ebenfalls beharrlich aus.

Der Standortförderer der Gemeinde, Dr. Kühnel-Widmann berichtete am 28. Januar im Gemeinderat, dass die Eigentümer das Gewerbegebiet "Bebauungsplan Nr. 14 Unterbrunn" wieder vermieten werden. Das Gelände wird aus dem Sicherheitsbereich des Flugplatzes herausgenommen. Die Industriebrache ist damit Vergangenheit und Gauting kann mit zusätzlichen Gewerbesteuereinnahmen rechnen. Es geht um eine Fläche von immerhin rund 7 Hektar (Das Gautinger Jahr 2017. Jahresbericht, S. 30), so dass einiges zu erwarten ist.

Unterbrunner Holz Gewerbegebiet erschlossen ungenutzt
Im roten Kreis das erschlossene, aber seit Jahren ungenutze Gewerbegebiet. - © Gemeinde Gauting
  • Die neuen Eigentümer des Flugplatzgeländes hatten es 2016 mit der erklärten Absicht gekauft, auf dem gesamten Flugplatzgelände weiteres Gewerbe anzusiedeln. Im letzten Jahr haben sie dafür sogar auf eigene Kosten eine Straße von Gilching zu diesem Gelände bauen lassen.

  • Von CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger wurde immer abgewunken, wenn es darum ging, sich für eine neue Nutzung dieses Geländes einzusetzen. Gemeinderat Eck / UBG tat so, als wüßte er nicht, wo es überhaupt sei. Die SPD hat ihm geholfen, es zu finden: Herr Eck weiß es nicht.

  • CSU / UBG / FDP / MiFü tun so, als ob es keine Alternativen zu ihrem monströsen Plänen gibt. Dabei geht es auch um die Eigentümer des Bannwaldes und des Landschafts- und Wasserschutzgebietes. Ihnen will man die Möglichkeit geben, durch den Verkauf Millionen einzunehmen. Ein Teil gehört der Gemeinde. Es ist ihr Vermögen, das hier verkauft werden soll.

Geplantes Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz verstößt gegen den Landschaftsschutz - 28.1.2020

Die Bürgerinitiative Pro Bannwald in Gilching hatte die Landratskandidaten zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Es ging um die Pläne der Gautinger CSU und UBG zu einem 294.000 m2 großen Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz.

  • Die Stellungnahme des Landratsamtes ist eindeutig: „Unseres Erachtens sind die Gemeinden Weßling sowie insbesondere die Gemeinde Gilching bereits jetzt schon durch den Flughafen, große Gewerbegebietsanteile, Kiesabbau, Autobahn und Durchgangsverkehr erheblich belastet. Das Gewerbegebiet würde diese Situation weiter verschärfen und die Naherholungsmöglichkeiten weiter schmälern.“ „Eine Landschaftsschutzgesetz-Teil-Aufhebung/-Änderung ist mit den Belangen der generellen Daseinsvorsorge, des regionalen Klimaschutzes sowie des Artenschutzes, ... nicht vereinbar.“

Christian Winklmeier, SPD führte in das umstritten Thema und stellte dabei die Frage:

  • Warum reichen Gauting seine umfangreichen Pläne mit dem Handwerkerhof am Penny-Kreisel, dem Gautinger Feld bei Asklepios und auch die Entwicklungsmöglichkeiten auf dem Flughafengelände nicht aus?
Gauting Gewerbeflächen mit Baurecht 2020
© Pro Bannwald

Auf diese Frage gingen die Befürworter und Kompromisssuchenden in der Diskussion nicht ein.

Die Kandidat*innen:

  • Christiane Kern, SPD tritt für die Nutzung schon vorhandener und ungenutzer Gewerbeflächen ein.
  • Martina Neubauer, GRÜNE ist ohne wenn und aber entschieden dagegen, den Bannwald abzuholzen und Landschafts- und Wasserschutzgebiete zuzubauen. Abgesehen von den Auswirkungen auf Verkehr und Infrastruktur, wenn dort einmal, wie vorgesehen, die 5.000 Beschäftigten von außerhalb kommen und hier arbeiten sollten, denn wir hätten hier Vollbeschäftigung.
  • Stefan Frey, CSU zog sich auf die Position eines Verwaltungsbeamten zurück. Er äußerte keine eigene Meinung und wollte nur zwischen Gauting und Gilching vermitteln, denn sonst drohe ein jahrelanger Rechtsstreit. Seine Idee: Nicht den Bannwald abholzen, sondern stattdessen die Felder und Wiesen bebauen.
  • Matthias Vilsmayer, FREI WÄHLER ist auch für eine Kompromisslösung, betonte aber sehr deutlich, dass eine Zustimmung im Kreistag auf Herausnahme aus dem Landschaftsschutzgebiet nicht in Frage komme, solange das Landratsamt Einwände habe. Er wiederholte diesen Grundsatz auch gleich noch einmal.
  • Cedric Muth, FDP war für dieses Gewerbegebiet, was nicht weiter überraschte, denn die Gautinger FDP ist auch dafür. Auf die Folgen ging er, wie die Befürworter in Gauting selbst: CSU, UBG, FDP und MiFü, nicht ein.

Auch in der CSU gibt es ablehnende Stimmen. Harald Schwab, CSU-Fraktionssprecher im Kreistag und Bürgermeisterkandidat in Gilching trat in einer Video-Botschaft ganz entschieden gegen die Pläne seiner Parteikollegen aus Gauting auf. Er sei gegen die Abholzung des Bannwaldes, dem Gilchinger Naherholungsgebiet und auch gegen das Bauen im Wasserschutzgebiet.

Handwerkerhof beim Penny-Kreisel - Interessierte Firmen wollen Belegschaft um 40 % aufstocken - 18.1.2020

Die Ausschreibung der Flächen im Handwerkerhof am Penny-Kreisel geht in seine Endphase. Im März soll die Vergabe abgeschlossen sein. Angeboten werden 9.400 m2. Die 15 Bewerberfirmen wollen insgesamt 14.200 m2 und im Falle ihrer Ansiedlung ihre Belegschaft um bis zu 40 % aufstocken.

  • Die Bürgermeiterkandidaten Dr. Kössinger und Dr. Sklarek behaupten immer, die Firmen ziehen nur um. Aber sie wachsen. Und mit ihnen die Probleme bei Verkehr und Umwelt. Sie ziehen also nicht nur von Planegg nach Gauting, denn anderen Kommunen will man die Betriebe für die neuen Gautinger Gewerbegebiete abwerben, sondern sie werden dabei sogar noch größer.
Gauting Handwerkerhof 2019-07 - 2
© Gemeinde Gauting

Wegen Handwerkerhof 30 % mehr Verkehr auf der Ammerseestraße - Verkehrskonzept fehlt - 17.1.2020

In der Bauausschusssitzung wurde der Handwerkerhof am Penny-Kreisel beraten. Dieser wird den Verkehr auf der Ammerseestraße um fast 30 Prozent ansteigen lassen, so Gemeinderat Moser / GRÜNE.

  • Aber das ist nur der Anfang. Der Supermarkt und die Ansiedlung von bis zu 800 Neubürgern als Zuzüge von außerhalb Gautings auf dem AOA-Gelände werden die Situation noch einmal ganz erheblich verschärfen. Das betrifft nicht nur die Ammerseestraße, sondern auch die Kreuzung am Kriegerdenkmal mit dem neuen Supermarkt im Sontowski-Bau, die Bahnhofstraße und unten den Hauptplatz. Die geplanten Gewerbegebiete im Gautinger Feld bei Asklepios und im Unterbrunner Holz werden die hohe Belastung weiter steigern.

  • Ein Gesamtverkehrskonzept für Gauting liegt nicht vor. CSU-Bürgermeisterin Dr. Kössinger arbeitet daran - seit bald 6 Jahren.

Handwerkerhof beim Penny-Kreisel ohne Lärmschutzmauer zu den Containern der Flüchtlinge? - 17.12.2019

Der Bauausschuss beriet die Verkehrsführung im Handwerkerhof. Er genehmigte gleichzeitig die Verlängerung der Standzeiten der Container, in denen Flüchtlinge untergebracht sind, bis 2027.

Die CSU behauptete zu AOA, man könne dort nur dann weiter Gewerbe ansiedeln, wenn eine 9 Meter hohe Lärmschutzwand errichtet werde. Das will sie aber nicht, sondern stattdessen neben dem Supermarkt an der Bahnhofstraße noch einen zweiten bei AOA. Dieser wird aber die Geschäfte am Pippinplatz gefährden.

  • Warum ist bei AOA eine Lärmschutzmauer zu den deutschen Bewohnern hin nötig, beim Handwerkerhof zu den Flüchtlingen aber nicht?

Neues Gewerbegebiet beim Penny-Markt - Regierung von Oberbayern hat Bedenken - 24.9.2019

Regierung von Oberbayern (Zusammenfassung der Rathausverwaltung):

"In der Stellungnahme vom 20.3.2019 wurden Bedenken aus siedlungsstruktureller Sicht geäußert, einerseits auf Grund der Betroffenheit des regionalen Grünzugs Nr. 05 Grüngürtel München-Südwest: Kreuzlinger Forst/Aubinger Lohe und bei Alling und Eichenau. Zudem wurde festgestellt, dass der überplante Bereich für eine Siedlungstätigkeit nur sehr eingeschränkt geeignet ist (Lage innerhalb LSG und WSG sowie außerhalb Hauptsiedlungsbereich gem. RP 14 B II G 2.1) und die Planung einem „Ausfransen“ des Ortrandes Vorschub leistet (vgl. LEP 3.3).

Gemäß den nun vorgelegten Entwürfen wird an der Planung unverändert festgehalten. In der gemeindlichen Abwägung wird dabei insbesondere auf die Stellungnahme des Regionalen Planungsverbandes München verwiesen. Da der Normgeber den regionalen Grünzug nicht berührt sieht, ist eine weitere fachliche Auseinandersetzung mit dessen Funktionen somit obsolet.

Die Abwägungsentscheidung der Gemeinde für den Standort, begründet mit der Vorprägung durch die Unterkunft für Asylsuchende sowie dem Fehlen von Alternativstandorten, wird zur Kenntnis genommen, wenngleich die Gefahr von negativen Auswirkungen auf die Siedlungsstruktur weiterhin gesehen werden."

Die Gemeinde nahm das lediglich zur Kenntnis.

Das ist ein Beispiel dafür, dass sich die CSU/FW-Landesregierung weitgehend aus der regionalen Landesentwicklungsplanung zurückgezogen hat. Die Bürgermeisterin sieht den "Regionalen Planungsverband München" als "Normgeber" an, obwohl er nur beratende Funktion hat. Er kann also Gauting nichts vorschreiben, sondern nur Empfehlungen aussprechen.

Die Folge der fehlenden regionalen Landesentwicklungsplanung: Arbeitsplätze entstehen weiterhin vorwiegend in den Ballungsgebieten, so dass die Massenwanderung in diese Gebiete immer noch in vollem Gange ist, immer der Arbeit hinterher. Die Ballungsgebiete kommen deswegen mit ihren Wohn-, Verkehrs- und Umweltproblemen nicht mehr klar - auch München nicht - und in ländlichen Regionen breiten sich Leerstand, Verödung und Verfall aus.

Ein Nährboden für die AfD, die in den Abwanderungsgebieten ihre grössten Erfolge feiert, was bei der Landstagswahl 2018 im Osten und Norden von Bayern zu sehen war und nun nach den letzten Wahlen auch noch im Osten von Brandenburg und Sachsen.

Neues Gewerbegebiet am Penny-Kreisel - 11.7.2019

Der Umweltausschuss des Kreistages stimmte der Herausnahme von 2 Hektar aus dem Landschaftsschutzgebiet am Penny-Kreisel zu. Betriebsstätten für Handwerker und auch ein neues Gebäude für die Polizei sollen hier errichtet werden.

Gauting Gewerbegebiet am Penny-Kreisel
Neues Gewerbegebiet am Penny-Kreisel - © Gemeinde Gauting

Vor 2 Jahren gab es eine kritische Debatte im Gemeinderat. Gemeinderätin Pahl war gegen dieses neue Gewerbegebiet und setzte sich für den Bau von Sozialwohnungen auf diesem Gelände ein. Sie war der Meinung, dass stattdessen das AOA-Gelände an der Ammerseestrasse weiterhin für Gewerbe genutzt werde sollte. Mit ihren beiden Forderungen scheiterte sie aber an der CSU-Mehrheit im Gemeinderat.

Gewerbe und Verkehr bewegen Unterbrunn - 11.5.2019

Auf der Bürgerversammlung wurden große Bedenken zu den geplanten Gewerbegebieten im Unterbrunner Holz, bei Asklepios und Penny-Kreisel laut. Die Bürgermeisterin habe versucht, den Unterbrunnern die Sorgen zu nehmen. „Das Verkehrsaufkommen werde sich nicht wesentlich verdichten, sagte sie.“ Das erstaunt nun wirklich, denn wie sollen die Tausenden von Mitarbeiter – allein 5.000 im Unterbrunner Holz – zur Arbeit und anschließend wieder nach Hause kommen, vom Geschäftsverkehr ganz zu schweigen?

Gauting Gewerbegebiet Asklepios
Geplantes Gewerbegebiet bei Asklepios - © Gemeinde Gauting

Sie werden mit dem Auto aus allen Richtungen kommen. Viele werden auf ihrem Weg ins Unterbrunner Holz oder zu den Gewerbegebieten bei Asklepios und Penny-Kreisel durch Unterbrunn fahren. Wie sonst? Es wird für viele gar keine andere Möglichkeit geben. D.h. die Kreuzung Hauptstraße / Gautinger Landstraße wird zusammen mit der schmalen Gautinger Landstraße, die deswegen teilweise schon keinen Gehweg hat, zum großen Engpass werden. Die Anwohner werden zusätzlich einem heftigen Verkehrslärm und einer starken Abgasbelastung ausgesetzt sein. Es wäre sehr wünschenswert, wenn man den Bürgerinnen und Bürgern in Unterbrunn reinen Wein einschenken würde!

Lore Krumbholz
ehemalige SPD-Gemeinderätin

5.000 Beschäftigte im Unterbrunner Holz - 21.9.2018

Die Pläne zu dem neuen Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz wurden im Rathaus präsentiert. Es sollen einmal bis zu 5.000 Beschäftigte dort arbeiten, so der Projektentwickler und Geschäftsführer Dr. Bernd Schulte-Middelich von der Asto-Ecopark Gauting Entwicklungsgesellschaft bei seiner Präsentation im Rathaus am 19.9 2018. Was diese gigantischen Pläne für Gauting bedeuten liegt auf der Hand:

Nachdem wir keine 5.000 Arbeitslose bei uns haben, werden sie zunächst als Pendler kommen. Die Zunahme des Verkehrs bei uns wird massiv werden. Und sie werden dabei nicht alle über die Autobahn kommen, sondern auch aus allen anderen Richtungen. Unterbrunn wird stark belastet werden, aber auch die Ammerseestraße. Der Geschäftsverkehr der Betriebe kommt auch noch hinzu.

Um dem Verkehrskollaps auf Ammersee und Bahnhofstraße zu entgehen, wird man Umgehungsstraßen bauen - ebenfalls mitten durch die Landschaft. Wie man dem Dauerstau auf der Münchner und Starnberger Straße mit dem Hauptplatz entgehen will, bleibt ein Geheimnis der Befürworter dieser Pläne, wie sie sich überhaupt über diese Folgen beharrlich ausschweigen.

Aber dem nicht genug:

Viele Pendler werden mit der Zeit hier in der Nähe wohnen wollen. Die Mieten werden stark steigen. Viele, die nicht so viel verdienen, werden aus Gauting verdrängt. Der Druck auf die Mieten wird zum Ausweis neuer Wohngebiete mitten in der Natur führen. Die Gemeinde wird viele Millionen in Kinderbetreuung, Schulen und Straßen investieren müssen und die Bürgermeisterin weiterhin über zu wenig Geld im Haushalt klagen.

  • Am Schluss werden sich alle fragen: Was haben wir nun eigentlich davon, außer der zerstörten Landschaft, die heute Gauting umgibt und seinen Reiz ausmacht?

Die Berichterstattung der Zeitungen:

Cless-Wesle, Christiane: Wir werden mitbezahlen, Starnberger Merkur v. 21.9.2018

Fritscher, Otto: In der Defensive, Süddeutsche Zeitung v. 21.9.2019

Gemeinderat Eck weiß nicht, wo das ungenutzte Gewerbegebiet beim Flugplatz ist - 10.8.2018

Der Gautinger Gemeinderat Eck weiß nicht, wo das 5,5 Hektar große und ungenutzte Gewerbegebiet liegt (Leserbrief, Starnberger Merkur v. 4.8.18), das in den letzten vier Jahren nicht genutzt wurde, um Gewerbe anzusiedeln, obwohl die Einnahmen der Gemeinde als zu niedrig beklagt werden. Er weiß es nicht, obwohl in den Zeitungen seit Monaten immer wieder davon die Rede ist und auch Lagepläne zu dem Gewerbegebiet am Rande des Flugplatzes abgedruckt wurden.

Unterbrunner Holz Gewerbegebiet erschlossen ungenutzt
© Gemeinde Gauting

Im roten Kreis das erschlossene, aber seit Jahren ungenutze Gewerbegebiet. Herr Eck bevorzugt das daneben geplante neue Gewerbegebiet "Unterbrunner Holz". Auf seinen zwei Kreisen sollen, so die Befürworter, einmal bis zu 5.000 Beschäftigte arbeiten.

Wenn die Zeitungen Herrn Eck nicht vertrauenswürdig genug sind, dann könnte Herr Eck einfach auch aufs Rathaus gehen und sich den zugehörigen Bebauungsplan Nr. 14 Unterbrunn vorlegen lassen. Die Firma Astopark hat nebendran auf dem Flugplatzgelände inzwischen etliche Betriebe angesiedelt, so die Berichte der Zeitungen. Warum schaffen das Bürgermeisterin Kössinger mit Herrn Eck und der Gemeinderatsmehrheit nicht? Angesichts knapper Kassen ein Verzicht auf zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen und das schon seit Jahren!

Gemeinderat Eck meint, daß von dem neuen geplanten Gewerbegebiet Nr. 14-1 Unterbrunner Holz nur ein Drittel der 60 Hektar bebaut werden sollen, zwei Drittel seien für Naherholung vorgesehen. Eine seltsame Logik: Seit wann muss ein Gelände, auf dem man Bäume pflanzen will, zuerst zum Gewerbegebiet erklärt werden? Die Absicht ist erkennbar: Wer diese zusätzlichen 40 Hektar Natur zu Gewerbegebiet erklären will, der will anschließend dort nicht nur Bäume pflanzen, sondern sich gleichzeitig die Möglichkeit offen halten, auch diesen neuen Wald irgendwann wieder abholzen und das Gelände zubauen zu können. Wenn Herr Eck dort wirklich Naherholung und kein Gewerbe haben will, dann sollte er sich zumindest dafür einsetzen, dass diese 40 Hektar nicht zu Gewerbegebiet erklärt werden.

Eberhard Brucker

Unausgereifte Planungen zu den neuen Gewerbegebieten im Unterbrunner Holz, bei Asklepios und beim Penny-Kreisel - 31.7.2018

Die Mitgliederversammlung der Gautinger SPD zum Thema "Neues Gewerbegebiete" hat gezeigt, dass die allermeisten Mitglieder diesen Vorhaben sehr skeptisch bis ablehnend gegenüberstehen. Warum Skepsis und Ablehnung?

  1. Es gibt bis heute keine Finanzplanung, die aufzeigt, wie viel zusätzliche Gewerbesteuer die Gemeinde langfristig braucht.

  2. Die Gemeindeverwaltung will über 70 ha große Gewerbegebiete entwickeln, war aber in den letzten vier Jahren nicht in der Lage, auf der bis heute ungenutzten Gewerbefläche von 5,5 Hektar auch nur einen einzigen Betrieb anzusiedeln. Nebendran haben andere es erfolgreich getan.

  3. Über 70 ha als Gewerbegebiete gleichzeitig entwickeln zu wollen, ist beispiellos. Allen Beteuerung zum Trotz ist schließlich ihre komplette Bebauung absehbar.

  4. Das Gesamtverkehrskonzept der Gemeinde vom Juli 2018 geht nicht auf den erheblichen Anstieg des Verkehrs durch die Tausenden von Beschäftigten ein. Neue millionenteure Straßenbauten sind absehbar.

  5. Viele der Beschäftigten werden in unserer Gegend wohnen wollen. Die Auswirkungen auf Wohnen und steigende Mieten werden konsequent verschwiegen. Weiterer Landschaftsverbrauch für Wohnbebauung ist absehbar.

  6. Einen Bannwald umzulegen ist alles andere als ökologisch, denn der Ersatz braucht 100 Jahre. Die Verschlechterung des Klimas in unserer Gegend ist durch die großflächige Rodung und Bebauung absehbar.

  7. Diese Planung ist in ihrer Größe völlig überzogen, nicht zu Ende gedacht und geht rücksichtslos mit unseren Nachbargemeinden um.

Wir brauchen eine Planung, die zu Gauting passt, die sich nicht verzettelt, die schrittweise vorgeht und die vor allem dem Nutzen alle Kosten ganzheitlich gegenüberstellt. Wir brauchen eine Planung, die das Gespräch mit den Nachbargemeinden sucht und eine nachbarschaftsverträgliche Lösung, wenn nicht gar Kooperation anstrebt.

SPD Gauting

Neue Gautinger Gewerbegebiete. Statt Steuer-Millionen ein zerstörtes Umfeld! - 17.6.2018

Die Größenangaben zu den neuen Gautinger Gewerbegebieten sind ein Verwirrspiel. Die Angaben wechseln, die neuesten stehen in der Broschüre der Gautinger Verwaltung „Das Gautinger Jahr 2017. Jahresbericht“.

In ihr wird aufgeführt: „Unterbrunner Holz“ 60 ha + „Unterbrunn/14“ 7 ha + „Asklepios“ 10 ha + „Handwerkerhof“ 2 ha, macht zusammen 79 Hektar. Es heißt weiter, dass man nur 20 ha + 10 ha + 2 ha, also 32 ha bebauen wolle. Hinter vorgehaltener Hand wird aber zugegeben, dass es dabei nicht bleiben wird.

In den neuen Gewerbegebieten wird sich eine Wachstumsdynamik entwickeln, die man nicht mehr anhalten kann. Man muss davon ausgehen, dass zum Schluss die gesamte Fläche bebaut sein wird. Eine solche Entwicklung kann man sehr gut am Kraillinger Gewerbegebiet „KIM“ sehen. Es frisst sich seit Jahren immer weiter in den umgebenden Bannwald hinein. Dieser Tage hat man die nächste Erweiterung genehmigt. Gauting wird es einmal genauso ergehen.

Kraillings hohe Gewerbesteuereinnahmen werden gelobt. Dabei umfasst die KIM nur 13 ha. D.h. Gauting will ein sechsmal (!) so großes Gewerbegebiet einrichten, zusätzlich zu den Flächen, die es schon hat. Die Vorhersagen der Stadtplaner ist eindeutig: Wenn heute in der KIM 2.100 Beschäftigte auf 13 Hektar arbeiten, dann werden es morgen auf den 79 Hektar in Gauting mindestens einmal 10.000 sein. Nur darüber reden weder Verwaltung noch die Befürworter im Gemeinderat. Es wird totgeschwiegen, weil man sonst auch über die Folgen reden müsste:

Die 10.000 Beschäftigten werden zum Teil in unserer Gegend wohnen wollen. Viele haben Familie. Es wird zu einem erheblichen Anstieg der Grundstückspreise und der Mieten kommen, denn Leerstand haben wir hier nicht. Die Gutverdienenden werden die weniger Gutverdienenden verdrängen. Die Befürworter tun so, als ob alle Beschäftigten über die Autobahn kommen und wieder wegfahren werden. Gauting habe nichts mit Wohnraum, Schulen und Straßen für sie zu tun. Andere Gemeinden sollen diese Menschen unterbringen und die Millionen dafür ausgeben. Gauting will die Gewerbesteuereinnahmen. Das ist ein großer Trugschluss.

Dem Siedlungsdruck wird man sich nicht entziehen können. Der Verkehr auf Ammersee- und Bahnhofstraße wird massiv zunehmen und zum Dauerstau führen. Verwaltung und Gemeinderatsmehrheit unter Führung der CSU werden dann ganz überrascht tun. Man wird behaupten, dass man „leider, leider“ zu großen Straßenbauprojekte „gezwungen“ sei, in und um Gauting, auch mitten durch die umliegenden Wiesen, Felder und Wälder. Sie werden Millionen kosten. Statt erträumter Millionen werden wir eine zerstörte Umgebung haben.

Eberhard Brucker

SPD tritt weiterhin für Gewerbe auf dem AOA-Gelände (Apparatebau) ein - 7.11.2017

In einer kritischen Debatte im Gemeinderat über ein neues Gewerbegebiet am Penny-Kreisel trat Gemeinderätin Pahl dafür ein, dass das AOA-Gelände an der Ammerseestrasse weiterhin für Gewerbe genutzt werde sollte. Sie scheiterte mit ihrer Forderung an der CSU-Mehrheit im Gemeinderat.

Zweierlei Maß - Welches Gauting will Kössinger? - 9.8.2017

Es ist schon ganz erstaunlich, mit welcher Ausdauer Frau Dr. Kössinger die Amtsführung ihrer Vorgängerin kritisiert. Diesmal ging es wieder einmal um die Gewerbesteuereinnahmen, um die sich Frau Servatius zu wenig gekümmert hätte. Dass in der Amtsführung von Frau Servatius neben den großen Schulbauten auch der Neubau der Würmbrücke und vieles andere mehr stattfand, blendet Frau Dr. Kössinger völlig aus. Ebenso, dass sie nun Früchte erntet, die ihre Vorgängerin gesät hat, beispielsweise mit dem Ankauf der Wunderl-Flächen. Die Verwaltung der Gemeinde kann schlechterdings nicht alles auf einmal planen und ausführen, was auch Frau Dr. Kössinger in ihrer Halbzeitbilanz in der SZ wieder einmal selber feststellte: Sie würde noch viel mehr machen, aber leider käme die Verwaltung mit der Arbeit nicht nach. Diese Beschränkung nimmt Frau Dr. Kössinger für sich selber in Anspruch, billigt sie aber ihrer Amtsvorgängerin nicht zu.

Frau Dr. Kössinger setzt nun die freigewordenen Arbeitskapazitäten für die Bauprojekte ein, was sehr zu begrüßen ist. Nur langsam fragt man sich, was für ein Gauting strebt sie an? Neben der anhaltenden Verdichtung in den Wohnquartieren sehen wir jetzt die großstädtischen Bauten an der Würm, wie auch den nochmals vergrößerten Neubau auf dem ehemaligen Schulgelände.

Und es geht um neue, 30 Hektar große Gewerbegebiete. Die Menschen, die dort arbeiten sollen, werden in der Umgebung wohnen wollen. Städteplaner gehen davon aus, dass auf 225 qm 1 Beschäftigter kommt. D.h. es geht um etwa 1.300 Beschäftigte. Viele werden verheiratet sein und Kinder haben. Das heißt wiederum, dass es wenigstens 2.000 bis 3.000 Menschen sein werden, die dann zusätzlich in Gauting und Umgebung wohnen werden. Das führt zu einem Bedarf von bestimmt 1.000 zusätzlichen Wohnungen und entsprechenden Schul- und Kindergartenplätzen. Dabei kann das angestrebte Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz später noch um einige zehn Hektar vergrößert werden.

Statt große Flächen aus dem Wasser- und Landschaftsschutz herauszunehmen, hätte die CSU z.B. das AOA-Gelände als Gewerbefläche erhalten können. Es wird sich eine Dynamik entwickeln, die man nicht aufhalten kann, siehe Krailling, wo jetzt der Bannwald angegriffen wird. Wo sollen diese 1.000 Wohnungen gebaut werden? Was hat das für Auswirkungen auf den Verkehr, der heute in den Stoßzeiten schon zu Staus vom Pippinplatz bis zur Abzweigung Pasinger / Münchner Straße führt? Wie stark wird die weitere Verdichtung die heute schon hohen Grundstückspreise und Mieten noch zusätzlich in die Höhe treiben?

Man erhofft sich große Gewerbesteuereinnahmen, denen aber ganz erhebliche Kosten für die Gemeinde gegenüberstehen werden. Frau Dr. Kössinger müsste einmal versuchen, sich vorzustellen, was ihre Pläne in 20 Jahren aus Gauting machen werden. Die CSU will offensichtlich die Verstädterung Gautings. Nur, die dabei entstehenden großen Probleme bei der Infrastruktur sind absehbar und z.B. in punkto Verkehr aufgrund Gautings Lage an der Würm und auf der Höhe nicht lösbar. Soll unsere Gegend einmal genauso zersiedelt aussehen wie der Münchner Norden?

Eine Gemeinde, die sich für die „Tafel“ einen Neubau für mehr als 600.0000 Euro leisten und nebenbei der Kreissparkasse ein Gebäude samt Umbauten für 3,2 Mio. Euro abkaufen kann, ist nicht arm! Was nützt es also Gauting, wenn es seine umgebende Natur zerstört und im Verkehr erstickt? Man sollte bei allem nicht aus dem Auge verlieren: Gauting ist nicht arm, Gauting geht es bislang gut – auch wegen der Vorarbeit ihrer Vorgängerin.

Eberhard Brucker